neu & aktu­ell: Poli­ti­sche Kurzmeldungen

10.02.2014 | Poli­tik

Bro­w­­ser-Sicher­heit: Check für Arztpraxen

Die Bun­des­ku­rie nie­der­ge­las­sene Ärzte hat in Zusam­men­ar­beit mit der SVC einen „Bro­w­­ser­­si­cher­heits-Check“ für Ordi­na­tio­nen erstellt. Unter www.peeringpoint.at/browsersicherheit wird mit­tels vir­tu­el­ler Ampel das Sicher­heits- und Funk­ti­ons­ni­veau des Brow­sers ange­zeigt. Zeigt die Ampelb „grün“, sind die Kom­po­nen­ten aktu­ell; bei „gelb“ wer­den nicht alle Sicher­heits­an­for­de­run­gen umge­setzt und „rot“ bedeu­tet, dass ein siche­rer Betrieb nicht gewähr­leis­tet ist. Bei gelb und rot sollte sich der Arzt jeden­falls an den IT-Dienst­­leis­­ter wen­den. Von Sei­ten der Bun­des­ku­rie nie­der­ge­las­sene Ärzte wird jedoch aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass eine wei­ter­ge­hende Prü­fung des Rech­ners – spe­zi­ell der Ordi­­na­­ti­ons-Sof­t­­ware – nicht erfolgt. Wei­ter­ge­hende Anfra­gen zur Bro­w­­ser-Sicher­heit kön­nen an browsersicherheit@ peeringpoint.at gerich­tet werden.

ÖÄK: Spi­tä­ler für OP-War­­te­­lis­­ten verantwortlich

Mit dem Hin­weis, dass es „ein­deu­tig Auf­gabe der Kran­ken­an­stal­ten ist, dar­auf zu ach­ten, dass die War­te­lis­ten für geplante Ope­ra­tio­nen nicht umgan­gen wer­den kön­nen“, reagierte ÖÄK-Prä­­si­­dent Artur Wech­sel­ber­ger auf die vom Ver­ein für Kon­su­men­ten­in­for­ma­tion ver­öf­fent­lich­ten Ergeb­nisse. Die­ser hat Test­pa­ti­en­ten in Ordi­na­tio­nen geschickt; in eini­gen Fäl­len wur­den frü­here Ter­mine für Hüft­ope­ra­tio­nen in Aus­sicht gestellt. Es sei Auf­gabe jedes Spi­tals, so Wech­sel­ber­ger wei­ter, zu defi­nie­ren, unter wel­chen medi­zi­ni­schen Bedin­gun­gen und Dring­lich­keits­grün­den ein Pati­ent vor­ge­reiht wer­den dürfe. Gegen nicht kor­rek­tes Vor­ge­hen habe der Spi­tals­trä­ger ein­zu­schrei­ten, so der ÖÄK-Prä­­si­­dent: „Dazu ist er laut Kran­ken­an­stal­ten­ge­setz ver­pflich­tet – genauso, wie er einem Pati­en­ten dar­über Aus­kunft zu ertei­len hat, wie lange die­ser gege­be­nen­falls auf einen bestimm­ten Ein­grifft war­ten muss.“


Frank­reich: Abtrei­bun­gen erleich­tert

In Frank­reich kön­nen Frauen künf­tig nicht nur – wie bis­her – „in Not­lage“ son­dern auch „wenn sie die Schwan­ger­schaft nicht fort­set­zen wol­len“ straf­frei eine Abtrei­bung durch­füh­ren las­sen. Die Natio­nal­ver­samm­lung hat einen ent­spre­chen­den Pas­sus in der seit 1975 gel­ten­den Fris­ten­re­ge­lung geän­dert. In Frank­reich wer­den jähr­lich 220.000 Abtrei­bun­gen gemeldet.

Indien: Polio ausgerottet

Nach einer groß ange­leg­ten Impf­kam­pa­gne gilt Polio in Indien als aus­ge­rot­tet. Der letzte Fall wurde im Jän­ner 2011 bei einem Mäd­chen in einem Slum von Kal­kutta fest­ge­stellt. In Afgha­ni­stan, Nige­ria und Paki­stan gilt Polio noch als Epi­de­mie. Grund zur Sorge gebe es laut WHO (Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion) in den Bür­ger­kriegs­län­dern Soma­lia und Syrien, wo wie­der ver­mehrt Fälle auftreten.


EU emp­fiehlt Schiefergas-Förderung

Die EU-Kom­­mis­­sion hat die umstrit­tene För­de­rung von Schie­fer­gas emp­foh­len, sofern dabei ein „ange­mes­se­ner Umwelt- und Kli­ma­schutz gewähr­leis­tet“ wird. Die haupt­säch­lich ange­wandte Tech­nik des „Fracking“ sei sorg­fäl­tig zu prü­fen. So gebe die Kom­mis­sion „Min­dest­grund­sätze“ vor; Gesun­d­heits- und Umwelt­ri­si­ken müss­ten ver­mie­den und die Trans­pa­renz für Bür­ger ver­bes­sert werden.

Frank­reich: Diane 35® wie­der am Markt

In Abstim­mung mit der fran­zö­si­schen Gesund­heits­be­hörde wird das umstrit­tene Akne-Mit­­­tel „Diane 35“ (Bayer) wie­der auf den Markt gebracht. Frank­reich hatte den Ver­kauf, nach­dem es in 25 Jah­ren zu meh­re­ren Todes­fäl­len gekom­men war, aus­ge­setzt. Bereits im Mai 2013 hatte die EMA (Euro­päi­sche Arz­nei­mit­tel­be­hörde) erklärt, dass die Vor­teile des Prä­pa­rats die Risi­ken überwiegen.


Oppo­si­tion kri­ti­siert Gesund­heits­mi­nis­ter Stöger

Hef­tige Kri­tik an den Aus­sa­gen von Gesund­heits­mi­nis­ter Alois Stö­ger (S) in der ORF-„Pressestunde“ kommt von der Oppo­si­tion. Nach­dem wich­tige Refor­men wie der Aus­bau des nie­der­ge­las­se­nen Bereichs und die Ent­las­tung der Ambu­lan­zen nun „in der Luft hän­gen“, so die Gesund­heits­spre­che­rin der Grü­nen, Eva Mück­stein, sei zu befürch­ten, dass in der Gesund­heits­po­li­tik nur noch „der Still­stand ver­wal­tet wird“. Obwohl sich Stö­ger nach eige­nen Aus­sa­gen ein gene­rel­les Rauch­ver­bot noch in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode wünscht, traue er sich „die längst not­wen­dige Sanie­rung der unzu­mut­bar chao­ti­schen Zustände“ nicht zu, so Mück­stein. Die frei­heit­li­che Gesund­heits­spre­che­rin Dag­mar Bela­­ko­­witsch-Jene­­wein bezeich­net die Gra­­tis-Zahn­­spange als „Wahl­lüge“; ELGA sei unaus­ge­reift und bedeute enorme Kosten.


Tabak­ge­setz: neue Interpretation

Nicht­rau­chern ist der Weg durch Rau­cher­be­rei­che zumut­bar: Diese von der Regie­rung ange­strebte „Klar­stel­lung“ in Form einer „authen­ti­schen Inter­pre­ta­tion“ des Tabak­ge­set­zes hat der Ver­fas­sungs­aus­schuss kürz­lich abge­seg­net. Neben den Grü­nen und NEOS, die ein gene­rel­les Rauch­ver­bot for­dern, stimmte zunächst auch die FPÖ dage­gen, weil es für Wirte damit wei­ter­hin keine Rechts­si­cher­heit gebe. Die FPÖ stimmte schließ­lich aber doch für die Rege­lung. SPÖ und ÖVP ver­tei­dig­ten die Vor­gangs­weise erneut: Zweck sei nicht die Repa­ra­tur des Tabak­ge­set­zes, son­dern die authen­ti­sche Inter­pre­ta­tion – und diese brau­che es für die Rechts­si­cher­heit, so Ver­fas­sungs­spre­cher Peter Witt­mann (S). Nach­dem der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof (VwGH) in zwei Erkennt­nis­sen im letz­ten Jahr fest­ge­stellt hatte, dass Nicht­rau­chern ein kur­zer Weg durch Rau­cher­be­rei­che auch bei der Tren­nung der Räume nicht zumut­bar ist, war es erneut zu einer Dis­kus­sion um ein gene­rel­les Rauch­ver­bot in der Gas­tro­no­mie gekommen.


Med­uni Wien: Reso­lu­tion gegen Dienstkürzungen

Die Strei­chung von zwölf Nacht-Jour­­nal­­diens­­ten „ohne adäquate Vor­ankün­di­gung, Vor­be­rei­tung und beglei­tende Maß­nah­men“ war der Grund, wieso rund 300 Ärz­tin­nen und Ärzte der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien unter dem Motto „Per­so­nal­raub­bau heißt Medi­zin­ab­bau“ eine öffent­li­che Betriebs­ver­samm­lung auf der Straße abge­hal­ten haben. Eine Reso­lu­tion in Form eines offe­nen Brie­fes an Rek­tor Wolf­gang Schütz sowie an die Wis­­sen­­schafts- und Gesund­heits­po­li­tik wur­den ver­ab­schie­det. Darin for­dern die Ärzte die sofor­tige Rück­nahme der bereits erfolg­ten Jour­nal­dienst­kür­zun­gen, Leis­tungs­pla­nung und Per­so­nal­be­darfs­de­ckung als Grund­lage für orga­ni­sa­to­ri­sche Ver­än­de­run­gen sowie keine Per­­so­­nal- und Jour­nal­dienst­re­duk­tio­nen ohne Leis­­tungs- und Per­so­nal­be­darfs­pla­nung. „Das AKH ist bis­her nicht zusam­men­ge­bro­chen, weil das Per­so­nal alle Kür­zun­gen auf­ge­fan­gen hat. Wir glau­ben aber, dass wir jetzt an eine Grenze gesto­ßen sind“, betonte Tho­mas Perk­mann, Betriebs­ob­mann des wis­sen­schaft­li­chen Per­so­nals der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien.

Für Gesund­heits­mi­nis­ter Alois Stö­ger (S) sind das Arbeits­zeit­fra­gen zwi­schen Geschäfts­füh­rung und Ärz­ten und auch dort zu klä­ren. Wis­sen­schafts­mi­nis­ter Rein­hold Mit­ter­leh­ner (V) sieht das Rek­to­rat gefor­dert und wünscht sich eine Lösung des Pro­blems, „das sicher nicht durch uns ent­stan­den ist“. FPÖ und Team Stro­nach unter­stütz­ten den Pro­test; die „Grüne“ Gesund­heits­spre­che­rin, Eva Mück­stein, betonte, dass „humane Arbeits­zei­ten“ für Spi­tals­ärzte den Pati­en­ten nicht scha­den dürf­ten. Rek­tor Wolf­gang Schütz erklärte indes in einer Aus­sendung: „Die Struk­tur­re­for­men wer­den fort­ge­setzt. An der Anzahl der redu­zier­ten Jour­nal­dienste wird fest­ge­hal­ten.“ Man wolle aber alle Jour­nal­dienste im Zuge der Umstruk­tu­rie­run­gen eva­lu­ie­ren. Die Ärzte kün­dig­ten wei­tere Maß­nah­men an, soll­ten ihre For­de­run­gen nicht erfüllt werden.


Myo­kard­in­farkt: Bri­ten schlecht versorgt

In Groß­bri­tan­nien war die Mor­ta­li­tät inner­halb von 30 Tagen nach einem Myo­kard­in­farkt zwi­schen 2004 und 2010 um 37 Pro­zent höher als in Schwe­den. Für die Stu­die haben Wis­sen­schaf­ter des Uni­ver­sity Col­lege Lon­don die Daten von 391.077 bri­ti­schen Myo­­kar­d­in­­farkt-Pati­en­­ten aus 242 Kran­ken­häu­sern mit 119.786 Pati­en­ten in 86 schwe­di­schen Kran­ken­häu­sern ver­gli­chen. Abge­se­hen von der signi­fi­kant höhe­ren Mor­ta­li­tät wur­den nur 22 Pro­zent der Infarkt­pa­ti­en­ten in Groß­bri­tan­nien mit­tels Bal­­lon-Dila­­ta­­tion behan­delt; in Schwe­den waren es 59 Pro­zent. Hätte man in Groß­bri­tan­nien so behan­delt wie in Schwe­den, wären 11.236 Pati­en­ten weni­ger ver­stor­ben. 2004 war der Unter­schied bei der Sterb­lich­keit von Infarkt­pa­ti­en­ten zwi­schen Groß­bri­tan­nien und Schwe­den 47 Pro­zent; 2010 waren es noch immer 20 Pro­zent. Der Anteil der Gesund­heits­aus­ga­ben am BIP betrug 2010 in Groß­bri­tan­nien wie in Schwe­den 9,6 Pro­zent. Nach den schlech­ten Zah­len bei der Krebs­mor­ta­li­tät offen­bar ein wei­te­rer Hin­weis, dass das staat­li­che bri­ti­sche Gesund­heits­we­sen (NHS) nur man­gel­hafte Qua­li­tät bietet.


Wie­ner Ärz­te­kam­mer: Schwer­punkt „Augen­ge­sund­heit“

Die Prä­ven­ti­ons­kam­pa­gne „Gesagt.Getan.Vorgesorgt“ der Wie­ner Ärz­te­kam­mer for­ciert nach dem ers­ten Schwer­punkt „Män­­ner- und Frau­en­gesund­heit“ nun das Thema „Augen­ge­sund­heit“. Fol­der sowie eine Home­page und eine Vor­­­sorge-App infor­mie­ren über prä­ven­tive Maß­nah­men für ein gutes Sehen bis ins Alter. Auf­grund der stei­gen­den Lebens­er­war­tung steigt nicht nur die Zahl der Augen­er­kran­kun­gen, auch Sys­tem­er­kran­kun­gen kön­nen durch Vor­sorge früh­zei­tig erkannt und behan­delt wer­den, wie Univ. Prof. Tho­mas Sze­ke­res, Prä­si­dent der Wie­ner Ärz­te­kam­mer, aus­führte. „Prä­ven­tion kann nicht oft genug in den Mit­tel­punkt des medi­zi­ni­schen Han­delns und Wir­kens gerückt wer­den“, so Sze­ke­res. Details zur Prä­ven­ti­ons­kam­pa­gne gibt es unter: www.gesagt-getan-vorgesorgt.at


Ober­ös­ter­reich: MedAk fei­ert 10-jäh­­ri­­ges Bestehen

Die medi­zi­ni­sche For­t­­bil­­dungs-Aka­­de­­mie Ober­ös­ter­reich – „MedAk“ – fei­erte Anfang Jän­ner 2014 ihr zehn­jäh­ri­ges Bestehen. Die erfolg­rei­che Bilanz: 2.540 Ver­an­stal­tun­gen mit etwa 53.100 Teil­neh­mern. Was mit einer Idee begon­nen hat, ist heute ein pro­fes­sio­nel­les Unter­neh­men, das über die Gren­zen Ober­ös­ter­reichs hin­aus bekannt ist. So ist die MedAk heute ein Fort­bil­dungs­in­sti­tut mit einer brei­ten Palette an unter­schied­li­chen Ange­bo­ten. Beson­ders stolz ist man auf die öster­reich­weit ein­zig­ar­ti­gen Kurse wie „Medi­zi­nethik“ oder „Ultra­­schall-gezielte Regio­nal­an­äs­the­sie“. Im Rah­men der Jubi­lä­ums­feier rich­tete Tho­mas Fied­ler, Obmann der MedAk, sei­nen Dank an die Initia­to­rin Elfriede Hal­ler, die es „geschafft hat, das Feuer und den Geist der MedAk nach ganz Öster­reich zu tragen“.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 3 /​10.02.2014