neu & aktu­ell: Medi­zi­ni­sche Kurzmeldungen

25.04.2014 | Medi­zin


Influ­enza-Sai­­son: spät und moderat

Die Influ­enza-Sai­­son 2013/​2014 hat vier bis sechs Wochen spä­ter als sonst begon­nen und ist auf einem nied­ri­gen Niveau ver­lau­fen; erst ab Anfang Februar wurde ein Anstieg ver­zeich­net. Das berich­te­ten Exper­ten des Depart­ments für Viro­lo­gie der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien in der neu­es­ten Aus­gabe der „Virus­epi­de­mio­lo­gi­schen Infor­ma­tion“. In Öster­reich gab es Ende Dezem­ber 2013 ver­ein­zelt Mel­dun­gen, jedoch kei­nen sprung­haf­ten Anstieg. Auch in Wien sei die Ent­wick­lung immer knapp unter dem „epi­de­mi­schen Schwel­len­wert von 10.000 Neu­erkran­kun­gen pro Woche“ geblie­ben, so Univ. Prof. The­re­sia Popow-Kraupp. Bis­lang wur­den in Öster­reich zu 71 Pro­zent A(H3N2)-Viren und zu 28 Pro­zent A(H1N1)-Viren regis­triert. Die Exper­ten füh­ren den mode­ra­ten Ver­lauf der Influ­enza in der abge­lau­fe­nen Sai­son einer­seits auf den mil­den Win­ter, ande­rer­seits auf die Immu­ni­tät von Kin­dern gegen A(H1N1)-Viren durch ver­gan­gene Krank­heits­wel­len zurück.
APA

Weni­ger Früh­ge­bur­ten durch Rauchverbote

Die Zahl der Früh­ge­bur­ten und Asthma-Anfälle bei Kin­dern ist durch Rauch­ver­bote in öffent­li­chen Gebäu­den inner­halb eines Jah­res um zehn Pro­zent gesun­ken. Auch gebe es um fünf Pro­zent weni­ger Neu­ge­bo­rene mit sehr gerin­gem Geburts­ge­wicht. Das haben For­scher der Uni­ver­si­tät Maas­tricht um Jasper Been fest­ge­stellt. Sie ana­ly­sier­ten dafür 2,5 Mil­lio­nen Gebur­ten und knapp 250.000 kli­nisch behan­delte Asthma-Anfälle bei Kin­dern aus sechs euro­päi­schen und fünf nord­ame­ri­ka­ni­schen Stu­dien von 2008 bis 2013. „Unsere Stu­die beweist deut­lich, dass Rauch­ver­bote beträcht­li­che Vor­teile für die vor­ge­burt­li­che Gesund­heit und Gesund­heit von Kin­dern haben“, so Stu­di­en­lei­ter Been. Außer­dem wür­den die Gesund­heits­aus­ga­ben gesenkt, beto­nen die For­scher. Der­zeit leben nur 16 Pro­zent der Men­schen in Län­dern mit umfas­sen­den Rauch­ver­bo­ten; 40 Pro­zent aller Kin­der sind regel­mä­ßig Tabak­rauch aus­ge­setzt.
APA/​Lancet

USA: mehr Kin­der mit Autismus

In den USA ist die Zahl der Kin­der mit Autis­mus – ver­gli­chen mit Zah­len aus 2012 – um 30 Pro­zent gestie­gen. Laut einer Stu­die der Cen­ters for Dise­ase Con­trol and Pre­ven­tion (CDC) ist eines von 68 Schul­kin­dern betrof­fen, Buben fünf­mal häu­fi­ger als Mäd­chen. Die Ursa­che für den Anstieg ist unklar; die sta­tis­ti­sche Methode der Erhe­bung hat sich nicht geän­dert.
APA

Frauen wer­den schnel­ler spielsüchtig

Von 200 Betrof­fe­nen in sta­tio­nä­rer Behand­lung waren 70 Pro­zent der Frauen – dop­pelt so viele wie Män­ner – Opfer von kör­per­li­cher Gewalt, sexu­el­lem Miss­brauch oder Ver­nach­läs­si­gung in der Kind­heit. Frauen wer­den sel­te­ner und in spä­te­ren Jah­ren, dafür aber schnel­ler, spiel­süch­tig als Män­ner, fan­den Wis­sen­schaf­ter der Uni­ver­si­tät Hohen­heim her­aus.
APA

Mehr Myo­kard­in­farkte durch Sommerzeit

Am Tag nach der Umstel­lung von Win­­ter- auf Som­mer­zeit steigt die Zahl der Myo­kard­in­farkte um 25 Pro­zent; bei der Umstel­lung auf Win­ter­zeit sinkt die Her­z­in­­farkt-Rate um 21 Pro­zent. Die For­scher der Uni­ver­si­tät Colo­rado ver­mu­ten, dass Men­schen mit einer erhöh­ten Anfäl­lig­keit für eine Herz­er­kran­kung unmit­tel­bar nach einer Zeit­um­stel­lung einem erhöh­ten Risiko aus­ge­setzt sind.
APA

Welt­ge­sund­heits­tag 2014: Krank­hei­ten durch Vektoren

Die WHO (Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion) hat die Vek­­tor-über­­­tra­­ge­­nen Krank­hei­ten wie etwa Mala­ria, Den­­gue-Fie­­ber, Gelb­fie­ber oder FSME zum Thema des dies­jäh­ri­gen Welt­ge­sund­heits­tags Anfang April gemacht. Schät­zun­gen zufolge wer­den dadurch jähr­lich rund eine Mil­li­arde Erkran­kun­gen ver­ur­sacht; jähr­lich kommt es in der Folge zu rund einer Mil­lion Todes­fälle.
APA

Kein höhe­res Insult-Risiko durch Kaffee

Men­schen, die durch­schnitt­lich 3,5 Tas­sen Kaf­fee täg­lich kon­su­mie­ren, haben ein um 20 Pro­zent gerin­ge­res Insult-Risiko als jene, die kei­nen Kaf­fee trin­ken. Das haben For­scher der Uni­ver­si­tä­ten Har­vard und Sin­ga­pur her­aus­ge­fun­den. Das geringste Risiko für Insulte, Myo­kard­in­farkte und andere Herz­er­kran­kun­gen gab es bei drei bis fünf Tas­sen täg­lich; erst ab etwa neun bis zehn Tas­sen täg­lich erhöht sich das Insult-Risiko. Das Team um Frank B. Hu wer­tete Daten von 1,3 Mil­lio­nen Teil­neh­mern aus 36 Stu­dien aus; 48.000 von ihnen hat­ten eine Herz­er­kran­kung und 12.000 einen Insult. Die Autoren ver­wie­sen aber auf die unter­schied­li­chen Zube­rei­tungs­ar­ten: Frü­her wurde Kaf­fee­pul­ver gekocht, was die Blut­fett­werte erhöht; Fil­ter­kaf­fee hat kei­nen Ein­fluss dar­auf. Laut den Autoren könn­ten die Ergeb­nisse daher nicht auf fran­zö­si­schen oder tür­ki­schen Kaf­fee über­tra­gen wer­den.
APA/​Circulation

Pflas­ter gegen Epilepsie

Mit einem intel­li­gen­ten Pflas­ter, das die Mus­kel­ak­ti­vi­tät von Pati­en­ten über­wacht und auto­ma­tisch Medi­ka­mente ver­ab­reicht, soll Epi­lep­sie künf­tig behan­delt wer­den. For­scher aus den USA und Süd­ko­rea haben ein Gerät in Form eines Heft­pflas­ters ent­wi­ckelt, das nur einen Mil­li­me­ter dick und bieg­sam ist. Am Hand­ge­lenk getra­gen misst es Mus­kel­be­we­gun­gen und zeich­net sie auf. Über eine dünne Heiz­schicht wer­den die in den Nano­par­ti­keln gela­ger­ten Medi­ka­mente erhitzt und in die Haut abge­ge­ben. Ein inte­grier­ter Hit­ze­s­en­sor ver­hin­dert, dass die Haut über­hitzt. Bis­lang muss der Pro­to­typ noch über Kabel mit einem exter­nen Mikro­pro­zes­sor ver­bun­den wer­den; lang­fris­tig soll das Gerät laut den For­schern aber auto­nom wer­den.
APA/​Nature Nanotechnology

Frauen rau­chen „anders“ als Männer

Frauen begin­nen frü­her zu rau­chen, kön­nen schwe­rer auf­hö­ren und wer­den häu­fi­ger rück­fäl­lig als Män­ner, wie Andjela Bäwert von der Uni­ver­si­täts­kli­nik für Psych­ia­trie und Psy­cho­the­ra­pie der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien erklärte. Weil bei Frauen Niko­tin schnel­ler abge­baut wird, spü­ren sie den Niko­­tin-Ent­­­zug eher als Män­ner und reagie­ren dar­auf in vie­len Fäl­len mit Dys­pho­rie, Depres­sio­nen, Angst-Erkran­­kun­­­gen oder Schlaf­stö­run­gen. Frauen rau­chen auch aus ande­ren Grün­den als Män­ner: sie grei­fen in Stress­si­tua­tio­nen zur Ziga­rette, Män­ner eher in Gesell­schaft. Den­noch stel­len in Europa Män­ner die Mehr­heit der Rau­cher dar: Rund 40 Pro­zent der männ­li­chen Euro­päer rau­chen täg­lich, jedoch nur 18,2 Pro­zent der Frauen. In Öster­reich sind es bei den 15-Jäh­­ri­­gen aber bereits mehr Mäd­chen (21 Pro­zent) als Bur­schen (19 Pro­zent), die rau­chen. Bäwert dazu: „Je frü­her man mit dem Rau­chen beginnt, desto eher wird man abhän­gig.“
Medi­zi­ni­sche Uni­ver­si­tät Wien

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 8 /​25.04.2014