SVA-Abschluss: Struk­tu­rel­ler Fortschritt

10.02.2016 | Politik

Die Vor­aus­set­zun­gen, die es rund um die Ver­hand­lun­gen für den neuen SVA-Ver­trag gege­ben hat, wünscht sich der Bun­des­ku­ri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte, Johan­nes Stein­hart, für alle Ver­hand­lun­gen. Denn: „Das Ver­hand­lungs­klima war durch­wegs von gegen­sei­ti­gem Respekt getra­gen.“ Was sich auch im Ergeb­nis wider­spiegle: „Die­ses Paket ist uns auch des­we­gen gelun­gen, weil die Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft der SVA sehr groß war – das gilt vor allem für die der­zei­tige Spitze.“ Was pak­tiert wer­den konnte, ist nach Ansicht von Stein­hart ein „ech­ter struk­tu­rel­ler Fort­schritt“, weil man eine Trend­um­kehr geschafft habe: weg von den bis­her übli­chen Ver­hand­lun­gen im Nach­hin­ein hin zu Ver­hand­lun­gen, die künf­tig pro futuro geführt wer­den. Hin­fäl­lig sind damit auch die Ein­mal-Zah­lun­gen, die ja bekannt­lich nicht tarif­wirk­sam waren. Viele struk­tu­relle Ände­run­gen, die man schon seit Jah­ren bei den unter­schied­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen umset­zen wolle, konn­ten erzielt wer­den. Ins­ge­samt macht das Gesamt­pa­ket eine Hono­rar­er­hö­hung um mehr als elf Pro­zent für die nächs­ten drei Jahre aus.

Die Neue­run­gen im Detail:

  • Erhö­hung aller Grund­leis­tun­gen für alle Fächer um 2,6 Prozent
  • Erhö­hung der all­ge­mei­nen und fach­spe­zi­fi­schen Son­der­leis­tun­gen um 2,5 Prozent
  • Auf­wer­tung der Gesprächs­me­di­zin (Anhe­bung aller Limits sowie aller Hono­rare beim ärzt­li­chen Koor­di­nie­rungs­ge­spräch, Heil­mit­tel­be­ra­tungs­ge­spräch und beim psy­cho­so­ma­tisch ori­en­tier­ten Dia­gnose- und Behandlungsgespräch)
  • Innere Medi­zin: Hono­rar­er­hö­hung bei der VU-Colo­sko­pie. Wich­tigste neue Leis­tung ist die Ein­füh­rung des Lang­zeit-EKG ana­log zur VAEB.
  • Augen­heil­kunde: Ein­füh­rung der Hochleistungsperimetrie
  • Der­ma­to­lo­gie: Auf­wer­tung der Auf­licht­mi­kro­sko­pie und eine neue Allergiebehandlung
  • Gynä­ko­lo­gie: zwei neue Gesprächs­po­si­tio­nen: Meno­pau­sen­ge­spräch sowie das frau­en­ärzt­li­che Bera­tungs­ge­spräch mit jun­gen Frauen
  • HNO: Ein­füh­rung eini­ger neuer Leis­tun­gen wie zum Bei­spiel Tym­pa­no­me­trie und oto­akus­ti­sche Emis­sio­nen; Limi­ter­hö­hung der oto­mi­kro­sko­pi­schen Untersuchung
  • Kin­der­heil­kunde: Ein­füh­rung einer Posi­tion für den Ent­wick­lungs­test bei Kin­dern unter sechs Jah­ren; Zuschlag für die Behand­lung von Klein­kin­dern sowie Abrech­nung der Echo­kar­dio­gra­phie für Kinderkardiologen
  • Lun­gen­heil­kunde: Ein­füh­rung der Blut­gas­ana­lyse und Raucherberatung
  • Uro­lo­gie: Strei­chung der Degres­sion bei sono­gra­phi­schen Unter­su­chun­gen; Erhö­hung des Limits bei Uroflowmetrie
  • Psych­ia­trie und Patho­lo­gie: Ein­füh­rung eines eige­nen Katalogs
  • Phy­si­ka­li­sche Medi­zin: Anhe­bung auf den Stand von BVA und VAEB und Ergän­zung um einige Leistungen
  • Radio­lo­gie: Ver­ein­ba­rung eines Organtarifs
  • Auf­sto­ckung des Hono­rar­ka­ta­lo­ges für Patho­lo­gen und Fach­ärzte für Phy­si­ka­li­sche Medizin 

AM

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 3 /​10.02.2016