Ser­vice Regis­trier­kas­sen: Ver­mehrte Prüfungen

15.12.2019 | Service

Seit zwei Jah­ren ist die Regis­trier­kas­sen­si­cher­heits­ver­ord­nung (RKSV) in Kraft.
Da das Finanz­amt 2020 ver­stärkte Prü­fun­gen plant, emp­fiehlt die ÖÄK, sich auf
ange­kün­digte Prü­fun­gen vor­zu­be­rei­ten.
Mar­kus Metzl*

Die Regis­trier­kas­sen­si­cher­heits­ver­ord­nung (RKSV) ist nun seit zwei Jah­ren in Kraft und soll durch eine tech­ni­sche Sicherheitsein­richtung gegen Mani­pu­la­tio­nen schüt­zen. Von Sei­ten des Finanz­amtes sind für 2020 ver­stärkte Prü­fungs­maß­nah­men geplant. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den bereits rund 33.000 Außen­prü­fun­gen vor­ge­nom­men. Durch eine Stan­dar­di­sie­rung des Pro­to­kolls wer­den ver­mehrt Feh­ler auf­ge­deckt, die einer­seits auf den Soft­ware­her­stel­ler und ande­rer­seits auf feh­ler­hafte Ein­stel­lun­gen in der Re­gistrierkasse zurück­zu­füh­ren sind. Die ÖÄK emp­fiehlt daher eine gezielte Vor­be­rei­tung, wenn eine sol­che Prü­fung ange­kün­digt wird. Dazu zählt u.a. die Über­prü­fung der Belege und des Datenerfas­sungsprotokolls. In der Pra­xis tre­ten häu­fig fol­gende Feh­ler auf: 

  • nicht gemel­dete Aus­fälle der Signa­tur­ein­heit, wenn der Aus­fall län­ger als 48 Stun­den andauert;
  • feh­ler­hafte oder fal­sche Signatur;
  • nicht signier­ter Null­be­leg (bei Aus­fall der Signaturerstellungseinheit);
  • fal­sche Sum­mie­rung des Umsatzzählers; 
  • Feh­ler in der Chro­no­lo­gie und bei der Angabe der Uhrzeit;
  • unrich­tige Belegverkettung;
  • dop­pelte Nummerierung.

Eine gründ­li­che Vor­be­rei­tung auf eine der nach­fol­gen­den drei Über­prü­fungs­mög­lich­kei­ten ist uner­läss­lich: (1) Kassennach­schau, (2) stan­dar­di­sierte Prü­fung der Auf­zeich­nun­gen oder (3) Auf­zeich­nungs­- und Kassenprüfung.

Zum Prü­fungs­zeit­punkt muss eine mit der Regis­trier­kasse ver­traute Ansprech­per­son vor Ort sein, die einen Null­be­leg erstel­len kann. Zusätz­lich emp­fiehlt sich die Bei­zie­hung des Steu­er­be­ra­ters, da auch steu­er­li­che Fra­gen gestellt wer­den kön­nen. Im Vor­feld soll­ten die Belege regel­mä­ßig mit Hilfe der FinOnline­App über­prüft wor­den sein. Die Über­ein­stim­mung des Umsatz­zäh­lers der Kasse mit dem erklär­ten Umsatz muss eben­falls gege­ben sein, da Abwei­chun­gen ansons­ten dem Prü­fer zu erklä­ren sind. Von Sei­ten des Kas­sen­her­stel­lers sollte die Beschei­ni­gung der Ordnungsmäßig­keit der Soft­ware durch eine E131­Erklärung auf­lie­gen. Die durch­schnittliche Prü­fungs­zeit beträgt rund zwei Stun­den. Deckt der Prü­fer Män­gel auf, droht die Ver­hän­gung eines Sicher­heits­zu­schlags bezie­hungs­weise einer Schät­zung gemäß § 184 BAO.

Am Ende des Kalen­der­jah­res muss ein Jah­res­be­leg erstellt wer­den. Die­ser ist bis zum 15. Februar des Fol­ge­jahrs zu über­prü­fen. Dafür sind der Authentifizierungs­Code und ein mit dem Inter­net ver­bun­de­nes Smart­phone notwendig.

*) Prof. Dr. Mar­kus Metzl, MSc
ist Bereichs­lei­ter für Finan­zen und Steu­ern in der ÖÄK

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 23–24 /​15.12.2019