Steuer: Anhe­bung der steu­er­freien Essensgutscheine

25.09.2020 | Service


Begin­nend mit 1. Juli 2020 hat der Gesetz­ge­ber die Höchst­grenze für steu­er­freie Essens­gut­scheine, die vom Arbeit­ge­ber zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, von 4,40 Euro auf acht Euro ange­ho­ben.
Mar­kus Metzl*

Als Teil der Unter­stüt­zung für die Gas­tro­no­mie wurde als wei­tere Hilfs­maß­nahme die steu­er­freien Zuschüsse für Essens­gut­scheine gemäß § 3 Abs. 1 Z 17 EStG mit 1. Juli 2020 end­lich wert­an­ge­passt (die letzte Anpas­sung wurde im Jahr 2004 vor­ge­nom­men). Lei­der wurde im 19. COVID-Gesetz vom 17. Juni 2020 keine Klar­stel­lung hin­sicht­lich der Gewäh­rung von Gut­schei­nen ein­ge­ar­bei­tet. Den­noch ist laut Ver­laut­ba­rung des BMF im Mai ange­kün­digt wor­den, beim nächs­ten Lohn­steu­er­war­tungs­er­lass die Hand­ha­bung von Gut­schei­nen und der damit ver­bun­de­nen Ein­lö­sung am sel­ben Arbeits­tag groß­zü­gi­ger hand­zu­ha­ben. Für die steu­er­freie Gewäh­rung sind fol­gende Vor­aus­set­zun­gen notwendig: 

  • Ver­kös­ti­gung am Arbeits­platz (die Mit­nahme nach Hause führt zum Ver­lust der Steuerbegünstigung)
  • Gut­scheine für Mahl­zei­ten bis zu einem Wert von acht Euro pro Arbeitstag
  • Bei Lebens­mit­tel­gut­schei­nen; diese müs­sen nicht am Arbeits­tag kon­su­miert wer­den und sind bis zu einem Betrag von zwei Euro pro Arbeits­tag abga­ben­frei (Erhö­hung von bis­her 1,10 Euro auf zwei Euro).

Der wesent­lichste Unter­schied zwi­schen Gut­schei­nen für Mahl­zei­ten und Lebens­mit­tel­gut­schei­nen besteht darin, dass die Lebens­mit­tel mit nach Hause genom­men wer­den kön­nen. Die Ver­kös­ti­gung am Arbeits­platz ist hin­ge­gen laut Erlass die Grund­vor­aus­set­zung für die steu­er­freie Gewäh­rung. Immer wich­ti­ger wird hin­ge­gen die Akzep­tanz des BMF, digi­tale Lösun­gen (Handy-Apps), wo elek­tro­ni­sche Gut­ha­ben auf­ge­bucht wer­den kön­nen, zu akzep­tie­ren. Bei einer sol­chen Lösung kommt es auf die zweck­ge­bun­dene Ver­wen­dung für den steu­er­freien Zuschuss an. Von die­ser Vor­aus­set­zung kann laut War­tungs­er­lass 2018 dann gespro­chen wer­den, wenn

  • der Dienst­neh­mer sich in der App regis­triert hat;
  • der Dienst­ge­ber die Daten über eine eigene Maske aus­wer­ten kann;
  • die Rech­nung über die Kon­su­ma­tion mit­tels Handy abfo­to­gra­fiert wird und
  • Datum, Uhr­zeit, Loka­li­tät eben­falls mit­tels App erfasst werden.

Sind die­ser Vor­aus­set­zun­gen erfüllt, spricht nichts gegen eine elek­tro­ni­sche Lösung, um in den Genuss der Steu­er­frei­heit für Essens­gut­scheine zu kom­men. Es ist sehr erfreu­lich, dass die schon lang fäl­lige Wert­an­pas­sung nun vor­ge­nom­men wurde.

*) Prof. Dr. Mar­kus Metzl, MSc
ist Bereichs­lei­ter Finan­zen und Steu­ern in der ÖÄK

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 18 /​25.09.2020