Kurz und informativ

25.09.2024 | Politik

Österreich: Neue Daten zur „registrierten Behinderung“
Acht Prozent der in Österreich wohnhaften Bevölkerung leben laut Statistik Austria mit einer „registrierten Behinderung“. Die Daten sind auf das Jahresende 2022 bezogen. 55 Prozent der 759.311 Betroffenen waren Frauen; mehr als 60 Prozent waren mindestens 65 Jahre alt. 61,4 Prozent der Personen mit registrierter Behinderung waren Pflegegeldbezieher; 50,5 Prozent besaßen einen Behindertenpass; 15,7 Prozent waren als begünstigte behinderte Person eingestuft und 6,4 Prozent wiesen einen amtlich nachgewiesenen Grad der Behinderung von unter 50 Prozent auf. Mit der aktuellen Analyse sollten Datenlücken geschlossen werden. Dafür wurden erstmals Daten der Bundesverwaltung mit jenen des Zentralen Melderegisters und der Registerzählung der Statistik Austria zusammengeführt.

USA: Menschlicher Vogelgrippe-Fall ohne Tierkontakt
In den USA ist erstmals ein Mensch an Vogelgrippe erkrankt, ohne dass zuvor ein Kontakt zu infizierten Tieren bestand. Es handelt sich um einen erwachsenen Mann aus dem Bundesstaat Missouri. Nach stationärer Aufnahme und antiviraler Medikation konnte der Betroffene aus der Klinik entlassen werden. Insgesamt war dies der 14. Vogelgrippe-Fall in den USA im aktuellen Jahr. Zuletzt war der Subtyp H5N1 nicht nur bei Vögeln festgestellt worden, sondern auch bei Säugetieren. Auch Milchvieh war in den USA betroffen. Die Gesundheitsbehörde von Missouri vermeldet allerdings, dass in dem Bundesstaat keine Vogelgrippe-Infektionen in einer Milchviehherde gemeldet worden sind.

Rettungsdienst-Kooperation zwischen Österreich und Slowakei
Künftig wird es eine grenzüberschreitende Kooperation zwischen österreichischen und slowakischen Rettungsdiensten geben. Das Parlament in Bratislava hat kürzlich die Zusammenarbeit gebilligt. Nach Ratifizierung des slowakischen Staatspräsidenten Peter Pellegrini können Rettungen beider Länder im Bedarfsfall im Nachbarland tätig werden. Das Abkommen umfasst das Grenzgebiet der Regionen Bratislava und Trnava sowie die Bundesländer Burgenland, Niederösterreich und Wien.

Weltrisikobericht: Österreich auf Platz 175
Im jüngst erschienenen Weltrisikobericht rangiert Österreich wie im Vorjahr an der 175. Stelle von 193 Ländern. Das Bündnis „Entwicklung Hilft“ sowie Forscher der Universität Bochum analysierten für den Bericht das Katastrophenrisiko in Form eines Index, in dem Naturgewalten wie Erdbebenrisiko oder Klimabedingungen mit der Vulnerabilität der Gesellschaft kombiniert wurden. Wichtige Faktoren dabei sind die Schere zwischen Arm und Reich, die Gesundheitsversorgung, Infektionszahlen von Krankheiten wie HIV sowie bewaffnete Konflikte. Den höchsten Weltrisikoindex weisen die Philippinen, Indonesien und Indien auf, dahinter rangieren Kolumbien und Mexiko. Das niedrigste Katastrophenrisiko besteht laut Bericht in Monaco, Andorra und San Marino.

Italien: immer mehr Angriffe auf Gesundheitspersonal
In Italien ist es in den vergangenen Monaten zu einer steigenden Zahl an Übergriffen auf Ärzte und Krankenpflegepersonal gekommen. Das Ausmaß sei mittlerweile besorgniserregend, warnen die Gewerkschaften. Zuletzt gab es drei Attacken in der Klinik der süditalienischen Stadt Foggia. Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit in Gesundheitseinrichtungen seien dringend erforderlich. Gesundheitsminister Orazio Schillaci bezeichnete die jüngste Vorfallserie als „beschämend“.

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Virusarten wurden in Tieren auf Pelzfarmen in China entdeckt, darunter 36 neue Arten und 39 Stämme mit potenziell „hohem Risiko“ von artenübergreifender Übertragung

Australien plant Mindestalter für Social Media
Die australische Regierung plant ein Mindestalter für den Zugang zu Sozialen Medien. Premierminister Anthony Albanese peilt dafür eine Altersspanne zwischen 14 und 16 Jahren an. Die Sicherheit sowie die geistige und körperliche Gesundheit junger Menschen müssten oberste Priorität haben. Im Teilstaat South Australia gibt es einen solchen restriktiven Zugang bereits: Erst ab 14 Jahren ist Social Media dort erlaubt; zwischen 14 und 15 Jahren ist für die Nutzung eine Erlaubnis der Eltern notwendig. Regionalregierungschef Peter Malinauskas meint dazu, dass die Regierung einschreiten müsse, wenn ein Produkt Kindern schade, wie dies auch bei Alkohol und Zigaretten der Fall sei.

Mpox: UNICEF startet Notfallausschreibung für Vakzine
Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF hat eine Notfallausschreibung für einen Impfstoff gegen Mpox in mehreren Ländern begonnen. Damit soll ein sofortiger Zugang zu verfügbaren Mpox-Impfungen sichergestellt und die Forschung dazu ausgeweitet werden. Vereinbarungen können bis 2025 in einem Umfang von bis zu zwölf Millionen Dosen getroffen werden. Unter Vorbehalt sollen auch bereits Lieferabkommen abgeschlossen werden, um einen zügigen Kauf und Versand der Impfstoffe zu gewährleisten. Die Zahl der Erkrankungs- und Todesfälle steigt auf dem afrikanischen Kontinent derzeit an. Alleine aus der DR Kongo wurden heuer mehr als 18.000 Verdachtsfälle und 629 Todesfälle gemeldet. Auch Burundi, Kenia, Ruanda und Uganda sind betroffen.

West-Nil-Fieber: Erste Fälle in Österreich
Bis zum 27. August waren in Österreich laut AGES-Infektionsradar elf Fälle des West-Nil-Fiebers bestätigt. Es handelte sich durchgehend um erwachsene Personen im Osten des Landes. Sechs Fälle wurden bei routinemäßigen Untersuchungen im Vorfeld einer Blutspende ermittelt. Einige Fälle wurden wegen neurologischer Symptomatik diagnostiziert und erforderten stationäre Behandlung. In zwei Fällen wurde die Krankheit importiert. Infektionsnachweise gab es erstmals in diesem Jahr auch in Slowenien: Im Nordosten des Landes kam es laut dem Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit zu drei Fällen.

© Österreichische Ärztezeitung Nr. 18 / 25.9.2024