neu & aktu­ell: Poli­ti­sche Kurzmeldungen

10.04.2014 | Poli­tik

Spi­­tals-Arbeits­­zeit: ÖÄK for­dert rasche Lösung

Es sei bedau­er­lich, dass die jah­re­lan­gen For­de­run­gen der ÖÄK igno­riert wur­den und erst die EU ein­schrei­ten musste, damit mit den über­lan­gen Arbeits­zei­ten in den Spi­tä­lern auf­ge­räumt wird. Dies kri­ti­sierte der Bun­des­ku­ri­en­ob­mann der Ange­stell­ten Ärzte in der ÖÄK, Harald Mayer. Bekannt­lich droht die Euro­päi­sche Kom­mis­sion Öster­reich mit einer Ver­­­trags­­­ver­­­le­t­­zungs-Klage, soll­ten nicht die euro­pa­weit gül­ti­gen Arbeits­­zeit-Stan­­dards in Kran­ken­häu­sern ein­ge­führt wer­den. Viele Spi­tals­ärzte wür­den laut Mayer noch immer 72 oder mehr Stun­den die Woche – davon 32 oder sogar 49 Stun­den durch­ge­hend – arbei­ten. Ein Zustand, der laut Mayer für Ärzte und Pati­en­ten glei­cher­ma­ßen „uner­träg­lich“ sei. Das Sozi­al­mi­nis­te­rium sei gefragt, um mit den Län­dern sehr rasch „sozial ver­träg­li­che und orga­ni­sa­to­risch mög­li­che Lösun­gen“ zu fin­den, so der Bundeskurienobmann.

Hepa­­ti­­tis-Imp­f­ak­­tion: bis 31. Mai 2014

Seit 1. April 2014 läuft in Öster­reich die Hepa­­ti­­tis-Imp­f­ak­­tion von ÖÄK, Apo­the­ker­kam­mer und Gla­x­oS­mit­h­Kline. Bis 31. Mai 2014 ist der Kom­bi­na­ti­ons­impf­stoff gegen Hepa­ti­tis A&B Twin­rix® und der Hepa­ti­tis A‑Impfstoff Hav­rix® zu ver­güns­tig­ten Prei­sen erhält­lich: Der Kom­bi­na­ti­ons­impf­stoff kos­tet für Erwach­sene Euro 59,90 und für Kin­der Euro 37,90. Der Hepa­ti­tis A‑Impfstoff ist für Euro 38,90 bezie­hungs­weise Euro 28,90 (Junior) erhältlich.

Pfle­ge­re­gress in der Stei­er­mark: neuer Antrag zur Abschaffung

Ins­ge­samt zum zwölf­ten Mal – und zum sieb­ten Mal von der FPÖ – wurde kürz­lich im stei­ri­schen Land­tag neu­er­lich ein Antrag zur Abschaf­fung des Pfle­ge­re­gres­ses ein­ge­bracht. Der Antrag, den Ange­­hö­­ri­­gen-Regress sofort abzu­schaf­fen, wurde zwar von SPÖ und ÖVP abge­lehnt; der erst Anfang März ange­lobte Gesund­heits­lan­des­rat Chris­to­pher Drex­ler (V) kün­digte jedoch an, einen „Nach­denk­pro­zess“ star­ten zu wol­len. Die Stei­er­mark ist bekannt­lich das ein­zige Bun­des­land, in dem es den Pfle­ge­re­gress nach wie vor gibt.

USA: keine Ziga­ret­ten in Supermärkten

In den USA rie­fen die Jus­tiz­mi­nis­ter von 20 Bun­des­staa­ten jene Super­­­markt-Ket­­ten, die auch Medi­ka­mente im Sor­ti­ment haben, schrift­lich auf, keine Ziga­ret­ten mehr zu ver­kau­fen. Sie wür­den eine „wider­sprüch­li­che Bot­schaft“ aus­sen­den und soll­ten dem Bei­spiel der Dro­ge­rie­kette CVS Care­mark fol­gen, die mit Anfang Februar 2014 alle Tabak­pro­dukte aus dem Sor­ti­ment genom­men hat.

Frank­reich: Ver­bot von Monsanto-Genmais

In Frank­reich hat das Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rium per Ver­ord­nung den Anbau, die Züch­tung und Ver­mark­tung der Gen­­mais-Sorte MON810 des US-ame­­ri­­ka­­ni­­schen Unter­neh­mens Mon­s­anto vor­erst ver­bo­ten. Laut dem Minis­te­rium bele­gen jüngste Daten „ernste Umwelt­ri­si­ken“. Bera­tun­gen über ein defi­ni­ti­ves Anbau­ver­bot gibt es demnächst.

Russ­land: Tote durch gepansch­ten Alkohol

In Sibi­rien sind 14 Men­schen durch den Kon­sum von gepansch­tem Alko­hol gestor­ben; wei­tere elf muss­ten mit schwe­ren Alko­hol­ver­gif­tun­gen ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert wer­den. Jähr­lich ster­ben Tau­sende Men­schen in Russ­land durch gepansch­ten Alko­hol. Nach einer Steu­er­erhö­hung stieg der Anteil an schwarz gehan­del­tem Alko­hol auf 44 Prozent.

Kosovo: 40 Schweinegrippe-Fälle

40 Men­schen sind im Kosovo an einer A(H1N1)-Infektion erkrankt, wie die Uni­ver­si­täts­kli­nik in Pris­tina bestä­tigte. Einer der Betrof­fe­nen ist ver­stor­ben; fünf Pati­en­ten zei­gen einen schwe­ren Krank­heits­ver­lauf. Schon 2011 war in Pris­tina das erste Todes­op­fer im Kosovo durch die Schwei­ne­grippe regis­triert wor­den. 2009/​2010 hat­ten A(H1N1)-Viren eine Pan­de­mie ausgelöst.

Vor­arl­berg: Fracking-Ver­­­bot in Landesverfassung

In Vor­arl­berg soll das Fracking (Hydrau­ilc Frac­tu­ring) – eine umstrit­tene Methode zur Gas- und Erd­öl­ge­win­nung – per Lan­des­ver­fas­sung ver­bo­ten wer­den. Einem ent­spre­chen­den Antrag der SPÖ, zu dem es auch die Zustim­mung der Grü­nen und der FPÖ gibt, hat nach einem anfäng­li­chen „Nein“ nun auch die ÖVP zuge­stimmt. Man sei „zur Ein­sicht gekom­men, dass ein Ver­bot in der Lan­des­ver­fas­sung ein rich­tungs­wei­sen­des Zei­chen einer moder­nen und nach­hal­ti­gen Ener­gie­po­li­tik dar­stellt“, so ÖVP-Klub­­o­b­­mann Roland Früh­stück. Schon im Juli 2013 hatte sich der Vor­arl­ber­ger Land­tag ein­stim­mig gegen Fracking aus­ge­spro­chen. In unmit­tel­ba­rer Nähe in Baden-Wür­t­­te­m­­berg etwa gibt es in der Nähe des Trink­was­ser­spei­chers Boden­see Kon­zes­si­ons­fel­der zur Suche nach Schie­fer­gas; die Kon­zes­sion wurde kürz­lich verlängert.

Wien: Ärz­te­kam­mer warnt vor Turnusärztemangel

Kaum noch junge Ärzte seien bereit, ihren Tur­nus in Wien anzu­tre­ten, die Aus­bil­dungs­be­din­gun­gen seien zu unat­trak­tiv, warnte kürz­lich der Obmann der Sek­tion Tur­nus­ärzte der Ärz­te­kam­mer für Wien, Ste­phan Ubl. Jähr­lich wer­den in Wien rund 300 Tur­nus­ärzte benö­tigt – aktu­ell sei die War­te­liste für Plätze aber leer. „In Wien muss es offen­bar erst zum Gau kom­men, bevor die ver­ant­wort­li­chen Spi­tals­trä­ger reagie­ren“, kri­ti­sierte er. Noch wür­den Pati­en­ten den schon exis­tie­ren­den Per­so­nal­eng­pass nicht mer­ken; das Pro­blem werde jedoch in eini­gen weni­gen Jah­ren schla­gend wer­den, „wenn zahl­rei­che Stel­len unbe­setzt blei­ben und die Pen­sio­nie­rungs­welle zuschlägt“. Die Stim­mung unter Tur­nus­ärz­ten sei im Kel­ler; auch die Fach­ärzte seien völ­lig über­las­tet und demo­ti­viert. „Was wir brau­chen, ist eine Qua­li­täts­stei­ge­rung. Und wir müs­sen end­lich über die Inhalte der Aus­bil­dung reden“, for­derte Ubl.

Fir­men schul­den Kran­ken­kas­sen 920 Mil­lio­nen Euro

Öster­rei­chi­sche Unter­neh­men sind bei den Gebiets­kran­ken­kas­sen mit ins­ge­samt 920 Mil­lio­nen Euro im Rück­stand. Am stärks­ten betrof­fen ist die Wie­ner GKK mit 360 Mil­lio­nen Euro, gefolgt von der GKK Ober­ös­ter­reich (165,9 Mil­lio­nen Euro) und der GKK Nie­der­ös­ter­reich (118,7 Mil­lio­nen Euro). Das geht aus der Beant­wor­tung einer Anfrage durch Sozi­al­mi­nis­ter Rudolf Hund­s­tor­fer (S) her­vor. Mit Aus­nahme von 2011 sind die Rück­stände seit 2009 (1.011,1 Mil­lio­nen Euro) gesun­ken. 2013 lagen sie bei 950 Mil­lio­nen Euro; davon muss­ten 169,9 Mil­lio­nen Euro als unein­bring­lich abge­schrie­ben wer­den. Ins­ge­samt kön­nen rund 99,4 Pro­zent der Bei­träge ein­ge­bracht wer­den, knapp vier Pro­zent müs­sen gemahnt, rund ein Pro­zent in Exe­ku­tion gezo­gen wer­den. „Die Zah­lungs­mo­ral der Unter­neh­mer ist fahr­läs­sig!“, kri­ti­sierte SPÖ-Gesun­d­heits­­­s­pre­cher Erwin Spin­del­ber­ger. Nun soll im Sozi­al­mi­nis­te­rium eine Arbeits­gruppe, die sich mit dem Sozi­al­be­trug durch Schein­fir­men und Früh­erken­nung von Schein­fir­men befasst, ein­ge­rich­tet werden.

Knapp 3.000 Kin­der mit Alko­hol­ver­gif­tung im Spital

Exakt 2.728 Kin­der und Jugend­li­che sind im Jahr 2012 in Öster­reich wegen einer aku­ten Alko­hol­ver­gif­tung oder wegen des „schäd­li­chen Gebrauchs“ von Alko­hol im Kran­ken­haus behan­delt wor­den. Zum Groß­teil (2.444) waren 15- bis 19-Jäh­­rige betrof­fen; zu zwei Drit­tel Bur­schen. Aber auch drei Buben zwi­schen fünf und neun Jah­ren sowie sechs Klein­kin­der waren unter den Betrof­fe­nen. Das geht aus der Beant­wor­tung einer par­la­men­ta­ri­schen Anfrage der SPÖ durch Gesund­heits­mi­nis­ter Alois Stö­ger (S) her­vor. Die Daten basie­ren auf Aus­wer­tun­gen der Spi­­tal­s­en­t­las­­sungs-Sta­­tis­­tik, ent­spre­chende Zah­len für 2013 gibt es frü­hes­tens im Herbst 2014.

Tirol: Wis­sen­schafts­fonds aufgestockt

Noch heuer sol­len in Tirol die Mit­tel des Wis­sen­schafts­fonds von 800.000 Euro auf vier Mil­lio­nen Euro auf­ge­stockt wer­den; das hat die Lan­des­re­gie­rung kürz­lich beschlos­sen. Damit wolle man die Abwan­de­rung von Nach­wuchs­wis­sen­schaf­tern ver­hin­dern, erklärte Lan­des­haupt­mann Gün­ther Plat­ter (V). Für Tirol ergibt sich mit den zusätz­li­chen Mit­teln aus der Natio­nal­stif­tung ein Gesamt­för­der­vo­lu­men von bis zu sie­ben Mil­lio­nen Euro jähr­lich. Wel­che Pro­jekte unter­stützt wer­den, soll ein wis­sen­schaft­li­cher Bei­rat unter der Prä­si­dent­schaft des Lan­des­haupt­manns entscheiden.

Ärzte sind sel­te­ner Raucher

Der Anteil an Rau­chern ist unter Ärz­ten signi­fi­kant gerin­ger als in der Gesamt­be­völ­ke­rung. Das zeige ein Ver­gleich der Roh­da­ten von zufäl­lig aus­ge­wähl­ten All­ge­mein­me­di­zi­nern mit dem zuletzt 2006/​2007 von der Sta­tis­tik Aus­tria bei 15.000 Öster­rei­chern erho­be­nen Rau­cher-Sta­­tus. Wäh­rend etwa in Tirol mehr als 25 Pro­zent der All­ge­mein­be­völ­ke­rung Rau­cher waren, waren es unter den nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten etwas mehr als zehn Pro­zent. Die­ser Unter­schied war laut Ana­lyse auch nach Adjus­tie­rung für Alter und Geschlecht signi­fi­kant und konnte in allen Bun­des­län­dern fest­ge­stellt wer­den. Ermit­telt wur­den diese Daten im Zuge von Diplom­ar­bei­ten, die am Insti­tut für Umwelt­hy­giene der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien vom Lei­ter der Abtei­lung, Univ. Prof. Man­fred Neu­ber­ger, betreut wurden.

FSME-Imp­f­ak­­tion 2014 startet

Nur mehr 54 Pro­zent der Öster­rei­cher sind kor­rekt gegen FSME geimpft, warn­ten Exper­ten kürz­lich bei einer Pres­se­kon­fe­renz in Wien anläss­lich des Starts der dies­jäh­ri­gen Impf­ak­tion. „Die Öster­rei­cher wer­den immer impf­mü­der. Bei den unter 15-Jäh­­ri­­gen sind nur 56 Pro­zent kor­rekt geimpft“, betonte der Impf­re­fe­rent der ÖÄK, Rudolf Schmitz­ber­ger. Mehr als eine Mil­lion Öster­rei­cher seien sogar über­haupt nicht geimpft. 2011 wie­sen noch 70 Pro­zent der Öster­rei­cher einen kor­rek­ten FSME-Imp­f­sta­­tus auf, bei den Kin­dern und Jugend­li­chen waren es 76 Pro­zent. Auch die Zahl der FSME-Fälle hat sich im Vor­jahr mit 98 Fäl­len im Ver­gleich zu 2012 (52) fast ver­dop­pelt. Im Rah­men der Impf­ak­tion bis 31. Juli 2014 kos­tet der FSME-Imp­f­­stoff für Erwach­sene Euro 33,50, für Kin­der Euro 28,90.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 7 /​10.04.2014