Arzt­jobs: Manage­ment: Was Mit­ar­bei­tern wich­tig ist

10.03.2020 | Ser­vice


Frü­her waren gutes Gehalt und attrak­tive Kar­rie­re­mög­lich­kei­ten wich­tigste Gründe für einen Arbeits­platz­wech­sel. Aktu­ell wird mehr und mehr die Unter­neh­mens­kul­tur zum dif­fe­ren­zie­ren­den Faktor.

Chris­tian Trübenbach*

Zu einer attrak­ti­ven Unter­neh­mens­kul­tur gehört der Umgang mit­ein­an­der, die Bezie­hung zwi­schen Mit­ar­bei­tern und Vor­ge­setz­ten sowie unter den Kol­le­gen. In einem Great Work­place erle­ben Men­schen ver­trau­ens­volle und för­dernde Arbeits­be­din­gun­gen. Was Arbeit­neh­mern in Bezug auf ein posi­ti­ves rbeits­er­leb­nis gerade in der Gesund­heits­bran­che beson­ders wich­tig ist, hat Great Place to Work® im Rah­men der Bench­mark­stu­die „Beste Arbeit­ge­ber Gesund­heit und Sozia­les 2019“ mit mehr als 140 Gesund­heits­be­trie­ben in Deutsch­land herausgefunden. 

Für Mit­ar­bei­ter sind fol­gende Fak­to­ren für die Gesamt­zu­frie­den­heit beson­ders wichtig:

  • Inter­esse an der Per­son nicht nur als Arbeitskraft
  • opti­ma­ler Ein­satz der eige­nen Fähigkeiten
  • ehrliche/​ethische Geschäftspraktiken
  • psy­chi­sche Gesundheit
  • voll­wer­ti­ges Mit­glied – unab­hän­gig von der Position
  • kom­pe­tente Führungskräfte 

Diese Fak­to­ren spie­geln sich zum einen in den all­ge­mei­nen Arbeits­be­din­gun­gen wie den Aus­wir­kun­gen von aus­ufern­den Arbeits­zei­ten und zuneh­men­der Ver­ant­wor­tungs­über­nahme wider; zum ande­ren geht es hier deut­lich um das Bezie­hungs­ma­nage­ment Vor­ge­setz­ter zum Mit­ar­bei­ter. Ins­be­son­dere das Ver­trau­ens­ver­hält­nis wird hier als beson­de­rer Mehr­wert gese­hen, damit nicht, wie eine aktu­elle Stu­die** ergab, fast jeder zweite wegen sei­nem Chef kün­digt. In Öster­reich haben dies 43 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter schon ein­mal gemacht. 

Posi­ti­ver Führungsstil

Auch die Füh­rungs­kul­tur macht dem­nach einen bedeu­ten­den Unter­schied. Wie Füh­rungs­kräfte bei­spiels­weise Unter­neh­mens­werte vor­le­ben, wirkt sich auf die Mit­ar­bei­ten­den aus. Der Füh­rungs­stil ist ent­schei­dend und rah­men­ge­bend. So ist ein posi­ti­ver Füh­rungs­stil auf die Stär­ken der Mit­ar­bei­ten­den kon­zen­triert, indem er diese för­dert und for­dert und ihnen volle Poten­ti­a­l­ent­fal­tung ermög­licht. Alle Mit­ar­bei­ter sol­len ihr gan­zes Selbst, ihre Krea­ti­vi­tät, ihren Mut und Unter­neh­mer­geist mit ein­brin­gen kön­nen und dür­fen. Füh­rungs­kräfte müs­sen dabei aber auch vom Arbeit­ge­ber unter­stützt wer­den, denn einige von ihnen waren vor­her Kol­le­gen und müs­sen jetzt Füh­rungs­ver­ant­wor­tung übernehmen. 


FAZIT

Eine ver­trau­ens­ba­sierte Unter­neh­mens­kul­tur ist die Basis für gute Arbeits­platz­be­din­gun­gen und ein wert­schät­zen­des Arbeitsumfeld. 


FACTBOX

Was Unter­neh­men aus der Gesund­heits­bran­che mit einer ver­trau­ens­vol­len Arbeits­platz­kul­tur bes­ser machen: 

+ 42 Pro­zent mehr Zustim­mung bei Ermu­ti­gung zur Life-Balance 

+ 38 Pro­zent mehr Zustim­mung bei Aner­ken­nung für gute Arbeitsleistungen 

+ 37 Pro­zent mehr Zustim­mung bei Inter­esse an der Per­son, nicht nur als Arbeitskraft 

+ 35 Pro­zent mehr Zustim­mung bei Ein­be­zie­hung der Mit­ar­bei­ter in Entscheidungen 

Quelle: Bench­mark­stu­die „Beste Arbeit­ge­ber Gesund­heit und Sozia­les 2019“



*Chris­tian Trü­ben­bach ist Senior Con­sul­tant bei „Great Place to Work®

**Ergeb­nisse „Umfrage: Öster­rei­cher mit ihren Chefs unzu­frie­den“ Step­Stone Öster­reich, Herbst 2019

Eine Koope­ra­tion der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­zei­tung mit Great Place To Work®

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 5 /​10.03.2020