Kurz und infor­ma­tiv: Poli­ti­sche Kurzmeldungen

25.11.2020 | Politik

Influ­enza: Kin­der jetzt impfen

Wegen der COVID-19-Pan­de­mie wurde die Influ­en­za­Imp­fung für Kin­der vom voll­ende­ten sechs­ten Lebens­mo­nat bis zum voll­ende­ten 15. Lebens­jahr in der Sai­son 2020/​2021 erst­mals in das kos­ten­freie Kin­der­impf­pro­gramm auf­ge­nom­men. Die­ser nasale Influ­enza-Impf­stoff – 300.000 Dosen – steht mit Novem­ber zur Ver­fü­gung; ebenso auch 50.000 Dosen Vaxi­grip Tetra®. Beim nasa­len Impf­stoff han­delt es sich um eine Lebend­imp­fung, die nur im kos­ten­freien Kin­der­impf­pro­gramm ver­füg­bar ist. Sie ist bei Erstim­mu­ni­sie­rung ab dem voll­ende­ten 24. Lebens­mo­nat wegen des bes­se­ren immu­no­lo­gi­schen Pri­mings bevor­zugt emp­foh­len. Mit Ende Oktober/​Mitte Novem­ber hat der opti­male Impf­zeit­punkt begonnen. 

ÖGK: Minus von 194 Mil­lio­nen Euro

Eine aktua­li­sierte Geba­rungs­vor­schau zeigt, dass der Bilanz­ver­lust der Öster­rei­chi­schen Gesund­heits­kasse (ÖGK) mit 194 Mil­lio­nen gerin­ger aus­fal­len wird als pro­gnos­ti­ziert. Noch im August die­ses Jah­res hat die ÖGK mit einem Defi­zit von 447 Mil­lio­nen Euro gerech­net. Die neu­es­ten Daten beru­hen auf einer aktua­li­sier­ten Wirt­schafts­pro­gnose und bele­gen, dass vor allem die Som­mer­mo­nate mehr Bei­trags­ein­nah­men brach­ten als ursprüng­lich ange­nom­men. Außer­dem wur­den die Fol­gen des Lock­downs durch die Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung und die Ver­län­ge­rung der Kurz­ar­beit abge­schwächt. Die Sofort­hilfe des Bun­des in der Höhe von 60 Mil­lio­nen Euro wurde in die Berech­nung ein­kal­ku­liert. Vor der Corona-Krise lag die Pro­gnose für das erwar­tete Defi­zit bei 175 Mil­lio­nen Euro.

1,7 Mil­lio­nen

unbe­kannte Viren-Arten gibt es laut Exper­ten des Welt-Bio­di­ver­si­täts­rats, die eine Gefahr für erneute Pan­de­mien dar­stel­len. Rund die Hälfte die­ser Viren, die in Wild­tie­ren leben, kann auf Haus­tiere oder den Men­schen über­sprin­gen. Dabei stel­len Natur­zer­stö­rung, Arten­ster­ben und Wild­tier­han­del Nähr­bö­den für pan­de­mi­sche Gesche­hen dar. APA

Nor­we­gen: Kli­ma­klage liegt bei Obers­tem Gerichtshof 

Ob der nor­we­gi­sche Staat mit der Zulas­sung neuer Ölboh­run­gen in der Ark­tis gegen Para­graph 112 – wonach der Bevöl­ke­rung eine gesunde Umwelt zusteht – sei­ner Ver­fas­sung ver­sto­ßen hat, muss nun der Oberste Gerichts­hof klä­ren. „Die Öff­nung der Ark­tis für Ölboh­run­gen in Zei­ten des Klima-Not­falls ist inak­zep­ta­bel, und die nor­we­gi­sche Regie­rung muss zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den“, so Frode Pleym von Green­peace. Nach­dem Green­peace und wei­tere Umwelt­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen in zwei Vor­in­stan­zen geschei­tert sind, muss sich nun das Oberste Gericht mit der Klage befas­sen. Ein Urteil soll im Dezem­ber 2020 oder Jän­ner 2021 fal­len. 2016 hatte Nor­we­gen erst­mals seit 20 Jah­ren neue Ölboh­run­gen in der ark­ti­schen Barents­see gestattet.

Süd­stei­er­mark: fal­scher Arzt prak­ti­zierte jahrelang 

Eine Sach­ver­halts­dar­stel­lung der Ärz­te­kam­mer und meh­rere Anzei­gen führ­ten zur Ent­lar­vung eines 59-jäh­ri­gen Stei­rers, der seit 2014 ohne Berech­ti­gung und ärzt­li­che Aus­bil­dung in sei­nem Wohn­haus im Bezirk Leib­nitz eine ärzt­li­che Pra­xis betrieb. Bei einer Haus­durch­su­chung wur­den unter ande­rem gefälschte Pro­mo­ti­ons­ur­kun­den, Medi­ka­mente und Daten­trä­ger sicher­ge­stellt. Die Staats­an­walt­schaft ermit­telt nun wegen Kur­pfu­sche­rei, schwe­ren gewerbs­mä­ßi­gen Betrugs und Urkun­den­fäl­schung. APA

Masern: welt­weit 50 Pro­zent mehr Tote

Die Zahl der gemel­de­ten Masern­fälle ist im Jahr 2019 auf 869.770 gestie­gen; 207.500 Men­schen star­ben daran, mel­den die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion (WHO) und das Cen­ter for Dise­ase Con­trol and Pre­ven­tion (CDC). Damit haben sich von 2016 bis 2019 die Fall­zah­len ver­dop­pelt; der­art hohe Zah­len wur­den seit 23 Jah­ren nicht mehr regis­triert. Laut UNICEF muss die Durch­imp­fungs­rate mit den erfor­der­li­chen Vak­zi­nen MCV1und MCV2 95 Pro­zent errei­chen und auf natio­na­ler und sub­na­tio­na­ler Ebene auf­recht­erhal­ten wer­den. Für MCV1 sta­gniert sie welt­weit seit mehr als zehn Jah­ren zwi­schen 84 und 85 Pro­zent; die Abde­ckung von MCV2 nimmt ste­tig zu, liegt aber erst bei 71 Pro­zent. Im Novem­ber 2020 waren mehr als 94 Mil­lio­nen Men­schen in 26 Län­dern dem Risiko aus­ge­setzt, wegen unter­bro­che­ner Impf­kam­pa­gnen auf­grund der Corona-Krise Masern­imp­fun­gen zu ver­säu­men. Viele die­ser Län­der sind von anhal­ten­den Aus­brü­chen betrof­fen. APA

USA: Ore­gon ent­kri­mi­na­li­siert Drogenbesitz

Die Mehr­heit der Bür­ger des US-West­küs­ten­staa­tes Ore­gon hat bei einer Volks­ab­stim­mung für die Geset­zes­än­de­rung, die den Besitz einer gewis­sen Menge har­ter Dro­gen wie Kokain und Heroin für die Deckung des Eigen­be­darfs ent­kri­mi­na­li­siert, gestimmt. Der Besitz ist in Zukunft keine Straf­tat mehr, son­dern ein zivil­recht­li­ches Ver­ge­hen. Ange­klagte müs­sen somit ledig­lich ein Buß­geld zah­len. Soll­ten sich Betrof­fene einer Sucht­be­ra­tung unter­zie­hen, kön­nen Geld­stra­fen sogar ent­fal­len. Die „Drug Policy Alli­ance“ unter­stützte die Kam­pa­gne und hofft, dass Dro­gen­ab­hän­gige so eher eine The­ra­pie in Anspruch neh­men. In New Jer­sey und Ari­zona steht indes­sen die Lega­li­sie­rung von Mari­huana als Frei­zeit­droge unmit­tel­bar bevor. APA

Radio­ak­ti­ver Abfall: EU mahnt Österreich 

Die Euro­päi­sche Kom­mis­sion hat kürz­lich ein Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren gegen Öster­reich bezüg­lich der Ent­sor­gung radio­ak­ti­ver Abfälle eröff­net. Der Grund: Es gibt kein natio­na­les Pro­gramm für die Besei­ti­gung von Atom­müll, das den Anfor­de­run­gen einer ent­spre­chen­den EU-Richt­li­nie gerecht wird. Die­ses umfasst auch das radio­ak­tive Mate­rial, das in der Medi­zin, in der For­schung, in der Indus­trie und für land­wirt­schaft­li­che Zwe­cke ver­wen­det wird. Ebenso wie Ita­lien und Brüs­sel hätte auch Öster­reich bis August 2015 der EU-Kom­mis­sion ein sol­ches Pro­gramm vor­le­gen müs­sen. Nun blei­ben zwei Monate, um auf die Mah­nung zu reagie­ren. APA


In eige­ner Sache

Burg­hilde Hun­ger verstorben

Exakt 33 Jahre lang hat sie die Geschi­cke der Anzei­gen­ab­tei­lung der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­zei­tung gelenkt; vor kur­zem ist Burg­hilde Hun­ger im 77. Lebens­jahr verstorben.

Burg­hilde Hun­ger begann ihre Tätig­keit in der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer 1967 – zu einer Zeit, als von Com­pu­tern und Digi­ta­li­sie­rung noch lange keine Rede war. Sie war damals nicht nur für die Anzei­gen­ak­qui­si­tion und die Abon­ne­ments der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­zei­tung zustän­dig, son­dern auch für deren Pro­duk­tion. Diese wickelte sie – mit den Tücken des Blei­sat­zes und des Kle­be­um­bruchs ver­traut – in enger Abstim­mung mit der dama­li­gen Chef­re­dak­teu­rin Dr. Monika Ban­nert ab. Oft haben die bei­den bis spät in die Nacht kol­la­tio­niert; und es gab auch Zei­ten, in denen Burg­hilde Hun­ger diese Arbeit noch abends zu Hause fer­tig stellte.

Ein gewal­ti­ger Umstieg bedeu­tete für sie der Ein­zug der Com­pu­ter in die Arbeits­welt und somit auch in die Arbeits­ab­läufe der ÖÄZ. Doch mit ihrer ruhi­gen, freund­li­chen und herz­li­chen Art meis­terte sie auch diese Ver­än­de­rung und war auch in die­ser Zeit der Ruhe­pol in einem oft von Hek­tik gepräg­ten All­tag in der Zeitungsproduktion.

Nach ihrer Pen­sio­nie­rung im Jahr 2000 wid­mete sie sich ver­mehrt der Johann Wil­helm Rit­ter von Mana­get­ta­Stif­tung, die junge Talente bei ihrer wis­sen­schaft­li­chen Kar­riere för­dert. Burg­hilde Hun­ger fun­gierte als eine der letz­ten direk­ten Nach­fah­ren des Stif­ters, der u.a. Leib­arzt von Fer­di­nand II. war, als deren Kuratorin. 

Völ­lig uner­war­tet ver­starb Burgsi – wie sie von allen genannt wurde – am 20. Oktober. 

Unser Mit­ge­fühl gilt ihrem Mann und allen Verwandten.

AM

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 22 /​25.11.2020