Kurz und informativ

10.11.2022 | Politik

ÖÄK for­dert Kom­pen­sa­tion für gestie­gene Energiepreise
Die Öster­rei­chi­sche Ärz­te­kam­mer for­dert für Spi­tals­ärzte eine Kom­pen­sa­tion der deut­lich gestie­ge­nen Ener­gie­preise. „Nach über zwei Jah­ren Pan­de­mie, in denen wir her­aus­ra­gende Leis­tun­gen der Spi­tals­ärz­tin­nen und Spi­tals­ärzte gese­hen haben, sieht es mit moti­vie­ren­den Rei­zen wei­ter düs­ter aus“, sagt Johan­nes Stein­hart, Prä­si­dent der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer. Die Explo­sion der Ener­gie­preise sei daher jetzt ein guter Anlass, ein posi­ti­ves Signal zu set­zen: „Unsere For­de­rung ist zusätz­lich jeden­falls ein steu­er­freier Bonus in Höhe von 3.000 Euro, unab­hän­gig von der not­wen­di­gen KV-Erhö­hung.“ Auch Harald Mayer, Bun­des­ku­ri­en­ob­mann der ange­stell­ten Ärzte, sieht es an der Zeit, dass Spi­tal­ärz­ten die not­wen­dige finan­zi­elle Wert­schät­zung ent­ge­gen­ge­bracht wird: „Es wäre das Min­deste, dass wir die­sen Leis­tungs­trä­gern wenigs­tens die Sorge um die Ener­gie­preise neh­men.“ Mayer erneu­ert außer­dem auch seine For­de­rung, dass auch Ärz­te­ver­tre­ter bei den KV-Ver­hand­lun­gen des Spi­tals­per­so­nals am Tisch sit­zen. „Dass die gesetz­li­che Inter­es­sens­ver­tre­tung hier ein­be­zo­gen wird, sollte eine Selbst­ver­ständ­lich­keit sein!“

Für Ordi­na­tio­nen for­dert die ÖÄK auch wei­ter­hin eine voll­stän­dige Abgel­tung der erhöh­ten Ener­gie­preise. „Wir kön­nen nicht zulas­sen, dass nie­der­ge­las­sene Ärz­tin­nen und Ärzte, die die volle Wucht die­ser Preis­ral­lye abbe­kom­men, zum Hand­kuss kom­men“, appel­liert Steinhart.

Ärz­te­kam­mer Stei­er­mark star­tet Kampagne
Alle nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin­nen und Ärzte in der Stei­er­mark erhal­ten im Rah­men einer Kam­pa­gne der Ärz­te­kam­mer Stei­er­mark die­ser Tage ein Pla­kat mit dem Slo­gan „Meine Gesund­heit star­tet bei mei­ner Ärztin/​meinem Arzt.“. Denn Ärz­tin­nen und Ärzte sind die Ers­ten, wenn es um den Erhalt der Gesund­heit und die Bekämp­fung von Krank­hei­ten geht.

25.000 Affen­po­cken-Fälle in Europa
Fast 25.000 Affen­po­cken-Fälle aus 41 Län­dern wur­den laut ECDC (Euro­pean Cen­ter for Dise­ase Con­trol) in das Euro­päi­sche Über­wa­chungs­sys­tem ein­ge­mel­det. Sechs Pro­zent der Infi­zier­ten (729 Per­so­nen) muss­ten sta­tio­när auf­ge­nom­men wer­den. Die meis­ten Fälle inner­halb Euro­pas ver­zeich­net Spa­nien (7.239). Bei den Infek­tio­nen liegt Frank­reich auf Platz zwei (4.042), danach fol­gen Deutsch­land (3.651), Groß­bri­tan­nien (3.627) und die Nie­der­lande (1.223); Öster­reich liegt mit 319 Fäl­len auf Platz zehn. 98 Pro­zent der Infi­zier­ten waren Män­ner, 96 Pro­zent hat­ten gleich­ge­schlecht­li­che Kon­takte. Fünf Infek­tio­nen sind im Zusam­men­hang mit einer beruf­li­chen Tätig­keit im Gesund­heits­we­sen dokumentiert.

Ärzte-Bereit­schaft im Bur­gen­land: VfGH weist Klage ab
Der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof (VfGH) hat die Ver­fas­sungs­klage der bur­gen­län­di­schen Lan­des­re­gie­rung gegen das Ärz­te­ge­setz bezüg­lich der Ärzte-Bereit­schafts­dienste als „unbe­grün­det“ abge­wie­sen. Lan­des­haupt­mann Hans Peter Dosko­zil (SPÖ) hatte sich für ver­pflich­tende statt frei­wil­lige Bereit­schafts­dienste von Ärz­tin­nen und Ärz­ten an Wochen­en­den und Fei­er­ta­gen aus­ge­spro­chen. Er wollte dage­gen vor­ge­hen, dass die Ärz­te­kam­mer sol­che Fra­gen selbst regeln könne. Der VfGH hielt fest, dass die Frage, ob es einen Ärz­te­not­dienst gibt, ohne­hin Sache des Gesetz­ge­bers sei. Die Ärz­te­kam­mer sei laut Ärz­te­ge­setz dafür zustän­dig, einen Not- und Bereit­schafts­dienst „ein­zu­rich­ten“; dar­un­ter sei die orga­ni­sa­to­ri­sche Gestal­tung zu ver­ste­hen. Ob es einen sol­chen über­haupt gibt, sei per Gesetz oder durch einen Ver­trag zwi­schen Ärz­te­kam­mer und Kran­ken­ver­si­che­rungs­trä­gern zu regeln.

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Ton­nen Kokain hat die Poli­zei von Ecua­dor auf einem Con­tai­ner­schiff sicher­ge­stellt; es sollte nach Bel­gien ver­schifft werden.

Eng­land: lange War­te­lis­ten im NHS
In Eng­land war­te­ten Ende August sie­ben Mil­lio­nen Men­schen auf einen Rou­tine-Ein­griff in einem Kran­ken­haus im NHS (Natio­nal Health Ser­vice). Das ist der höchste Wert seit Beginn der Auf­zeich­nun­gen im Jahr 2007. Bei knapp 390.000 Pati­en­ten beträgt die War­te­zeit bereits mehr als ein Jahr. Auch bei den War­te­zei­ten in der Not­auf­nahme gibt es einen Nega­tiv-Rekord: Im Sep­tem­ber die­ses Jah­res muss­ten 32.776 Pati­en­ten mehr als zwölf Stun­den war­ten, bevor über eine sta­tio­näre Auf­nahme ent­schie­den wurde.

Paul-Watz­la­wick-Ehren­ring für Ruth Wodak
Die Sprach­so­zio­lo­gin Univ. Prof. Ruth Wodak wurde mit dem dies­jäh­ri­gen Paul-Watz­la­wick-Ehren­ring der Wie­ner Ärz­te­kam­mer aus­ge­zeich­net. „Die For­schun­gen von Ruth Wodak sind heute aktu­el­ler denn je, müs­sen wir doch in unse­ren Tagen wie­der schmerz­haft erle­ben, wie aggres­sive poli­ti­sche Rhe­to­rik in Gewalt und Krieg mün­det“, so die Begrün­dung der Jury. Mit dem Ehren­ring der Ärz­te­kam­mer Wien wer­den seit 2008 Per­sön­lich­kei­ten aus­ge­zeich­net, die in ihrem Werk und ihrer For­schung jenen dis­zi­plin­über­grei­fen­den, huma­nis­ti­schen Ansatz ver­fol­gen wie der öster­rei­chi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­ons­theo­re­ti­ker und Psy­cho­the­ra­peut Paul Watzlawick.

PRIKRAF: Rech­nungs­hof kri­ti­siert feh­lende Transparenz
Der Rech­nungs­hof kri­ti­siert in einem aktu­el­len Report die feh­lende Trans­pa­renz und Kon­trolle beim Pri­vat­kran­ken­an­stal­ten-Finan­zie­rungs­fonds (PRIKRAF). So konnte der Rech­nungs­hof etwa keine Kri­te­rien für die Auf­nahme von Kran­ken­an­stal­ten in den Fonds fest­stel­len. Um die Trans­pa­renz und Rechts­si­cher­heit sicher­zu­stel­len, emp­fiehlt er dem Gesund­heits­mi­nis­te­rium, nach­voll­zieh­bare Kri­te­rien hier­für zu ent­wi­ckeln. Außer­dem habe das Gesund­heits­mi­nis­te­rium den PRIKRAF in den rund 20 Jah­ren sei­nes Bestehens nicht ein ein­zi­ges Mal vor Ort geprüft; auch Com­pli­ance-Vor­ga­ben wür­den feh­len. Ebenso gibt es keine interne Revi­sion. In den Gre­mien sei auch eine zu starke Reprä­sen­tanz von Ver­tre­tern der Wirt­schafts­kam­mer gegen­über jenen der Sozi­al­ver­si­che­rung gege­ben, obwohl die Arbeit­ge­ber-Ver­tre­tung den PRIKRAF nicht finan­ziert. Bei den Leis­tun­gen wer­den in den PRI­KRAF-Anstal­ten über­durch­schnitt­lich stark ope­ra­tive Ein­griffe durch­ge­führt (72,6 ver­sus 46 Pro­zent in den Lan­des­fonds­kran­ken­häu­sern); auch die Sec­tio-Rate sei mit 45 ver­sus 29 Pro­zent in den Lan­des­fonds­kran­ken­häu­sern „auf­fäl­lig“.

WHO: Corona-Pan­de­mie ist wei­ter­hin Gesundheitsnotstand
Die WHO schätzt die Corona-Pan­de­mie wei­ter­hin als welt­wei­ten Gesund­heits­not­stand und gesund­heit­li­che Not­lage von inter­na­tio­na­ler Trag­weite ein – das hat der zustän­dige Exper­ten­aus­schuss kürz­lich fest­ge­stellt. WHO-Chef Tedros Ghe­breye­sus räumte zwar ein, dass sich „die glo­bale Situa­tion seit Beginn der Pan­de­mie (…) ver­bes­sert hat“, warnte aber vor Muta­tio­nen des Virus und wei­te­ren Unge­wiss­hei­ten. Der Exper­ten­aus­schuss for­dert, die Über­wa­chung der Pan­de­mie zu ver­stär­ken und den Zugang zu Tests, Behand­lun­gen und Impf­stof­fen für Risi­ko­grup­pen zu erwei­tern. Der Gesund­heits­not­stand gilt bereits seit Ende Januar 2020. Seit damals wur­den mehr als 622 Mil­lio­nen Infek­tio­nen und mehr als 6,5 Mil­lio­nen Todes­fälle gemel­det; die Dun­kel­zif­fer wird weit­aus höher geschätzt.

Haiti: Cho­lera brei­tet sich aus
Mehr als 35 Todes­fälle, 47 bestä­tigte Infek­tio­nen und mehr als 500 Cho­lera-Ver­dachts­fälle wur­den bis­lang in Haiti regis­triert. Die meis­ten Infek­tio­nen wur­den aus dem Gefäng­nis in der Haupt­stadt Port-au-Prince gemeldet.

Hong­kong: Crys­tal Meth beschlagnahmt
Die Zoll­be­hör­den in Hong­kong haben 76 Kilo­gramm Crys­tal Meth sicher­ge­stellt. Die Dro­gen – sie haben einen Ver­kaufs­wert von 43 Mil­lio­nen Euro – waren in drei Trans­for­ma­to­ren ver­steckt, die von Mexiko auf dem Luft­weg nach Sydney/​Australien waren. Laut den Behör­den war dies bereits die dritte Lie­fe­rung von Dro­gen aus Süd­ame­rika, die in Trans­for­ma­to­ren ver­steckt gewe­sen sei.

Uganda: immer mehr Ebola-Fälle
Seit Sep­tem­ber die­ses Jah­res wur­den in Uganda mehr als 90 Ebola-Fälle gemel­det; min­des­tens 44 Men­schen sind ver­stor­ben. Aktu­ell zir­ku­liert in Uganda der suda­ne­si­sche Ebola-Virusstamm, für den es kei­nen nach­ge­wie­se­nen Impf­stoff gibt.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 21 /​10.11.2022