Zwi­schen­bi­lanz der Tur­­nus-Eva­lu­ie­­rung: Große Beteiligung

10.09.2012 | Poli­tik

Bereits mehr als 2.700 Tur­nus­ärz­tin­nen und Tur­nus­ärzte haben sich an der öster­reich­weite Online-Umfrage zu ihrer Aus­bil­dungs­si­tua­tion betei­ligt. Nach dem Start­schuss vor einem Jahr wer­den die ers­ten Ergeb­nisse im Herbst prä­sen­tiert.
Von Paul Gabriel*

Bis zum Start der „Tur­­nus-Eva­lu­ie­­rung“ durch die Bun­des­ku­rie Ange­stellte Ärzte der ÖÄK gab es in Öster­reich zur Aus­bil­dungs­si­tua­tion von Jung­ärz­ten ledig­lich Erhe­bun­gen auf Ebene der ein­zel­nen Bun­des­län­der. Mit der Rea­li­sie­rung des Pro­jekts wurde das Ärzt­li­che Qua­li­täts­zen­trum mit Sitz in Linz beauf­tragt. Ziel der Befra­gung ist es, Defi­zite und Pro­bleme im Aus­bil­dungs­all­tag auf­zu­de­cken und so die Mög­lich­keit zu haben, gezielt auf die­je­ni­gen Berei­che hin­zu­wei­sen, in denen Ver­bes­se­rungs­be­darf besteht.

Harald Mayer, Vize­prä­si­dent und Bun­des­ku­ri­en­ob­mann der ange­stell­ten Ärzte in der ÖÄK, sieht diese Eva­lu­ie­rung nach wie vor als „große Chance“ für die Tur­nus­ärzte, klar dar­zu­le­gen, was ihnen an ihrer Aus­bil­dung passt und was nicht. Mayer wei­ter: „So haben unsere jun­gen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen die Mög­lich­keit, sich aktiv an der Ver­bes­se­rung des Aus­bil­dungs­all­tags zu beteiligen.“

Hoher Rück­lauf

Im August des Vor­jah­res wur­den die ers­ten Ein­la­dun­gen zur Teil­nahme an der Umfrage aus­ge­sandt. Bereits nach sehr kur­zer Zeit zeigte sich, dass die Tur­nu­seva­lu­ie­rung von den Tur­nus­ärz­ten sehr gut ange­nom­men wird. Die Rück­lauf­quote liegt aktu­ell bei 44 Pro­zent und über­trifft damit sogar die opti­mis­ti­schen Anfangs­er­war­tun­gen in der Bun­des­ku­rie. Mayer: „Je höher die Betei­li­gung, umso aus­sa­ge­kräf­ti­ger wer­den die Ergeb­nisse, ins­be­son­dere im Hin­blick auf den Ver­gleich zwi­schen den Bun­des­län­dern.“ Die mitt­ler­weile mehr als 4.000 Bewer­tun­gen von Abtei­lun­gen wer­den dazu bei­tra­gen, einen detail­lier­te­ren Ein­blick in die Aus­bil­dungs­si­tua­tion der ein­zel­nen Abtei­lun­gen zu bekommen.

Für den neu gewähl­ten Obmann der Bun­des­sek­tion Tur­nus­ärzte, Karl­heinz Korn­häusl, ist der hohe Rück­lauf ein kla­res Zei­chen dafür, dass „die jun­gen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bereit sind, ihren Bei­trag zur Ver­bes­se­rung der Aus­bil­dungs­si­tua­tion zu leis­ten“. Sein Appel: „Es sol­len alle Tur­nus­ärz­tin­nen und Tur­nus­ärzte in Aus­bil­dung zum All­ge­mein­me­di­zi­ner teil­neh­men, damit wir hier noch aus­sa­ge­kräf­ti­gere Ergeb­nisse erhal­ten. Vor dem Hin­ter­grund der aktu­el­len Dis­kus­sion und Ereig­nisse – Stich­wort Tur­­nus­ärzte-Schut­z­­re­­ge­­lung – wer­den die gesam­mel­ten Infor­ma­tio­nen wich­tige Argu­mente gegen­über der Poli­tik und den Spi­tals­trä­gern zur tat­säch­li­chen Ver­bes­se­rung der Aus­bil­dungs­si­tua­tion liefern.“

Teil­nahme ist unkompliziert

Die Teil­nahme an der Tur­nu­seva­lu­ie­rung ist ganz ein­fach. Jeder Tur­nus­arzt erhält per E‑Mail oder Brief eine Erst­in­for­ma­tion und die Zugangs­da­ten zum Eva­lu­ie­rungs­por­tal. Nach der Regis­trie­rung steht der Online-Fra­­ge­­bo­­gen für das zuletzt abge­schlos­sene Fach zur Ver­fü­gung. Am Ende des Fra­ge­bo­gens wird nach dem aktu­el­len Fach und dem vor­aus­sicht­li­chen Zeit­punkt des Abschlus­ses gefragt, um den recht­zei­ti­gen Zugang zum neuen Eva­lu­ie­rungs­bo­gen sicher­zu­stel­len. Die Anony­mi­tät jedes ein­zel­nen Teil­neh­mers ist gewähr­leis­tet, da ledig­lich anony­mi­sierte Daten erho­ben werden.

Jah­res­be­richt folgt

Ins­ge­samt ist eine Pro­jekt­dauer von drei Jah­ren vor­ge­se­hen, wobei regel­mä­ßige Zwi­schen­be­richte geplant sind. Die ers­ten Berichte wur­den bereits im Früh­jahr an die Lan­­des-Ärz­­te­­kam­­mern über­mit­telt. Der­zeit erfolgt die bun­des­weite Aus­wer­tung der gesam­mel­ten Daten. Der erste Jah­res­be­richt wird plan­ge­mäß im Herbst vorliegen.

*) Mag. Paul Gabriel ist Jurist in der ÖÄK

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 17 /​10.09.2012