DFP-Lite­ra­­tur­s­tu­­dium: Exper­tise & pro­funde Kenntnis

10.06.2021

Mehr als 620.000 DFP-For­t­­bil­­dungs­­­punkte haben Öster­reichs Ärz­tin­nen und Ärzte im Rah­men des DFP-Lite­ra­­tur­s­tu­­di­ums in der ÖÄZ in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren erwor­ben. Basis die­ses Erfolgs sind die jahr­zehn­te­lange Exper­tise und die pro­funde Kennt­nis des Fort­bil­dungs­be­darfs der Ziel­gruppe, betont der Prä­si­dent der öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Ärzte, Peter Niedermoser.

Ins­ge­samt 250 Punkte, davon min­des­tens 85 aus Ver­an­stal­tun­gen und maximal 165 durch DFP-aner­­kannte Fort­bil­dung wie etwa das Lite­ra­tur­stu­dium inner­halb von fünf Jah­ren – so lau­ten die gesetz­li­chen Vor­ga­ben für ein Diplom im Rah­men des Diplom-For­t­­bil­­dungs­­­pro­­gramms der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer. In der ent­spre­chen­den Ver­ord­nung über ärzt­li­che Fort­bil­dung wird dafür auch die Medien-gestützte Fort­bil­dung her­vor­ge­stri­chen. Das DFP-Lite­ra­­tur­s­tu­­dium der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­zei­tung (ÖÄZ), das die­ser Kate­go­rie zuzu­ord­nen ist, scheint dabei beson­ders attrak­tiv für die hei­mi­schen Ärz­tin­nen und Ärzte zu sein. Der Prä­si­dent des wis­sen­schaft­li­chen Bei­rats der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Ärzte, Peter Nie­der­mo­ser, ortet die Gründe dafür in der ein­zig­ar­ti­gen Funk­tion der ÖÄZ. „Sie ist die nam­hafte Zei­tung der öster­rei­chi­schen Ärz­te­schaft, wo sich die Kol­le­gen sicher sind, dass das, was dort publi­ziert ist, von hoher Qua­li­tät ist“, so Nie­der­mo­ser. Mehr als 2.000 Ärzte wer­den pro ÖÄZ-Lite­ra­­tur­s­tu­­dium regis­triert. Ein­zelne The­men wie Arz­nei­mit­tel­ab­hän­gig­keit oder Man­gel­er­schei­nun­gen lock­ten sogar mehr als 3.000 Teil­neh­mer; und es gibt auch DFP-Lite­ra­­tur­s­tu­­dien, die das Inter­esse von weit über 4.000 Teil­neh­mern her­vor­ru­fen wie zum Bei­spiel Masern, Diä­ten oder die Aus­wir­kun­gen von Sport auf die Gesund­heit. Nach ihrer Moti­va­tion zur Teil­nahme befragt, heben Ärz­tin­nen und Ärzte pri­mär die Auf­fri­schung von bestehen­dem Wis­sen durch fun­dierte, aktu­elle Arti­kel hervor.

„Die Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung leis­tet seit Jah­ren einen bedeu­ten­den Bei­trag, dass Ärz­ten in ver­schie­de­nen medi­zi­ni­schen Gebie­ten qua­li­täts­ge­si­cherte ärzt­li­che Fort­bil­dun­gen zur Ver­fü­gung ste­hen“, führt Nie­der­mo­ser wei­ter aus. Die Motive für die posi­tive Per­zep­tion des Medi­ums sieht er vor allem in der jahr­zehn­te­lan­gen Exper­tise und „in den pro­fun­den Kennt­nis­sen über den Infor­­ma­­ti­ons- und Fort­bil­dungs­be­darf der ärzt­li­chen Ziel­gruppe“. Tat­säch­lich erfor­dern die immer kür­ze­ren Inno­va­ti­ons­zy­klen sowie der rasante medi­zi­ni­sche und tech­no­lo­gi­sche Fort­schritt eine kon­ti­nu­ier­li­che Erwei­te­rung der fach­li­chen Kom­pe­tenz. „Es liegt sozu­sa­gen in der Gene­tik des Arz­tes, sich im Sinne der Pati­en­ten­ver­sor­gung fort­zu­bil­den und das beson­ders gerne – wie man sieht – durch das Lite­ra­tur­stu­dium in der ÖÄZ.“ Die ärzt­li­che Fort­bil­dungs­leis­tung wird alle drei Jahre jeweils zum 1. Sep­tem­ber von der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Ärzte überprüft.

Die letzte Über­prü­fung 2019 ergab eine Erfül­lungs­quote von 96,96 Pro­zent. „Damit haben unsere Ärz­tin­nen und Ärzte seit der ers­ten Über­prü­fung 2016 den Erfül­lungs­grad um knapp zwei Pro­zent gestei­gert. Das zeigt, dass die hei­mi­schen Ärzte lebens­lan­ges Ler­nen vor­bild­lich leben“, freut sich Nie­der­mo­ser. Sowohl bei nie­der­ge­las­se­nen als auch ange­stell­ten Ärz­ten und ebenso auch in den Bun­des­län­dern ist die Teil­nah­me­quote ausbalanciert.

Ledig­lich drei Pro­zent der ins­ge­samt 34.424 öster­rei­chi­schen Ärzte waren bei der letz­ten Über­prü­fung 2019 dem Fort­bil­dungs­nach­weis nicht nach­ge­kom­men. Die Gründe dafür sind viel­fäl­tig. „In eini­gen Fäl­len han­delt es sich um zutiefst per­sön­li­che Gründe im Zusam­men­hang mit Lebens­bio­gra­phien. In ande­ren Fäl­len wur­den Fort­bil­dun­gen absol­viert, doch ihre Doku­men­ta­tion ver­ab­säumt“, fasst Gün­ther Ochs, Geschäfts­füh­rer der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Ärzte, zusam­men. Ein­zig in der Gruppe der 65­ bis 70­Jährigen zeige sich eine etwa gerin­gere Bereit­schaft zum Nach­weis der Fort­bil­dung. „Dar­un­ter sind aller­dings auch viele Kol­le­gen, die dem­nächst in Pen­sion gehen und aus dem Ärz­te­stand aus­schei­den wer­den.“ Den­noch kamen mehr als 820 Ärzte ihrer Fort­bil­dungs­pflicht ent­we­der gar nicht oder im ent­spre­chen­den Zeit­raum nicht nach. „Diese Kol­le­gen wur­den beim Dis­zi­pli­nar­an­walt des jewei­li­gen Bun­des­lan­des ange­zeigt, der gemein­sam mit zwei ärzt­li­chen Bei­sit­zern die Gründe, die für das Nicht­er­fül­len ange­ge­ben wur­den, als ent­schuld­bar oder nicht ein­stuft. Je nach Aus­gang muss der Arzt das Ver­fah­ren oder eine Geld­strafe zah­len“, erklärt Nie­der­mo­ser. Damit habe man sich aller­dings kei­nes­wegs von der Fort­bil­dungs­ver­pflich­tung freigekauft.

Seit rund 20 Jah­ren reagiert das DFP­Literaturstudium der ÖÄZ auf den per­ma­nen­ten medi­zi­ni­schen Erkennt­nis­ge­winn. „Die ÖÄZ küm­mert sich immer vor­bild­lich um neue Fort­bil­dun­gen – auch in klei­ne­ren Son­der­fä­chern“, freut sich Nie­der­mo­ser. Bereits beim ers­ten Bei­trag – der Prä­ven­tion und The­ra­pie von Adi­po­si­tas in der ÖÄZ 6 vom 25. März 2001 – mit dem das Sam­meln von Fort­bil­dungs­punk­ten mög­lich war, nah­men knapp 400 Ärzte teil. Mit der Ein­füh­rung der Mög­lich­keit, das Lite­ra­tur­stu­dium auch online zu absol­vie­ren, im Jahr 2012 pen­delte sich die Zahl der teil­neh­men­den Ärzte rasch auf mehr als 2.000 pro Lite­ra­tur­stu­dium ein. „Wir möch­ten, dass der Ärzte­gesetzliche Fort­bil­dungs­nach­weis nicht bloß als Ver­pflich­tung, son­dern als sinn­stif­tende berufs­be­glei­tende Bil­dungs­ak­ti­vi­tät wahr­ge­nom­men wird. Dabei stel­len Lite­ra­tur­stu­dien äußerst attrak­tive Ange­bote dar“, sagt Nie­der­mo­ser. Ins­ge­samt erwar­ben Öster­reichs Ärz­tin­nen und Ärzte bis­lang mehr als 620.000 Diplom­fort­bil­dungs­punkte im Rah­men des ÖÄZ­Literaturstudiums in unter­schied­li­chen Indi­ka­tio­nen – von der All­ge­mein­me­di­zin über die Innere Medi­zin bis hin zur Chir­ur­gie oder Such­ter­kran­kun­gen. „Diese bei­spiel­lose Ent­wick­lung mit die­ser beein­dru­ckend hohen Anzahl an absol­vier­ten DFP­Punkten ist das Resul­tat einer hohen Qua­li­tät des Dienst­leis­tungs­port­fo­lios, das exakt auf die Bedürf­nisse der Ärzte zuge­schnit­ten ist“, ist sich Nie­der­mo­ser sicher. Und wei­ter: „Wir bedan­ken uns bei der ÖÄZ, die als Fort­bil­dungs­an­bie­ter wie kaum ein ande­rer die Koope­ra­tion mit den Exper­ten aktiv sucht und pflegt, um sol­cher­art eine breite und fach­lich tiefe Fort­bil­dung zu ermöglichen.“

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 11 /​10.06.2021