Augenheilkunde: Blick nach vorne

25.02.2026 | Aktuelles aus der ÖÄK

Autor: sb

Mit dem ersten „Weißbuch Augenheilkunde“ zeigt die Österreichische Ophthalmologische Gesellschaft (ÖOG) die dringendsten Handlungsfelder und jetzt notwendige Maßnahmen auf.

In Österreich steht die Augenheilkunde vor einer doppelten Herausforderung: „Der Versorgungsbedarf steigt durch demografische Entwicklungen und eine deutliche Zunahme der Kurzsichtigkeit bei Kindern, gleichzeitig drohen Engpässe bei Personal und Ressourcen“, erklärte ÖOG­Präsidentin Gabriela Seher unter Hinweis auf eine anstehende Pensionierungswelle, wodurch rund 250 Augenärzte bis 2027 wegfallen könnten. Zudem droht eine weitere Gefahr: „Sehr kritisch sehen wir auch die Entwicklung in einigen Nachbarländern, wo es schrittweise zum Ausverkauf der sozialen Medizin kommt: Praxen und OP­Zentren geraten in die Hand profitorientierter, ausländischer Private­Equity­Ketten, die öffentliche Versorgungsstrukturen nutzen, um Renditen zu erzielen – häufig auf Kosten der Patientinnen und Patienten durch zusätzliche Zahlungen,“ sagte Seher. Diesen Punkt betonte auch Johannes Steinhart, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, in seiner Eröffnungsrede: „In Zeiten knapper Budgets, in denen auch die Gefahr des Verkaufs öffentlicher Gesundheitseinrichtungen an private Investoren droht, muss man immer wieder an die hohe Bedeutung der ärztlichen Freiberuflichkeit erinnern.“

Im Weißbuch formuliert die ÖOG vier Schwerpunkte, die gemeinsam von Gesundheitspolitik, Sozialversicherung und Versorgungspartnern vorangetrieben werden sollen: Stärkung der Prävention unter anderem mit einer breit angelegten Informationskampagne; ausreichende und effizient eingesetzte Ressourcen – ohne die medizinische Versorgung von profitorientierten Interessen abhängig zu machen; moderne, bedarfsorientierte und nicht zuletzt international anschlussfähige Ausbildung, sowie Perspektiven in Form von klaren Strukturen und fairen Arbeitsbedingungen. (sb)

Das Weissbuch finden Sie unter www.augen.at.

© Österreichische Ärztezeitung Nr. 4 / 25.2.2026