kurz & infor­ma­tiv: Poli­ti­sche Kurzmeldungen

25.04.2015 | Politik

ÖÄK for­dert Gesundheitsgipfel

Auf einen raschen Aus­bau des nie­der­ge­las­se­nen Bereichs drängt ÖÄK­Prä­si­dent Artur Wech­sel­ber­ger. Durch die Umset­zung der Novelle des KA-AZG wür­den die Kran­ken­häu­ser ihre ambu­lante Ver­sor­gung zurück­fah­ren; das könne von den nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten nicht auf­ge­fan­gen wer­den. „Es ist kurz vor 12“, so Wech­sel­ber­ger. Die Sozi­al­ver­si­che­run­gen und der Haupt­ver­band agier­ten so wie vor 30 Jah­ren ohne zu sehen, dass sich die Bedürf­nisse geän­dert hät­ten – sowohl bei Pati­en­ten als auch bei Ärz­ten. Über die Ein­la­dung des Haupt­ver­bands­vor­sit­zen­den Peter McDo­nald zu einem Gesprächs­ter­min über die Medien habe er, Wech­sel­ber­ger, sich gewun­dert. Denn die Ärz­te­kam­mer hätte sich zuvor mona­te­lang um einen Ter­min mit McDo­nald bemüht, um für einen Moder­ni­sie­rungs­schub im Gesund­heits­we­sen zu wer­ben. Auch der Kuri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte in der ÖÄK, Johan­nes Stein­hart, for­dert einen „kon­struk­ti­ven gesund­heits­po­li­ti­schen Gip­fel mit allen rele­van­ten Ent­schei­dungs­trä­gern“. Die­ser müsse aber part­ner­schaft­lich auf Augen­höhe statt­fin­den; der ÖÄK aber Ver­un­si­che­rungs­po­li­tik vor­zu­wer­fen, sei „eine unge­wöhn­li­che Basis“, kri­ti­siert Stein­hart. Es brau­che einen Gesund­heits­re­form-Poly­log mit allen rele­van­ten Mit­spie­lern des Gesund­heits­sys­tems, um end­lich die Wei­chen neu zu stel­len. „Die Erfah­run­gen der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit haben dra­ma­tisch gezeigt, dass die Ärz­te­schaft in so einem Reform-Poly­log und Erneue­rungs­pro­zess eine zen­trale Rolle spie­len muss.“

Wien: erste Kas­sen­or­di­na­tio­nen für Kin­der- und Jugendpsychiatrie

Erst­mals gibt es in Wien Kas­sen­plan­stel­len für Kin­der- und Jugend­psych­ia­trie; die ers­ten von sechs geplan­ten Kas­sen­or­di­na­tio­nen wur­den kürz­lich eröff­net. Auch die Kos­ten für den Wahl­arzt­be­such kön­nen ab sofort bei der Kran­ken­kasse für eine Rück­erstat­tung ein­ge­reicht wer­den. „Zum ers­ten Mal über­haupt ist es in Wien nun mög­lich, eine kin­der- und jugend­psych­ia­tri­sche Behand­lung im nie­der­ge­las­se­nen Bereich als Kran­ken­kas­sen­leis­tung in Anspruch zu neh­men“, betonte Johan­nes Stein­hart, Obmann der Kurie nie­der­ge­las­sene Ärzte der Wie­ner Ärz­te­kam­mer. Mit den sechs geplan­ten Ordi­na­tio­nen sei der Bedarf aber nicht gedeckt, so Stein­hart: „Bereits jetzt gibt es ganze Lis­ten mit Vor­anmel­dun­gen für Behand­lun­gen.“ Es sei „unbe­dingt not­wen­dig“, das Kas­sen­an­ge­bot in Wien in den nächs­ten Jah­ren wei­ter aufzustocken.

Frank­reich: keine Mager­mo­dels auf Laufstegen

Im Kampf gegen die Mager­sucht sol­len in Frank­reich stark unter­ernährte Frauen nicht mehr als Model arbei­ten dür­fen. Die fran­zö­si­sche Gesund­heits­be­hörde soll einen BMI fest­le­gen, der nicht unter­schrit­ten wer­den darf. Ansons­ten dro­hen Inha­bern von Agen­tu­ren künf­tig sechs Monate Haft und 75.000 Euro Geld­strafe. Bis zu 40.000 Fran­zo­sen sol­len an Mager­sucht lei­den, meist sind es Jugendliche.

Gly­pho­sat: wahr­schein­lich karzinogen

Das welt­weit am häu­figs­ten ein­ge­setzte Her­bi­zid Gly­pho­sat ist laut WHO wahr­schein­lich kar­zi­no­gen. Es wurde von der Inter­na­tio­na­len Agen­tur für Krebs­for­schung der WHO in die zweit­höchste von fünf Kate­go­rien ein­ge­stuft. Nun war­tet das zustän­dige Bun­des­amt in der Schweiz auf den voll­stän­di­gen Bericht, um des­sen Inhalt und dar­aus resul­tie­rende Schritte zu prüfen.


Aus­tra­lien: Crys­tal Meth ver­brei­tet sich rasant

Weil sich die syn­the­ti­sche Droge Crys­tal Meth – auch „Ice“ genannt – in Aus­tra­lien rasant ver­brei­tet, lässt Regie­rungs­chef Tony Abbott einen Akti­ons­plan aus­ar­bei­ten. Laut Agen­tur für Ver­bre­chens­be­kämp­fung (ACC) hat sich der Anteil der Bevöl­ke­rung, der „Ice“ schon ein­mal kon­su­miert hat, von 2010 bis 2013 ver­dop­pelt. Seit­her habe sich die Pro­ble­ma­tik wei­ter deut­lich verschärft.


Kran­ken­kasse: 250 Mil­lio­nen Euro offen

Pati­en­ten aus ande­ren EU-Län­dern bezie­hungs­weise deren Sozi­al­ver­si­che­run­gen schul­den den Kran­ken­kas­sen fast 250 Mil­lio­nen Euro für die medi­zi­ni­sche Behand­lung in Öster­reich. Vor allem Rumä­nen, Bul­ga­ren und Grie­chen sind säu­mig; letz­tere haben zuletzt gar nicht mehr gezahlt. Haupt­ver­bands-Chef Peter McDo­nald will den Druck auf euro­päi­scher Ebene erhö­hen, um die Außen­stände einzutreiben.


Gene­rel­les Rauch­ver­bot in der Gastronomie

Ab Mai 2018 wird in der Gas­tro­no­mie ein gene­rel­les Rauch­ver­bot gel­ten. Dar­auf hat sich die Regie­rung kürz­lich geei­nigt; ein ent­spre­chen­der Geset­zes­ent­wurf ist in Begut­ach­tung. „Das neu gere­gelte Rauch­ver­bot ist ein his­to­ri­scher Bei­trag zur Stei­ge­rung der Gesund­heit der Men­schen“, betonte Gesund­heits­mi­nis­te­rin Sabine Ober­hau­ser. Mit der Gas­tro­no­mie wurde die Mög­lich­keit von vor­zei­ti­gen Abschrei­bun­gen ver­ein­bart. Jene Betriebe, die bereits bis Juli 2016 rauch­frei wer­den, erhal­ten zehn Pro­zent des Rest­buch­werts für die­je­ni­gen Umbau­maß­nah­men zur Tren­nung der Gast­be­rei­che, die noch nicht steu­er­lich berück­sich­tigt wur­den. Das werde den Staat zwi­schen fünf und 20 Mil­lio­nen Euro kos­ten, teilte Wirt­schafts­mi­nis­ter Rein­hold Mit­ter­leh­ner mit. Ein­zige Aus­nahme des gene­rel­len Rauch­ver­bots sind Hotels, die einen Rau­cher­raum für ihre Gäste ein­rich­ten dür­fen – aller­dings ohne Ser­vice. Auch E‑Zigaretten fal­len unter das Rauch­ver­bot. Wei­tere Maß­nah­men wie etwa ein Rauch­ver­bot im Auto, wenn kleine Kin­der mit­fah­ren, werde man „step by step“ dis­ku­tie­ren, so Oberhauser.

Medi­zin-Auf­nah­me­test: mehr als 14.000 Anmeldungen

Mehr als 14.000 Stu­di­en­wer­ber haben sich bis zum Ende der Teil­nah­me­frist für das Auf­nah­me­ver­fah­ren MedAT der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten in Wien, Inns­bruck und Graz sowie an der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät der Johan­nes Kep­ler Uni­ver­si­tät (JKU) Linz ange­mel­det. Das ent­spricht einer Stei­ge­rung um 1.400 Bewer­ber im Ver­gleich zum Vor­jahr (12.606 Anmel­dun­gen). Für das kom­mende Stu­di­en­jahr ste­hen für Human- und Zahn­me­di­zin ins­ge­samt 1.560 Plätze zur Ver­fü­gung; davon 740 an der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien, 400 an der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Inns­bruck, 360 an der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Graz und 60 an der Medi­zi­ni­schen Fakul­tät der JKU Linz. Der Auf­nah­me­test fin­det öster­reich­weit am 3. Juli 2015 statt.

Frank­reich führt neu­trale Ziga­ret­ten­pa­ckun­gen ein

Die fran­zö­si­sche Natio­nal­ver­samm­lung hat die Ein­füh­rung neu­tra­ler Ziga­ret­ten­schach­teln mit Mai 2016 beschlos­sen. Sie ist ein wesent­li­cher Bestand­teil der Gesund­heits­re­form der sozia­lis­ti­schen Regie­rung. Kon­ser­va­tive, Indus­trie und Tabak­lobby üben hef­tige Kri­tik an den Ver­pa­ckun­gen: Diese müs­sen die­selbe Farbe, Form und Größe haben, die Marke darf nur sehr klein abge­bil­det sein. Gesund­heits­mi­nis­te­rin Mari­sol Tou­raine hin­ge­gen betonte die „ermu­ti­gen­den Ergeb­nisse aus Aus­tra­lien“, wo es seit Ende 2012 neu­trale Ziga­ret­ten­pa­ckun­gen gibt. Inner­halb eines Jah­res sei dort die Zahl der Rau­cher um drei Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Aus­tra­lien war welt­weit das erste Land, das neu­trale Ziga­ret­ten­pa­ckun­gen ein­führte. Irland und Groß­bri­tan­nien folg­ten in die­sem Jahr. In der EU wird es ab Mai 2016 Vor­schrift sein, dass die Gesund­heits­war­nung 65 Pro­zent auf jeder Seite der Schach­tel abdeckt. Als Maß­nahme gegen das Pas­siv­rau­chen stimmte die fran­zö­si­sche Natio­nal­ver­samm­lung außer­dem für ein Rauch­ver­bot in Autos im Bei­sein von Minderjährigen.

Frank­reich: Ver­bot von Brustimplantaten?

Weil Brust­im­plan­tate mög­li­cher­weise zur Zunahme einer sel­te­nen Form von Lymph­drü­sen­krebs bei­tra­gen, steht in Frank­reich ein gene­rel­les Ver­bot im Raum. „Es gab einen ers­ten Fall 2011, dann zwei 2012, vier 2013 und elf 2014. Ein Mensch ist gestor­ben“, betonte Fran­cois Hebert, Vize-Direk­tor der fran­zö­si­schen Behörde für Medi­ka­men­ten­si­cher­heit (ANSM). Dem­nach sind 14 der 18 Fälle bei Pro­the­sen einer bestimm­ten Firma auf­ge­tre­ten. Kon­trol­len der Labors hät­ten bis­her aber keine Auf­fäl­lig­kei­ten erge­ben. Vor kur­zem hat­ten Exper­ten des fran­zö­si­schen Krebs­in­sti­tuts auf eine Form von Lymph­drü­sen­krebs (LAGC-AIM) hin­ge­wie­sen, der mit den Brust­im­plan­ta­ten in Ver­bin­dung gebracht wird. Welt­weit gebe es bereits 173 Fälle, aber kei­nen ein­zi­gen Fall bei Frauen ohne Brust­im­plan­tate. Von 10.000 Frauen, die ein Implan­tat haben, kön­nen Schät­zun­gen zufolge ein bis zwei von ihnen in einem Zeit­raum von zehn Jah­ren diese Krebs­art ent­wi­ckeln. Die Exper­ten wie­sen aber dar­auf hin, dass sie im Moment keine vor­sorg­li­che Ent­fer­nung aller Brust­im­plan­tate emp­feh­len. Seit dem Skan­dal um die min­der­wer­ti­gen, mit Indus­trie-Sili­kon gefüll­ten Brust­im­plan­tate der süd­fran­zö­si­schen Firma PIP (Poly Implant Pro­t­hèse), von dem welt­weit Hun­dert­tau­sende Frauen betrof­fen sind, wur­den in Frank­reich die Kon­trol­len verschärft.

Europa: 1.000 TBC-Neu­erkran­kun­gen pro Tag

Rund 1.000 Men­schen pro Tag – 360.000 ins­ge­samt – erkrank­ten im Jahr 2013 in der WHO-Region Europa an Tuber­ku­lose; rund 38.000 Men­schen star­ben daran. Das teil­ten das Euro­päi­sche Zen­trum für Krank­heits­kon­trolle (ECDC) und das euro­päi­sche WHO-Regio­nal­büro mit. Jähr­lich tre­ten in der Region 39 Tuber­ku­lose-Neu­erkran­kun­gen pro 100.000 Ein­woh­ner auf; 85 Pro­zent davon in 18 Hoch­ri­siko-Län­dern wie der Ukraine, Bul­ga­rien, Litauen, Mol­da­wien, Russ­land, Est­land oder Tür­kei. Bei der aktu­el­len Ent­wick­lung könne das Mill­en­nium-Ziel, die Zahl der TBC-Erkran­kun­gen bis 2015 um 50 Pro­zent zu sen­ken, nicht erreicht wer­den. „Bei einem jähr­li­chen Rück­gang um sechs Pro­zent im EU/EWR-Raum wird die Region erst im kom­men­den Jahr­hun­dert TBC-frei wer­den“, so ECDC-Chef Marc Spren­ger. Um die Erkran­kung bis 2050 voll­stän­dig zurück­zu­drän­gen, müsste die Rate ver­dop­pelt wer­den. Beson­ders mul­ti­re­sis­tente Erre­ger (MDR-Tuber­ku­lose) stell­ten laut den Behör­den ein Pro­blem dar.

Ver­lags­haus der Ärzte: Spende an „Ärzte ohne Grenzen“

Ein Teil des Erlö­ses aus dem Ver­kauf des Koch­buchs „Köst­li­che Medi­zin – Rezepte öster­rei­chi­scher Ärz­tIn­nen“ kommt einem guten Zweck zugute; drei Euro pro ver­kauf­tem Buch gehen an die Hilfs­or­ga­ni­sa­tion „Ärzte ohne Gren­zen“. Durch das im Ver­lags­haus der Ärzte GmbH erschie­nene Werk konn­ten bereits einige tau­send Euro über­ge­ben wer­den. Das Koch­buch, das eine Rezept­samm­lung von öster­rei­chi­schen Ärz­tin­nen und Ärz­ten dar­stellt, kann unter office@aerzteverlagshaus.at zum Preis von Euro 19,90 bestellt werden.

Deutsch­land will Fracking stren­ger regeln

In Deutsch­land soll das umstrit­tene Fracking (Hydrau­lic Frac­tu­ring) zur För­de­rung von Erdöl und Erd­gas mit einem Geset­zes­pa­ket stren­ger gere­gelt wer­den. Kon­ven­tio­nel­les Fracking etwa soll zwar erlaubt blei­ben, aber stren­ger gere­gelt wer­den. Unter ande­rem sieht das Paket von Umwelt- und Wirt­schafts­mi­nis­te­rium ver­bind­li­che Umwelt­ver­träg­lich­keits­prü­fun­gen vor; ebenso soll es auch strenge Regeln für den Ein­satz von Frack­flüs­sig­kei­ten und den Umgang mit Lager­stät­ten­was­ser geben. Grund­sätz­lich ver­bo­ten wer­den soll Fracking in unkon­ven­tio­nel­len Lager­stät­ten wie Schiefer‑, Ton- oder Koh­le­flöz­ge­stein ober­halb von 3.000 Metern zu wirt­schaft­li­chen Zwe­cken. Was­ser­be­hör­den sol­len ein Veto-Recht erhal­ten; für Was­ser­schutz­ge­biete soll ein abso­lu­tes Fracking-Ver­bot gel­ten. Fracking-Geg­ner wer­fen der Koali­tion vor, mit dem Gesetz „Tür und Tor für eine Risiko-Tech­no­lo­gie“ zu öff­nen. Beim Fracking wer­den unter hohem Druck Was­ser, Sand und Che­mi­ka­lien in den Boden gepresst, um Gesteins­schich­ten auf­zu­spal­ten und so Erd­gas oder ‑öl zu fördern.

Hepa­ti­tis: Durch­imp­fungs­rate erhöhen

Mit den Durch­imp­fungs­ra­ten von Hepa­ti­tis A und B sei Öster­reich noch weit vom Ziel einer flä­chen­de­cken­dem Immu­ni­sie­rung ent­fernt, beton­ten Exper­ten kürz­lich bei einer Pres­se­kon­fe­renz in Wien. Mehr als 40 Pro­zent der Bevöl­ke­rung sind einer Befra­gung zufolge nicht oder nicht voll­stän­dig gegen Hepa­ti­tis A und B geimpft. Der Öster­rei­chi­sche Impf­plan emp­fiehlt seit 1997 eine Immu­ni­sie­rung gegen Hepa­ti­tis B. Jähr­lich gibt es bis zu 1.500 neue Fälle von Hepa­ti­tis B. „Auch wenn Hepa­ti­tis A hier­zu­lande als Rei­se­krank­heit gilt, fin­den 60 Pro­zent der Infek­tio­nen in Öster­reich selbst statt“, erklärte ÖÄK-Impf­re­fe­rent Rudolf Schmitz­ber­ger. Am meis­ten betrof­fen sind Klein­kin­der, wes­halb eine Hepa­ti­tis A‑Impfung vor dem Ein­tritt in den Kin­der­gar­ten emp­foh­len wird. Zwar würde die Zahl der gemel­de­ten Erkran­kun­gen kon­ti­nu­ier­lich sin­ken – 54 Fälle gab es 2014; die Dun­kel­zif­fer sei aber beträcht­lich höher, so Schmitz­ber­ger. Um die Durch­imp­fungs­rate zu erhö­hen, läuft in den Apo­the­ken bis 31. Mai eine Impf­ak­tion: Impf­stoffe gegen Hepa­ti­tis A sind für Erwach­sene um 38,90 Euro, für Kin­der um 28,75 Euro erhält­lich; der Kom­bi­na­ti­ons-Impf­stoff gegen Hepa­ti­tis A und B kos­tet 59,90 Euro bezie­hungs­weise 37,90 Euro für Kinder.

Europa: Ver­trag gegen Organ­han­del unterzeichnet

Ins­ge­samt 14 euro­päi­sche Län­der – dar­un­ter auch Öster­reich – haben kürz­lich den welt­weit ers­ten Ver­trag gegen Organ­han­del unter­zeich­net. Das Abkom­men sieht die Straf­bar­keit von Organ­ent­nah­men gegen den Wil­len der Betrof­fe­nen vor, ent­hält ein Ver­bot geschäfts­mä­ßi­gen Organ­han­dels und das Recht auf Ent­schä­di­gung für die Opfer. Neben Öster­reich haben auch die Euro­pa­rat-Mit­glied­staa­ten Alba­nien, Bel­gien, Grie­chen­land, Groß­bri­tan­nien, Ita­lien, Luxem­burg, Mol­dau, Nor­we­gen, Polen, Por­tu­gal, Spa­nien, Tsche­chien und die Tür­kei den Ver­trag unter­zeich­net. Bevor er in Kraft tre­ten kann, muss er noch in fünf Län­dern rati­fi­ziert wer­den. Laut Schät­zun­gen der WHO (Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion) wer­den jedes Jahr etwa 10.000 ille­gal gehan­delte Organe trans­plan­tiert. Das Geschäft sei „ein Markt, der dem Gesund­heits­we­sen scha­det“, so der Gene­ral­se­kre­tär des Euro­pa­rats, Thorb­jörn Jagland.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 8 /​25.04.2015