Inves­ti­ti­ons­zu­wachs­prä­mie: Auch für freie Berufe

10.05.2017 | Service

Den Inter­ven­tio­nen der ÖÄK und der ande­ren Ver­tre­ter der freien Berufe war inso­fern Erfolg beschie­den, als die freien Berufe in die Gel­tend­ma­chung einer Inves­ti­ti­ons­zu­wachs­prä­mie ein­be­zo­gen wur­den – dies aller­dings erst mit Wir­kung vom 31.3.2017. Von Her­bert Emberger*

Die ver­spä­tete Ein­be­zie­hung der freien Berufe führt uner­freu­li­cher Weise nach der Aus­kunft der Aus­tria Wirt­schafts­ser­vice GmbH dazu, dass das für Klein- und Kleinst­be­triebe für 2017 vor­ge­se­hene För­de­rungs­vo­lu­men bereits auf­ge­braucht ist; Anträge von frei­be­ruf­lich täti­gen Ärz­ten kön­nen erst wie­der ab Anfang 2018 ein­ge­bracht wer­den, wobei schon jetzt drin­gend zu raten ist, diese Anträge recht­zei­tig vor­zu­be­rei­ten und dann umge­hend Anfang 2018 einzubringen.

Im Fol­gen­den eine Kurz­dar­stel­lung der wich­tigs­ten Punkte der Förderungsrichtlinie:

  • Die Richt­li­nie gilt vom 1.1.2017 bis zum 31.12.2021, wobei die Ein­reich­frist für das För­de­rungs­an­su­chen mit 31.12.2018 bezie­hungs­weise mit der Aus­schöp­fung des zur Ver­fü­gung ste­hen­den Bud­gets (175 Mil­lio­nen Euro Euro) endet.
  • Mit der Inves­ti­ti­ons­zu­wachs­prä­mie soll ein Anreiz für Unter­neh­mens- Inves­ti­tio­nen geschaf­fen wer­den. Daher ist es Vor­aus­set­zung, dass die Inves­ti­ti­ons­kos­ten wesent­lich höher lie­gen als der Wert der durch­schnitt­li­chen Inves­ti­ti­ons­kos­ten des abnutz­ba­ren Anla­ge­ver­mö­gens der letz­ten drei Geschäftsjahre.
  • För­de­rungs­ge­ber ist der Bund, ver­tre­ten durch das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wis­sen­schaft, For­schung und Wirt­schaft, wobei mit der Durch­füh­rung der För­de­run­gen nach der Richt­li­nie die Aus­tria Wirt­schafts­ser­vice GmbH (kurz AWS) und die Öster­rei­chi­sche Hotel- und Tou­ris­mus­bank GmbH (kurz ÖHT) als Abwick­lungs­stel­len betraut sind.
  • För­de­rungs­wer­ber kön­nen phy­si­sche oder juris­ti­sche Per­so­nen also auch jene, die den freien Beru­fen ange­hö­ren, sein.
  • Die Vor­aus­set­zung bei der Beschäf­tig­ten­zahl – bei Kleinst­un­ter­neh­men weni­ger als zehn und bei Klein­un­ter­neh­men weni­ger als 50 Per­so­nen – wird im Bereich der frei­be­ruf­lich täti­gen Ärzte gege­ben sein. Sys­tem­kon­form aus­ge­schlos­sen sind Unter­neh­men, die nicht drei Jah­res­ab­schlüsse über zwölf Monate auf­wei­sen können.
  • Gegen­stand der För­de­rung sind akti­vie­rungs­pflich­tige Neu­in­ves­ti­tio­nen des abnutz­ba­ren Anla­ge­ver­mö­gens, wobei sowohl Fremd- als auch Eigen­fi­nan­zie­rung vor­lie­gen kann.
  • Bei Klein- und Kleinst­un­ter­neh­men müs­sen die Inves­ti­ti­ons­kos­ten min­des­tens um 50.000 Euro höher lie­gen als der Wert der durch­schnitt­li­chen neu akti­vier­ten Anschaf­fungsund Her­stel­lungs­kos­ten des abnutz­ba­ren Anla­ge­ver­mö­gens der letz­ten drei Geschäfts­jahre. Die Bestä­ti­gung der Höhe und Rich­tig­keit der durch­schnitt­li­chen akti­vier­ten Kos­ten in die­sen drei Geschäfts­jah­ren durch einen Steu­er­be­ra­ter ist grund­sätz­lich ausreichend.
  • För­de­rungs­an­su­chen müs­sen spä­tes­tens bis 31. Dezem­ber 2018 ein­ge­bracht wer­den; außer­dem müs­sen die Inves­ti­tio­nen inner­halb von zwei Jah­ren durch­ge­führt und bezahlt werden.
  • Nicht geför­dert sind unter ande­rem Kos­ten für Grund­stü­cke, Finanz­an­la­gen, lau­fende Betriebs­kos­ten, Ankauf von Fahr­zeu­gen, Umsatzsteuer.
  • Bei Klein- und Kleinst­un­ter­neh­men wird bei Inves­ti­ti­ons­zu­wäch­sen von min­des­tens 50.000 Euro bis höchs­tens 450.000 Euro eine Prä­mie bis 15 Pro­zent gewährt. Der maxi­male Zuschuss im Ein­zel­fall beträgt somit 67.500 Euro.
  • Die Inves­ti­ti­ons­zu­wachs­prä­mie kann pro Unter­neh­men nur ein­mal pro Kalen­der­jahr bean­tragt werden.
  • Die För­de­rungs­an­su­chen sind zu rich­ten an: Aus­tria Wirt­schafts­ser­vice GmbH, Wal­cher­straße 11A, 1020 Wien, Tel.: 01/​50 175/​0; E‑Mail: 24h-auskunft@aws.at, https://www.aws.at
  • Diese Stel­len prü­fen die Ansu­chen und ent­schei­den dar­über. Der Gesamt­be­trag wird nach Vor­lage, Prü­fung und Fest­stel­lung der sach­li­chen und rech­ne­ri­schen Rich­tig­keit der Unter­la­gen, die spä­tes­tens drei Monate nach Pro­jekt­ab­schluss vor­zu­le­gen sind, ausgezahlt.
  • Schließ­lich fin­den sich in den Richt­li­nien Aus­füh­run­gen zur Ein­stel­lung der För­de­rung bezie­hungs­weise zur Rück­for­de­rung von gewähr­ten Förderungen.

*) HR Dr. Her­bert Ember­ger ist Steu­er­kon­su­lent der ÖÄK

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 9 /​10.05.2017