Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung des österreichischen Gesundheitswesens wurde kürzlich die – unter anderem von der ÖÄK seit Jahren geforderte – eHealth-Roadmap vorgestellt. Sie visualisiert gebündelt alle Informationen zur Umsetzung von digitalen Projekten in einer Zeitleiste.
Sophie Niedenzu
Wann ist welches Projekt geplant, in welcher Phase befindet es sich und wann ist das Rollout geplant? Diese und noch einige Fragen über Digitalisierungsprojekte mehr können seit kurzem in der so genannten „eHealth-Roadmap“ beantwortet werden. Sie bietet einen Überblick über Planung, Entwicklung, Pilotierung bis hin zum Rollout. Farbliche Markierungen zeigen an, wer für die Umsetzung zuständig ist: So steht grün beispielsweise für Projekte umgesetzt durch die Tochterfirmen der Sozialversicherung, der SVC und IT-SV, orange für Projekte der ELGA GmbH und blau für Projekte, die von anderen betrieben werden oder an denen mehrere Organisationen zusammengearbeitet haben. Zusätzlich wird jedes Projekt kurz beschrieben sowie die Anzahl der betroffenen Gesundheitsdiensteanbieter, das Projektvolumen und der Projektzeitraum grafisch dargestellt. Besonders auffallend ist hier die kurze Projektdauer des elektronischen Impfpasses. Grund dafür: das Projekt wurde in einer gemeinsamen Zusammenarbeit aller Beteiligten, unter anderem im intensiven Austausch mit der Österreichischen Ärztekammer, durchgeführt. Zudem war die Finanzierung (Projektvolumen 12 Millionen Euro) sichergestellt: zwei wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung von digitalen Projekten. Mit der eHealth-Roadmap werden nun digitale Projekte von unterschiedlichen Playern in einer interaktiven Grafik übersichtlich dargestellt. So können beispielsweise Softwarehersteller ihre Ressourcen besser planen und Ärztinnen und Ärzte schnell und effizient gebündelt Informationen darüber erhalten, welche digitalen Neuerungen auf sie zukommen. Sie richtet sich aber auch an Patientinnen und Patienten, die auf einem Blick die digitalen Entwicklungen im Gesundheitswesen nachverfolgen können.
Aktive Mitgestaltung
Hinter der eHealth-Roadmap steht die „Plattform für Digitale Gesundheit“, ein Zusammenschluss aus heimischen Unternehmen, die in Österreich Software für den Gesundheitsbereich erstellen. Die eHealth-Roadmap entsteht in Kooperation mit Vertretern im österreichischen Gesundheitswesen. Die Mitwirkung und aktive Mitgestaltung ist wesentlicher Bestandteil der Roadmap. Unternehmen, Organisationen und Forschungseinrichtungen können ihre Digitalisierungsvorhaben online einreichen. Ein Beirat unter Leitung der Plattform für Digitale Gesundheit entscheidet dann darüber, ob diese in die eHealth-Roadmap integriert werden. Diese Initiative soll helfen, digitale Innovationen rasch in die Praxis zu überführen und für das gesamte Gesundheitssystem sichtbar zu machen.
Vernetzung und Planungssicherheit
Die eHealth-Roadmap soll zu mehr Transparenz, Planungssicherheit und eine bessere Vernetzung der Akteure ermöglichen. Der digitale Fahrplan hilft bei Fragen zu gezielten Investitionen und soll Doppelentwicklungen bei der digitalen Transformation des Gesundheitswesens zukünftig vermeiden. Dass aufgrund der zahlreichen digitalen Projekte eine bessere Vernetzung notwendig ist, zeigt nicht zuletzt die Probleme und Herausforderungen, die an verschiedenen Schnittstellen im Gesundheitsbereich durch das Faxverbot entstanden sind – aufgrund von verzögerten Bewilligungen litt die Patientenversorgung, beispielsweise in der Versorgung mit Sondennahrungen, Heilbehelfen oder Flaschensauerstoff.
© Österreichische Ärztezeitung Nr. 6 / 25.03.2025