Steuer: Der neue Familienbonus

10.10.2018 | Service


Ab 1.1.2019 wird ein Fami­li­en­ab­setz­be­trag – der „Fami­li­en­bo­nus Plus“ – bis zur Voll­endung des 18. Lebens­jah­res des Kin­des ein­ge­führt.
Her­bert Emberger*

Unter dem Titel „Fami­li­en­bo­nus Plus“ wird ab 1.1.2019 ein Fami­li­en­ab­setz­be­trag bis zur Voll­endung des 18. Lebens­jah­res des Kin­des in der Höhe von maximal Euro 1.500,– pro Kind und Jahr ein­ge­führt. Dabei han­delt es sich um einen Absetz­be­trag, der direkt die jähr­li­che Steu­er­last min­dert. Das bedeu­tet, dass bei einer Steu­er­last bis zu Euro 1.500,– pro Jahr bei einem Kind die Steuer auf null sinkt. Bei voll­jäh­ri­gen Kin­dern, für die noch Fami­li­en­bei­hilfe bezo­gen wird, wird der Anspruch auf den „Fami­li­en­bo­nus Plus“ in der Höhe von Euro 500,– pro Kind und pro Jahr festgesetzt. 

Ein Kin­der­mehr­be­trag von bis zu Euro 250,– pro Kind und Jahr wird für gering­ver­die­nende Allein­ver­die­ner und jene Allein­er­zie­her ein­ge­führt, die keine Steu­ern oder sol­che unter Euro 250,– bezah­len. Anspruchs­vor­aus­set­zung für den „Fami­li­en­bo­nus Plus“ ist, dass für das Kind noch Fami­li­en­bei­hilfe nach dem Fami­li­en­las­ten­aus­gleichs­ge­setz gewährt wird. Antrags­be­rech­tigt sind: der Fami­li­en­bei­hil­fen­be­rech­tigte, des­sen Ehe­part­ner, der Unter­halts­ver­pflich­tete, der für das Kind den gesetz­li­chen Unter­halt leis­tet, dem ein Unter­halts­ab­setz­be­trag zusteht. 

Der Fami­li­en­bo­nus kann bei Fami­lien ent­we­der geteilt wer­den oder einer der bei­den Ehe­part­ner kann den Antrag stel­len. Der Fami­li­en­bo­nus ist als ers­ter Absetz­be­trag abzu­zie­hen; er kann alleine nicht zu einer nega­ti­ven Steuer füh­ren. Dies kann aller­dings durch andere Absetz­be­träge wie etwa dem Ver­kehrs­ab­setz­be­trag in Ver­bin­dung mit dem Fami­li­en­bo­nus der Fall sein. Für Kin­der, die in Dritt­län­dern leben, steht kein Fami­li­en­bo­nus zu. Bei Kin­dern im Bereich der EU-Staa­ten und der Schweiz soll es zu einer Inde­xie­rung anhand der tat­säch­li­chen Lebens­hal­tungs­kos­ten des Kin­des auch beim Fami­li­en­bo­nus kom­men. Damit die Wir­kun­gen rasch ein­tre­ten, soll der Fami­li­en­bo­nus bereits im Rah­men der Lohn­ver­rech­nung durch den Arbeit­ge­ber berück­sich­tigt wer­den kön­nen und zwar auf Basis einer Erklä­rung des Arbeitnehmers. 

Im Gegen­zug zur Schaf­fung des „Fami­li­en­bo­nus Plus“ sol­len der Kin­der­frei­be­trag und die Absetz­bar­keit der Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung ab 2019 ent­fal­len. Diese Kin­der­be­treu­ungs­kos­ten waren bis zum zehn­ten Lebens­jahr abzugs­fä­hig und haben ent­spre­chende Nach­weise für die Betreu­ungs­per­so­nen vorausgesetzt. 

Der Höchst­be­trag für die Absetz­bar­keit lag bei Euro 2.300,– pro Jahr. Der Fami­li­en­bo­nus betrifft der­zeit rund 950.000 Fami­lien und 1,6 Mil­lio­nen Kin­der pro Jahr; die Kos­ten betra­gen rund Euro 1,5 Milliarden. 

*) HR Dr. Her­bert Ember­ger ist Steu­er­kon­su­lent der ÖÄK