edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

10.03.2015 | Poli­tik

© Gregor Zeitler

Die Dis­kus­sion über die Sinn­haf­tig­keit des Imp­fens – aus­ge­löst durch die zahl­rei­chen Masern-Aus­­­brü­che – wird der­zeit nicht nur bei uns geführt. In den USA wur­den in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit in 17 Bun­des­staa­ten Erkran­kungs­fälle regis­triert; was ähn­lich wie bei uns über­aus emo­tio­nal geführte Aus­ein­an­der­set­zun­gen über das Imp­fen zur Folge hat. Einige Bun­des­staa­ten haben sich dabei für eine sehr rigo­rose Vor­gangs­weise ent­schie­den: ohne Imp­fun­gen kein Schul­be­such. Ob eine sol­che Pra­xis tat­säch­lich der rich­tige Weg ist, sei dahin­ge­stellt. Fakt ist jeden­falls, dass der Infor­ma­ti­ons­stand über die Wir­kung und den Nut­zen von Imp­fun­gen im All­ge­mei­nen und gegen Masern im Spe­zi­el­len opti­mier­bar ist. Nur so ist es mög­lich, dass harte Evi­denz sämt­li­chen Mythen und Ver­schwö­rungs­theo­rien deren Bedeu­tungs­lo­sig­keit aufzeigt.

Der­zeit liegt die Durch­imp­fungs­rate bei Kin­dern und Jugend­li­chen für die zweite Masern-Auf­­­fri­­schungs­­­im­p­­fung bei 80 Pro­zent; 95 Pro­zent wären wegen der hohen Kon­ta­gio­si­tät erfor­der­lich. Übri­gens: Die Masern-Imp­­fung ist nicht nur im Gra­­tis-Kin­­der­­imp­f­­pro­­gramm ent­hal­ten; sie ist – auf­grund der der­zei­ti­gen epi­de­mio­lo­gi­schen Situa­tion – auch für Erwach­sene gratis.

Herz­lichst,
Dr.med. Agnes M. Mühl­gas­s­ner
Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 5 /​10.03.2015