kurz & infor­ma­tiv: Poli­ti­sche Kurzmeldungen

25.02.2018 | Politik


Nige­ria: Lassa-Fie­ber brei­tet sich aus

In Nige­ria brei­tet sich das Lassa-Fie­ber aus: Inner­halb von fünf Wochen gab es rund 450 Ver­dachts­fälle und 43 Todes­fälle vor allem im Süden des Lan­des. Die WHO ist wegen der „unge­wöhn­lich hohen Fall­zahl für diese Jah­res­zeit“ besorgt und will die nige­ria­ni­schen Behör­den ver­stärkt unter­stüt­zen, um eine wei­tere Aus­brei­tung zu ver­hin­dern. Ein­zelne Fälle von Lassa-Fie­ber sind in West­afrika nicht unge­wöhn­lich: Auch Benin, Libe­ria und Sierra Leone haben kürz­lich Fälle gemel­det. Lassa zählt wie Ebola und Den­gue-Fie­ber zu den hämor­rha­gi­schen Fiebern.

ÖÄK auf BeSt3 2018

Die Öster­rei­chi­sche Ärz­te­kam­mer wird auf der heu­ri­gen „BeSt3“ – Messe für Beruf, Stu­dium und Wei­ter­bil­dung – ver­tre­ten sein, die von 1. bis 4. März 2018 in der Wie­ner Stadt­halle statt­fin­det. Ver­tre­ter der Ärz­te­kam­mer wer­den Inter­es­sierte auf die­sem Weg über alle The­men rund um den Arzt­be­ruf, die Aus­bil­dung sowie die Berufs­aus­sich­ten von ange­hen­den Ärz­ten informieren. 

„Gaming Dis­or­der“ wird psy­chi­sche Krankheit 

Die WHO nimmt die Sucht nach Com­pu­ter- und Video­spie­len in den Kata­log für psy­chi­sche Krank­hei­ten auf, der im Juni 2018 neu auf­ge­legt wird. Das bestä­tigte der WHO-Gene­ral­di­rek­tor Tedros Adha­nom Ghe­breye­sus. Wird die Dia­gnose „Gaming Dis­or­der“ gestellt, han­delt es sich um eine Sucht, die das Leben der Betrof­fe­nen nach­hal­tig ver­än­dert und auch kör­per­li­che Funk­tio­nen beein­träch­tigt. Als nächs­ter Schritt ist die Ent­wick­lung von WHO-Richt­li­nien für Behand­lungs­mög­lich­kei­ten geplant. 


ÖÄK: War­te­zei­ten durch zu wenig Kassenstellen 

Lange War­te­zei­ten in den Ordi­na­tio­nen, wie sie etwa in Grip­pe­zei­ten vor­kom­men, darf man nicht „den Ärz­ten in die Schuhe schie­ben“, kon­terte Johan­nes Stein­hart, Obmann der Bun­des­ku­rie nie­der­ge­las­sene Ärzte in der ÖÄK zu kürz­lich erschie­nen gegen­tei­lig lau­ten­den Zei­tungs­be­rich­ten. Statt­des­sen müss­ten immer weni­ger Kas­sen­ärzte immer mehr Pati­en­ten ver­sor­gen. „Wir wei­sen seit Jah­ren auf einen dro­hen­den Ärz­te­man­gel hin. Das wurde von der bis­he­ri­gen Poli­tik weit­ge­hend igno­riert“, betonte Stein­hart. Ins­ge­samt feh­len über alle Fächer ver­teilt 1.300 Kas­sen­arzt­pra­xen – gerech­net vom Stand des Jah­res 2000 und abge­se­hen von der kom­men­den Pen­sio­nie­rungs­welle. „Wenn nicht bald etwas pas­siert, haben wir ein rich­tig gro­ßes Pro­blem“, so der Bundeskurienobmann. 

Gesund­heits­aus­ga­ben leicht gestiegen 

Die lau­fen­den Gesund­heits­aus­ga­ben ein­schließ­lich der Aus­ga­ben für Lang­zeit­pflege sind in Öster­reich im Jahr 2016 leicht auf 10,4 Pro­zent (2015: 10,3 Pro­zent) des BIP gestie­gen. Laut Anga­ben der Sta­tis­tik Aus­tria betru­gen die Aus­ga­ben für Gesund­heits­leis­tun­gen und Gesund­heits­gü­ter 36,88 Mil­li­ar­den Euro; nomi­nell (zu lau­fen­den Prei­sen) lag die Stei­ge­rung bei 1,25 Mil­li­ar­den Euro. 5,4 Mil­li­ar­den Euro (14,6 Pro­zent) wur­den für Lang­zeit­pflege aus­ge­ge­ben. Bund, Län­der, Gemein­den sowie die Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger kamen 2016 für 74,1 Pro­zent (27,33 Mil­li­ar­den Euro) der lau­fen­den Gesund­heits­aus­ga­ben auf. Die rest­li­chen Aus­ga­ben wur­den durch pri­vate Haus­halte, frei­wil­lige Kran­ken­ver­si­che­run­gen etc. getra­gen. Für sta­tio­näre Leis­tun­gen (inklu­sive tages­kli­ni­scher Fälle) wur­den 2016 öffent­li­che und pri­vate Mit­tel in Höhe von 15,3 Mil­li­ar­den Euro (41,5 Pro­zent aller lau­fen­den Gesund­heits­aus­ga­ben) aus­ge­ge­ben; 9,26 Mil­li­ar­den Euro (rund 25 Pro­zent) für ambu­lante Leis­tun­gen. Wei­tere 16,9 Pro­zent ent­fie­len auf phar­ma­zeu­ti­sche Erzeug­nisse und medi­zi­ni­sche Güter. Im OECD-Ver­gleich liegt Öster­reich damit auf dem zehn­ten Platz, fast gleich­auf mit Bel­gien und Däne­mark und im obe­ren Mit­tel­feld der 35 OECD-Mit­glied­staa­ten. An ers­ter Stelle lie­gen die USA mit lau­fen­den Gesund­heits­aus­ga­ben von 17,2 Pro­zent des BIP, gefolgt von der Schweiz mit 12,4 Pro­zent. Öster­reich liegt damit hin­ter der Schweiz und Deutsch­land. Der OECD-Durch­schnitt beträgt neun Pro­zent des BIP. 

Wien: Rech­nungs­hof – Kri­tik an Kran­ken­haus Nord 

Im Roh­be­richt zum Kran­ken­haus Nord kri­ti­siert der Rech­nungs­hof unter ande­rem die feh­lende Bau­her­ren­rolle des Wie­ner Kran­ken­an­stal­ten­ver­bunds (KAV) und Fehl­ent­schei­dun­gen, die Kon­flikte und Stö­run­gen im Pro­jekt­ab­lauf „wesent­lich begüns­tigt“ hät­ten. Laut dem Bericht habe der KAV als Bau­herr auf­grund feh­len­der Res­sour­cen und zuneh­men­der Aus­la­ge­rung von Leis­tun­gen keine „sta­bile, durch­gän­gige Pro­jekt­orga­ni­sa­tion“ gewähr­leis­ten und durch feh­len­des Know-how „das Pro­jekt Bau­aus­füh­rung nicht inner­halb der Kos­ten- und Ter­min­vor­ga­ben abwi­ckeln“ kön­nen. Kri­ti­siert wird etwa der nicht ein­ge­hal­tene Zeit­plan für die Eröff­nung: Ursprüng­lich für 2016 ange­setzt, soll der Voll­be­trieb erst im Sep­tem­ber 2019 star­ten. Die für die Errich­tung des Kran­ken­hau­ses Nord 2010 geplan­ten Kos­ten von 1,017 Mil­li­ar­den Euro wer­den vor­aus­sicht­lich um bis zu 388 Mil­lio­nen Euro über­schrit­ten werden. 

Keine wei­te­ren Plätze an staat­li­chen Med Unis 

Für Bil­dungs­mi­nis­ter Heinz Faß­mann (ÖVP) ist die Schaf­fung von wei­te­ren Stu­di­en­plät­zen an staat­li­chen Medi­zin-Uni­ver­si­tä­ten zur Über­brü­ckung von befris­te­ten Arzt-Eng­päs­sen „der­zeit nicht vor­ge­se­hen“, wie er in der Beant­wor­tung einer par­la­men­ta­ri­sche Anfrage der NEOS erklärt. Öster­reich liege bei der Zahl der Ärzte und Medi­zin-Absol­ven­ten im Spit­zen­feld der OECD-Staa­ten. Ins­ge­samt gibt es an den Med­U­nis sowie der Uni Linz 1.620 Plätze für Stu­di­en­an­fän­ger. Zusätz­lich hat der Bund im Dezem­ber 2017 um ins­ge­samt neun Mil­lio­nen Euro je 25 Stu­di­en­plätze für 2018 bis 2020 an der Para­cel­sus Medi­zi­ni­schen Pri­vat­uni­ver­si­tät (PMU) in Salz­burg gekauft und die PMU dazu ver­pflich­tet, dass mehr als die Hälfte der Absol­ven­ten nach Aus­bil­dungs­ende am Stand­ort Salz­burg in der Ärz­te­liste ein­ge­tra­gen sind. Faß­mann begrün­det die Ableh­nung der Aus­wei­tung unter ande­rem mit man­geln­den per­so­nel­len Kapa­zi­tä­ten und „pre­kä­rer Bau­sub­stanz“ an den staat­li­chen Unis. 


Influ­enza: Impf­rate zu gering 

In Europa ist die Influ­enza-Impf­rate bei Risi­ko­pa­ti­en­ten nach Ansicht der WHO und dem Euro­päi­schen Zen­trum für die Prä­ven­tion und Kon­trolle von Krank­hei­ten (ECDC) zu nied­rig. Vor allem ältere Per­so­nen seien zu sel­ten gegen Influ­enza geimpft. Ins­ge­samt sei die Impf­rate in den ver­gan­ge­nen sie­ben Jah­ren zurück­ge­gan­gen. Je weni­ger Impf­stoff genutzt werde, desto weni­ger werde pro­du­ziert, was im Falle von Influ­en­za­wel­len gefähr­lich sein könne, warnte WHO-Regio­nal­di­rek­to­rin Zsuz­sanna Jakab. Ziel müsse sein, dass drei von vier älte­ren Men­schen der Risi­ko­gruppe geimpft seien. Der­zeit liege die Rate in den meis­ten Län­dern zwi­schen 30 und 40 Prozent. 

Gut hören – dazu gehö­ren

Laut WHO zäh­len in den Indus­trie­län­dern Hör­stö­run­gen zu den häu­figs­ten Erkran­kun­gen, die die Lebens­qua­li­tät am meis­ten beein­träch­ti­gen. Dem­nach lei­den welt­weit mehr als 360 Mil­lio­nen Men­schen an Hör­ver­lust. Für Öster­reich geht man von bis zu 1,4 Mil­lio­nen behand­lungs­be­dürf­ti­gen Betrof­fe­nen aus.

Nach dem Fokus auf Hör­stö­run­gen bei Kin­dern ste­hen die­ses Mal Hör­stö­run­gen im Mit­tel­ohr im Mit­tel­punkt einer Auf­klä­rungs­of­fen­sive. Ursa­chen für diese Schall­lei­tungs­stö­run­gen sind bei­spiels­weise obtu­rie­rende Cer­um­i­nalpröpfe oder auch eine Gehör­gang­sat­re­sie. Aber auch chro­ni­sche Ent­zün­dun­gen des Mit­tel­ohrs wie das Cho­le­ste­atom, Oto­skle­rose und Tym­pa­no­skle­rose zäh­len dazu. Moderne Ent­wick­lun­gen in Medi­zin und Medi­zin­tech­nik ermög­li­chen die für das rasche Ein­grei­fen erfor­der­li­che Dia­gnos­tik und bie­ten auch Maß­nah­men, dem Hör­ver­lust ent­ge­gen zu wirken.

Unter dem Motto „Gut hören – dazu gehö­ren“ steht in den nächs­ten Wochen eine groß ange­legte Auf­klä­rungs­of­fen­sive. In der „Öster­rei­chi­schen Ärz­te­zei­tung“ wird es dazu einen „State of the Art-Arti­kel inclu­sive DFP-Lite­ra­tur­stu­dium“ geben, ebenso einen The­men­schwer­punkt in „MEDIZIN popu­lär“ sowie einen Exper­ten-Round­ta­ble, über den in der ÖÄZ exklu­siv berich­tet wird.


© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 4 /​25.02.2018