Poli­ti­sche Kurz­mel­dun­gen: Kurz und informativ

10.05.2019 | Poli­tik


Euro­päi­scher „Füh­rer­schein“ für Künst­li­che Intelligenz

Die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Graz hat in Zusam­men­ar­beit mit Part­ner­in­sti­tu­tio­nen in Öster­reich und der unga­ri­schen Sze­che­nyi Ist­­van-Uni­­ver­­­si­­tät Györ ein Aus­­­bil­­dungs- und Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­tem ent­wi­ckelt für Robo­tik und Künst­li­che Intel­li­genz (Euro­pean Dri­ving Licence for Robots and Intel­li­gent­Sys­tems) ent­wi­ckelt. Inhalt­lich reicht das Pro­gramm von Grund­la­gen der Künst­li­chen Intel­li­genz und Infor­ma­tik über mathe­ma­ti­sche Ele­mente bis hin zu pra­xis­be­zo­ge­nen Pro­blem­lö­sun­gen. Seit Anfang März die­ses Jah­res wer­den bereits mehr als 60 Leh­rer an der Päd­ago­gi­schen Hoch­schule Bur­gen­land und an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Graz aus­ge­bil­det. APA

Japan: wach­sen­der Markt für Künst­li­che Intelligenz

Japan plant, künf­tig ver­mehrt Pfle­gero­bo­ter und Künst­li­che Intel­li­genz im medi­zi­ni­schen Sek­tor ein­zu­set­zen. Durch die rasant alternde Gesell­schaft und den damit ver­bun­de­nen Arbeits­kräf­te­man­gel in der Pflege wer­den bis zum Jahr 2025 Schät­zun­gen zufolge 370.000 Pfle­ge­fach­kräfte feh­len. Obwohl Japan welt­weit der größte Her­stel­ler von Indus­trie­ro­bo­tern ist, wer­den im Pfle­ge­be­reich bis­her nur ein­fa­che Robo­ter ein­ge­setzt, die unter­stüt­zende Auf­ga­ben über­neh­men. Daher brau­che es mehr Inves­ti­tio­nen in Tech­no­lo­gien wie Künst­li­che Intel­li­genz und Robo­tik, so die japa­ni­sche Regie­rung. APA

Vir­tu­elle Unter­stüt­zung ver­min­dert Stress

In einer aku­ten Stress­si­tua­tion wirkt vir­tu­elle Unter­stüt­zung über einen „mensch­li­chen“ Ava­tar glei­cher­ma­ßen Stress-redu­­zie­­rend wie direkte mensch­li­che Inter­ak­tion. Das hat eine Stu­die von Anna Feln­ho­fer und Oswald Koth­gas­s­ner von der Med­Uni Wien erge­ben. 56 Stu­di­en­teil­neh­mer wur­den einer Stress­si­tua­tion aus­ge­setzt, in der sie unter Zeit­druck eine Reihe von anspruchs­vol­len Auf­ga­ben vor einer mehr­köp­fi­gen Jury lösen muss­ten. Zuvor beka­men sie Zuspruch in unter­schied­li­cher Form, eine Kon­troll­gruppe erhielt keine Unter­stüt­zung. Die psy­chi­sche Belas­tung wurde mit dem Anstieg der Herz­rate gemes­sen. Im Gegen­satz zur kom­plett feh­len­den oder rein com­pu­ter­ba­sier­ten Unter­stüt­zung war der direkte Zuspruch durch eine Per­son oder vir­tu­ell über einen „mensch­li­chen“ Ava­tar mit einer gerin­ge­ren Stress­re­ak­tion ver­bun­den. Die direkte oder vir­tu­ell ver­mit­telte Unter­stüt­zung war auch mit einer grö­ße­ren Hilfs­be­reit­schaft im anschlie­ßen­den Ver­hal­tens­ex­pe­ri­ment asso­zi­iert. APA/​Journal of Beha­vior The­rapy and Expe­ri­men­tal Psychiatry

Kaum Vor­teile durch Robo­­ter-assis­­tierte OPs

Robo­ter­as­sis­tierte Ope­ra­tio­nen bei Kar­zi­no­men oder Kar­zi­nom­vor­stu­fen bei Pro­stata und Ute­rus bie­ten keine nen­nens­wer­ten Vor­teile gegen­über kon­ven­tio­nel­len Ver­fah­ren – das hat das Swiss Medi­cal Board (SMB) bei der Revi­sion der vor­han­de­nen Fach­li­te­ra­tur her­aus­ge­fun­den. Die Exper­ten ver­gli­chen jeweils den Robo­­ter-assis­­tier­­ten Ein­griff mit der offe­nen Ope­ra­tion zur Pro­sta­ta­ent­fer­nung sowie mit einer laparo­sko­pi­schen Ent­fer­nung. Fazit: Im Hin­blick auf erwünschte Wir­kun­gen und Neben­wir­kun­gen bie­tet der robo­ter­as­sis­tierte Ein­satz kaum bis mäßige Vor­teile. Aller­dings ist der Robo­ter­ein­satz je nach Ope­ra­tion um etwa 4.300 bis 5.500 Fran­ken teu­rer als der kon­ven­tio­nelle chir­ur­gi­sche Ein­griff. Nach Ansicht der Exper­ten spricht das Kos­­ten-Nut­­zen-Ver­­häl­t­­nis daher ein­deu­tig für die kon­ven­tio­nelle Ope­ra­ti­ons­me­thode. APA

TBC: Video-Moni­­to­­ring för­dert Adherence

Wis­sen­schaf­ter des Uni­ver­sity Col­lege Lon­don konn­ten zei­gen, dass eine „Videobe­ob­ach­tete The­ra­pie“ (VOT) die The­ra­­pie-Adhe­­rence von Tuber­­ku­­lose-Pati­en­­ten deut­lich stei­gert. Zwei Jahre lang teilte das Team um Alis­tair Story über 200 Tuber­­ku­­lose-Pati­en­­ten will­kür­lich einer „VOT-Gruppe“ zu oder einer, bei der die Medi­ka­men­ten­ein­nahme – gemäß dem bis­he­ri­gen Stan­dard – vor einer befug­ten Per­son erfolgte. Die Pati­en­ten unter Videobe­ob­ach­te­ter The­ra­pie muss­ten mit einer Handy-App die Ein­nahme fil­men und die Auf­nahme an die Lon­do­ner Gesund­heits­dienste schi­cken. Ergeb­nis: 70 Pro­zent der Video-Nut­­zer nah­men in den ers­ten bei­den Mona­ten zumin­dest 80 Pro­zent ihrer Arz­nei­mit­tel ein; bei den „direkt beob­ach­te­ten“ Pati­en­ten waren es nur 31 Pro­zent. Fazit der For­scher: Die Videobe­ob­ach­tete The­ra­pie wird von den Pati­en­ten bes­ser ange­nom­men, ist effek­ti­ver und kos­ten­güns­ti­ger. APA/​The Lancet

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 9 /​10.05.2019