Angestellte Ärzte: Heißes Pflaster Spital

14.08.2025 | Aktuelles aus der ÖÄK

Autoren: Sascha Bunda, Thorsten Medwedeff

Hitze wird ein immer größeres Thema – auch in den Spitälern steigt die Belastung für Ärzteschaft und Patienten. Thorsten Medwedeff hat in einer Blitzumfrage bei den Kurienobleuten der angestellten Ärzte der Landesärztekammern erhoben, was gegen die Hitze unternommen wird und welche Herausforderungen es in den Spitälern bei Temperaturen über 30 Grad gibt.

Sascha Bunda

Harald Mayer, Oberösterreich & Bundeskurienobmann:
„Das Schlimme ist nicht die Hitze in den Ambulanzen selbst, sondern in den Warteräumen. Das ist das größere Problem, weil dort mehr Menschen aufeinandertreffen und die Belüftung größtenteils sehr zu wünschen übriglässt. Im Regelfall ist es dagegen in den OP-Sälen angenehm kühl.“

Martin Ivanschitz, Burgenland:
„Ob in Untersuchungsräumen, Eingriffsräumen oder im OP – man stößt mit Berufskleidung und Bleischürze an körperliche Grenzen. Da in Notsituationen das Zeitmanagement oft nicht der Realität entspricht, kommt es oft zu verzögerter Flüssigkeitszufuhr. Darauf muss man achten, am besten über den Tag verteilt. Auch wir Ärzte benötigen – wie Spitzensportler – ausreichend Elektrolyte, um leistungsfähig zu bleiben.“

Jörg Hutter, Salzburg:
„Leider werden auch in Salzburg Klinikneubauten immer noch ohne Klimaanlagen oder adäquaten passiven Sonnenschutz sowohl im Mitarbeiter- als auch im Patientenbereich errichtet. Wir müssen aber dem Klimawandel Rechnung tragen. Die Awareness dafür ist bei den Architekten noch nicht gegeben. Ich wünsche mir weniger Design und mehr passiven Sonnenschutz – Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden es den Architekten danken. Dann bräuchten wir vielleicht drinnen keine Klimaanlagen.“

Daniel von Langen, Tirol:
„Hitzeperioden stellen Ambulanzen und OPs vor erhebliche Herausforderungen: Patientinnen und Patienten sowie das Personal leiden vermehrt unter Kreislaufproblemen, Erschöpfung und Konzentrationsproblemen. Klimatisierte Räume, flexible Dienstplanung und Hitzeschulungen sind wichtige Präventionsmaßnahmen. Einiges läuft gut, aber strukturelle Verbesserungen wären nötig.“

Hermann Blassnig, Vorarlberg:
„Vorarlbergs Spitäler sind in die Jahre gekommen und für die klimatischen Veränderungen nicht gerüstet. Die Bettenstationen sind durchwegs nicht klimatisiert, was an Hitzetagen ein Problem für Patientinnen und Patienten darstellt. Es sind auch nicht alle Funktionsbereiche klimatisiert, was ein dortiges Arbeiten in Hitzewellen grenzwertig macht. Zumindest die OP-Säle sind durchwegs klimatisiert.“

Eduardo Maldonado-González, Wien:
„Steigende Temperaturen und häufigere Hitzewellen stellen das Gesundheitswesen vor zunehmende Herausforderungen – insbesondere in stationären Einrichtungen. Hitze kann bei Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen, hohem Alter oder eingeschränkter Mobilität schnell zu ernsten Komplikationen führen – etwa zu Dehydratation, Delir oder kardiovaskulären Dekompensationen. Die Kurie angestellte Ärzte fordert daher eine konsequente Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen.“

Gerhard Posch, Steiermark:
„Laut Arbeitsstättenverordnung soll es maximal 25 Grad in Büroräumen haben. Diesen Standard fordern wir auch für die Spitäler. Dort es muss überall zumindest gleich kühl sein wie in den Büros. Gesunde und leistungsfähige Ärztinnen und Ärzte sind die Basis für gute Medizin und die optimale Versorgung unserer Patienten – bei Hitze darf das nicht gefährdet werden.“

Maximilian Miksch, Kärnten:
„Die Ambulanzen in den Kärntner Spitälern sind überwiegend klimatisiert, auch in den OP-Sälen ist es kühl. Dennoch gibt es noch immer Bereiche, in denen die Temperierung stark verbesserungswürdig ist, insbesondere in den Dienstzimmern und Personalaufenthaltsräumen unserer Ärztinnen und Ärzte. Wir setzen uns massiv dafür ein, hier eine ausreichende Klimatisierung für die ohnehin spärlichen Pausen zu gewährleisten.“

© Österreichische Ärztezeitung Nr. 15-16 / 15.08.2025