CIRS­me­di­cal: Anwei­sung nicht befolgt

10.10.2020 | Service


Bei einem Pati­en­ten wird eine ärzt­li­che Anwei­sung zum Legen einer prä­ope­ra­ti­ven venö­sen Kanüle nicht befolgt; eine prä­ope­ra­tive i.v.-Medikation kann des­we­gen nicht erfolgen. 

Ein Mann aus der Alters­gruppe zwi­schen 51 und 60 Jah­ren befin­det sich sta­tio­när auf einer Abtei­lung für Chir­ur­gie für eine inva­sive Maß­nahme. Dabei wurde eine ärzt­li­che Anwei­sung zum Legen einer prä­ope­ra­ti­ven venö­sen Kanüle nicht befolgt und somit eine prä­ope­ra­tive i.v.­Medikation­Infusion nicht verab reicht. Pati­en­ten sind meist seit Stun­den nüch­tern; beson­ders jene, die am OP­Tag zuerst aus­ge­schrie­ben sind; Struma­Patienten wer­den unmit­tel­bar nach Ein­lei­tung der Nar­kose in eine sit­zende OP­Lagerung gebracht. Ein Blut­druck­ab­fall ist oft die Folge. 

Als Gründe für die­ses Ereig­nis nennt die mel­dende Per­son – ein Arzt mit mehr als fünf Jah­ren Berufs­er­fah­rung – Orga­ni­sa­ti­ons­män­gel. Der Pati­ent war seit dem Vor­tag im Haus bei schwie­ri­ger Per­so­nal­si­tua­tion in der Früh (Mor­gen­be­spre­chung, Fort­bil­dung) müsste die Kanüle schon am Vor­abend gelegt wer­den. Als beson­ders ungüns­tig wird genannt, dass es sich nicht um einen Ein­zel­fall han­delt; auch prä­ope­ra­tive Blut­ab­nah­men (Gerin­nungs­kon­trol­len) wer­den nicht durch­ge­führt. Die Take­Home­Message des mel­den­den Arz­tes: „Bes­sere Kon­trolle der prä­ope­ra­ti­ven Vor­schrei­bung der Anäs­the­sie­am­bu­lanz – klare Verantwortlichkeitsregeln.”

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Man könnte bei dem ers­ten für den OP vor­ge­se­he­nen Pati­en­ten die Ver­weil­ka­nüle bereits am Vor­abend legen. Im Falle einer Fort­bil­dung wäh­rend der Arbeits­zeit muss ein Ver­ant­wort­li­cher benannt wer­den, der für die Sta­tion zustän­dig bleibt, um eine adäquate Pati­en­ten­ver­sor­gung zu gewährleisten. 

Experte des BIQG 

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 19 /​10.10.2020