Standpunkt Vizepräsident Harald Mayer: Das Gebot der Spitalsreform: unsere Ärzte unterstützen

10.02.2026 | Aktuelles aus der ÖÄK

Dr. Harald MayerUnabhängig davon, wie unser Spitals- bzw. Gesundheitssystem künftig organisiert sein wird – ob in Bundesländern, Gesundheitsregionen oder anderen Strukturen –, eines ist sicher: Die Spitalsärzte in Österreich sind auch weiterhin 24/7 für ihre Patientinnen und Patienten da.

Eine Diskussion über die Zuständigkeit für Spitäler, die derzeit von Tirol bis ins Burgenland auf politischer Ebene heftig und mit teilweise kruden Ideen – insbesondere jene von Zwangsverpflichtungen – stattfindet, muss daher vor allem eines: Die Spitalsärzte unterstützen und ihnen jene Zeit ermöglichen, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig ist. Dabei ist durchaus mehr Tatkraft und Tempo erlaubt. Dass zum Beispiel die verbindliche Patientenlenkung, die die Bundeskurie angestellte Ärzte seit Jahren fordert, auf der Agenda der Bundesregierung gelandet ist, ist erfreulich. Weniger erfreulich ist, dass sie erst 2027 österreichweit kommen soll. In Wien gibt es unter Einbindung der Hotline 1450 seit Jahren ein funktionierendes Tool, das sofort genutzt werden könnte, wenn der politische Wille da ist.

Das ist nur ein Beispiel von vielen Maßnahmen, die entscheidend dazu beitragen können, unter welchen Rahmenbedingungen und auf welchem Qualitätsniveau die Versorgung möglich bleibt. Internationale Beispiele zeigen, dass Reformen gelingen können. Dänemark hat sein System über Jahre hinweg neu und effizienter aufgestellt und setzt heute auf leistungsfähige Schwerpunktkrankenhäuser. Und in Holland ist es unmöglich, ohne Überweisung von einem niedergelassenen Arzt in eine Spitalsambulanz zu kommen.

Kommen müssen auch Lösungen für weniger Bürokratie und eine funktionierende Digitalisierung. Alles unter Einbindung der ärztlichen Expertise. Und nicht zuletzt braucht es mehr gesellschaftliche Wertschätzung für einen Beruf, der unser Gesundheitssystem selbst in Krisenzeiten auf höchstem Niveau getragen hat. Das ist das Ziel – egal, wer dafür zuständig ist.

Dr. Harald Mayer
2. Vize-Präsident der Österreichischen Ärztekammer

© Österreichische Ärztezeitung Nr. 3 / 10.2.2026