Kurz und informativ

10.10.2024 | Politik

Online-Verhalten von Jugendlichen immer problematischer
Jeder zehnte Jugendliche in Europa zeigt laut einer Befragung der WHO mittlerweile Anzeichen für ein „problematisches Social-Media-Verhalten“ – Mädchen mit 13 Prozent häufiger als Buben (neun Prozent). Insgesamt ist die problematische Social-Media-Nutzung bei Jugendlichen von sieben Prozent im Jahr 2018 auf elf Prozent im Jahr 2022 gestiegen. Mehr als 36 Prozent geben an, konstant mit Freunden online Kontakt zu haben. Auch die Gefahr für ein problematisches Gaming-Verhalten nehme zu: Zwölf Prozent der Jugendlichen hätten hier ein Risiko, Buben deutlich häufiger als Mädchen. Umso wichtiger sei die Vermittlung von digitaler Kompetenz, um Folgen wie Mobbing, schlechte schulische Leistungen u.v.m. zu verhindern. Für die WHO-Gesundheitsstudie wurden im Jahr 2022 fast 280.000 Kinder und Jugendliche im Alter von elf, 13 und 15 Jahren aus 44 Ländern und Regionen in Europa, Zentralasien und Kanada befragt. Als „problematisch“ wurde dabei die Social-Media-Nutzung definiert, wenn sie sich durch suchtähnliche Symptome wie Kontrollverlust und Entzugserscheinungen äußert.

39 Millionen
Menschen könnten bis zum Jahr 2050 weltweit an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen sterben. APA/The Lancet

Großbritannien: Tarifstreit der Assistenzärzte beendet
Der seit eineinhalb Jahren andauernde Tarifstreit zwischen den britischen Assistenzärzten und der Regierung wurde kürzlich beendet. Die Mitglieder der British Medical Association haben ein Angebot der neuen sozialdemokratischen Labour-Regierung angenommen, wonach die Löhne und Gehälter über die nächsten zwei Jahre um insgesamt 22 Prozent steigen. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft ein Plus von 35 Prozent gefordert. Im Rahmen der aktuellen Einigung ändert sich auch die Berufsbezeichnung der bisherigen „assistant doctors“ in „resident doctors“.

Viele Masern-Fälle in Deutschland
In Deutschland wurden von Beginn des Jahres bis Ende September 2024 rund 550 Masern-Fälle an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt. Die überwiegende Mehrheit der Infizierten sei ungeimpft gewesen; vor allem Kinder bis zu zwei Lebensjahren waren betroffen. In Österreich waren es bis Mitte September bereits 502 Masernfälle. Im gesamten Jahr 2023 gab es in Deutschland nur 79 Fälle, 2022 waren es 15. Allerdings gab es in Jahren zuvor in Deutschland auch schon mehr Masern-Fälle: 2015 wurden etwa 2.470 Erkrankungen registriert, 2013 rund 1.770.

EU-Kommission empfiehlt Rauchverbot u.a. bei Schulen
Die EU-Kommission empfiehlt ihren Mitgliedstaaten mehr rauchfreie Zonen im Außenbereich, vor allem dort, wo sich Kinder aufhalten – u.a. bei Schulen, Spielplätzen und Bädern. Außerdem wird auch eine Ausweitung auf alternative Tabakprodukte wie etwa E-Zigaretten empfohlen. Damit wolle man Nicht-Raucher besser schützen und einen Beitrag zum Ziel einer „tabakfreien Generation“ bis 2040 leisten.

Australien: starker Anstieg der Mpox-Infektionen
Nach offiziellen Angaben wurden in Australien in diesem Jahr bereits 737 Mpox-Fälle registriert. Im gesamten Jahr 2023 waren es 26 Fälle. Die allermeisten Fälle wurden in den vergangenen drei Monaten und vor allem im Südosten des Landes verzeichnet; bis auf zwei Fälle waren die Infizierten Männer. Australiens Behörden versuchen, die Ausbreitung der Viruserkrankung nun durch eine Anpassung der Impfempfehlung einzudämmen: Es könnten sich nun „Menschen jeden Alters, die dem Risiko einer Ansteckung mit Mpox ausgesetzt sind“, impfen lassen.

EU: Verwendung von PFAS-Chemikalien eingeschränkt
Die Europäische Kommission will die Verwendung einer Untergruppe der PFAS-Chemikalien – nämlich sogenannte Undecafluorhexansäure (PFHxA) und PFHxA-verwandte Stoffe – einschränken. „Wir entfernen schädliche Stoffe aus Produkten, die die Bürger täglich benutzen, wie Textilien, Kosmetika und Lebensmittelverpackungen“, sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčovič. Dies würde etwa Regenwesten, Pizza-Boxen, Imprägniersprays oder Hautpflegeprodukte betreffen, nicht aber Batterien oder Brennstoffzellen für grünen Wasserstoff.

Rapide Ausbreitung von Mpox in Afrika
Mpox breitet sich in Afrika weiter aus: Bis zum 8. September wurden bereits rund 25.000 Verdachtsfälle gemeldet, wie die WHO berichtete. Insgesamt wurden 723 Todesfälle registriert. Ein Drittel der Betroffenen sei unter fünf Jahren alt. Mit fast 22.000 Fällen gab es die meisten Verdachtsfälle in der DR Kongo; auch 717 Todesfälle wurden verzeichnet. Burundi (1.500 Fälle) und Nigeria (1.000 Fälle) liegen dahinter.

Ruanda: Todesfälle durch Marburg-Virus
In Ruanda hat der dortige Gesundheitsminister Sabin Nsanzimana sechs Todesfälle durch das Marburg-Virus bestätigt. Außerdem wurden 20 weitere Krankheitsfälle gemeldet; überwiegend sei Gesundheitspersonal betroffen. Im Jahr 2023 wurden im benachbarten Tansania Fälle des Marburg-Fiebers verzeichnet.

Italien meldet erste lokale Dengue-Fälle
Kürzlich sind in den norditalienischen Provinzen Brescia und Reggio Emilia die ersten beiden lokalen Dengue-Fälle dieses Jahres gemeldet worden. Von 1. Jänner bis 10. September 2024 gab es laut dem Höheren Institut für Gesundheit in Rom insgesamt 412 Dengue-Infektionen; bisher wurden keine Todesfälle registriert. 2023 gab es in Italien insgesamt 275 Dengue-Fälle, davon waren 82 autochthon.

© Österreichische Ärztezeitung Nr. 19 / 10.10.2024