Kund­ma­chung der ÖÄK: Hygiene-Verordnung

25.01.2011 | Ser­vice

Ver­ord­nung der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer über die hygie­ni­schen Anfor­de­run­gen von Ordi­na­ti­ons­stät­ten und Grup­pen­pra­xen (Hygiene-VO 2010)

Auf Grund des § 117b Abs. 2 Z 9 des Ärz­te­ge­set­zes 1998 (Ärz­teG 1998), zuletzt geän­dert durch das Bun­des­ge­setz BGBl. I Nr. 61/​2010, wird über die die hygie­ni­schen Anfor­de­run­gen von ärzt­li­chen Ordi­na­ti­ons­stät­ten und Grup­pen­pra­xen ver­ord­net:

1. Abschnitt

All­ge­mei­ner Teil

§ 1. Der Ordi­na­ti­ons­stät­ten­in­ha­ber ist für den hygie­nisch ein­wand­freien Betrieb der Ordi­na­tion ver­ant­wort­lich. In einer Grup­pen­pra­xis ist einem Gesell­schaf­ter die Ver­ant­wor­tung für den hygie­nisch ein­wand­freien Betrieb aus­drück­lich zu über­tra­gen (Hygiene-Ver­­an­t­­wor­t­­li­cher). Ein­zelne Auf­ga­ben kön­nen an ent­spre­chend geschulte Mit­ar­bei­ter dele­giert wer­den. Die Dele­ga­tion muss doku­men­tiert sein.

§ 2. Die Anfor­de­run­gen an die Hygiene in einer Ordi­na­ti­ons­stätte sind an die Art der erbrach­ten Leis­tun­gen, die Pati­en­ten­fre­quenz und das Gefähr­dungs­po­ten­tial beson­de­rer Erkran­kun­gen anzu­pas­sen. Der Ordi­­na­­ti­ons-füh­­rende Arzt oder der Hygiene-Ver­­an­t­­wor­t­­li­che haben eine Abschät­zung des Infek­ti­ons­ri­si­kos vor­zu­neh­men und die erfor­der­li­chen Hygiene-Anwei­­sun­­­gen dem Leis­tungs­spek­trum der Ordi­na­ti­ons­stätte anzu­pas­sen.

§ 3. Alle Mit­ar­bei­ter in einer Ordi­na­ti­ons­stätte sind vom Ordi­na­ti­ons­stät­ten­in­ha­ber oder Hygiene-Ver­­an­t­­wor­t­­li­chen nach­weis­lich über poten­ti­elle Infek­ti­ons­quel­len, Infek­ti­ons­wege und erfor­der­li­che Sicher­heits­maß­na­men in Kennt­nis zu set­zen. Die Schu­lung hat ins­be­son­dere fol­gende grund­le­gen­den Infor­ma­tio­nen zu ent­hal­ten:
1. Infek­ti­ons­krank­hei­ten und ihre Ver­brei­tung;
2. Infek­ti­ons­ri­si­ken in der Ordi­na­ti­ons­stätte;
3. All­ge­meine Hygie­neer­for­der­nisse in der Ordi­na­ti­ons­stätte;
4. die Ver­ant­wort­lich­kei­ten in der jewei­li­gen Ordi­na­ti­ons­stätte;
5. die in der jewei­li­gen Ordi­na­ti­ons­stätte ange­wen­de­ten Maß­nah­men zur Hygiene.

§ 4. Den Mit­ar­bei­tern sind unter Beach­tung des Risi­ko­pro­fils der Ordi­na­ti­ons­stätte und der Emp­feh­lun­gen des Obers­ten Sani­täts­ra­tes Schutz­imp­fun­gen anzu­bie­ten. Eine Ableh­nung ange­bo­te­ner Schutz­imp­fun­gen ist zu doku­men­tie­ren.

§ 5. In Berei­chen mit erhöh­tem Infek­ti­ons­ri­siko sind die Mit­ar­bei­ter unter Beach­tung des Risi­ko­pro­fils der Ordi­na­ti­ons­stätte und dem jewei­li­gen Arbeits­be­reich mit zweck­mä­ßi­ger Arbeits­klei­dung aus­zu­stat­ten.

§ 6. Die Öster­rei­chi­sche Ärz­te­kam­mer ver­öf­fent­licht auf ihrer Home­page hygie­ni­sche Anfor­de­run­gen für ärzt­li­che Ordi­na­ti­ons­stät­ten gemäß Anlage. Diese Anlage ist in leicht les­ba­rer Form für den Ordi­na­ti­ons­be­trieb zusam­men­zu­fas­sen und den Mit­ar­bei­tern zugäng­lich zu machen.

2. Abschnitt
Inkraft­tre­ten und Übergangsbestimmungen

§ 7. (1) Diese Ver­ord­nung ist nach Beschluss­fas­sung der Voll­ver­samm­lung gemäß § 122 Z 6 Ärz­teG 1998 im Inter­net zu ver­öf­fent­li­chen und tritt mit 1.1.2011 in Kraft.

ANLAGE ZUR VERORDNUNG

Ziel

Das Ziel die­ser Richt­li­nie ist der Schutz von Pati­en­ten, Ärz­ten, Ordi­na­ti­ons­per­so­nal und betei­lig­ten Drit­ten vor der Anste­ckung mit Infek­tio­nen in Ordi­na­tio­nen.

Gel­tungs­be­reich

Die vor­lie­gende Richt­li­nie beschreibt die all­ge­mei­nen und spe­zi­el­len Anfor­de­run­gen zur Hygiene, die von Arz­tor­di­na­tio­nen erfüllt wer­den müs­sen. Sie gilt für alle Arz­tor­di­na­tio­nen in Öster­reich. Sie fin­det auch Anwen­dung bei der Qua­li­täts­si­che­rung der öster­rei­chi­schen Arz­tor­di­na­tio­nen.

Erstel­lung, Frei­gabe und Kund­ma­chung der Richtlinie

Die vor­lie­gende Richt­li­nie wurde erstellt unter Ein­be­zie­hung von Exper­ten der ÖÄK, der Bun­des­fach­gruppe für Hygiene und Mikro­bio­lo­gie, geprüft vom Qua­li­täts­aus­schuss der ÖÄK und beschlos­sen von der Voll­ver­samm­lung der ÖÄK. Sie wird min­des­tens alle drei Jahre auf Aktua­li­tät geprüft, gege­be­nen­falls über­ar­bei­tet und erneut frei gege­ben. Die Nach­ver­fol­gung und Koor­di­na­tion der Ver­si­ons­füh­rung obliegt der ÖQMed. Die jeweils gül­tige Ver­sion wird in der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­zei­tung publi­ziert sowie auf den Home­pages der ÖÄK und der ÖQMed kund­ge­macht.

Grund­satz

Ver­ant­wort­lich für den hygie­nisch ein­wand­freien Betrieb der Ordi­na­tion ist grund­sätz­lich der Ordi­­na­­ti­ons-füh­­rende Arzt selbst. Er kann die ein­zel­nen Auf­ga­ben an Mit­ar­bei­ter unter sei­ner Auf­sicht dele­gie­ren. Die Dele­ga­tion muss doku­men­tiert sein. Die Anfor­de­run­gen an die Hygiene in einer Ordi­na­tion sind direkt abhän­gig von
– der Art der in der Ordi­na­tion erbrach­ten Leis­tun­gen
– der Pati­en­ten­fre­quenz
– dem Gefähr­dungs­po­ten­tial beson­de­rer Erkran­kun­gen
und müs­sen daher für jede Ordi­na­tion eigens defi­niert wer­den. All­ge­meine Emp­feh­lun­gen und Leit­li­nien sind dem Leis­tungs­spek­trum der jewei­li­gen Ordi­na­tion anzu­pas­sen. Für jede Ordi­na­tion ist daher ent­spre­chend der oben ange­führ­ten Punkte eine Bewer­tung des Infek­ti­ons­ri­si­kos vor­zu­neh­men. Dies ist Auf­gabe des Ordi­­na­­ti­ons-füh­­ren­­den Arztes.

Es wird beson­ders dar­auf hin­ge­wie­sen, dass aus rechts­re­le­van­ten, fun­k­­ti­ons- und sicher­heits­tech­ni­schen Grün­den die Her­stel­ler­an­ga­ben für den ord­nungs­ge­mä­ßen Gebrauch (Anwen­dung), die Rei­ni­gung und gege­be­nen­falls Des­in­fek­tion und Ste­ri­li­sa­tion sowie die War­tung zu beach­ten sind.

Auf Grund des § 117b Abs. 2 Z 9 lit.c des Ärz­te­ge­set­zes 1998, zuletzt geän­dert durch das Bun­des­ge­setz BGBl. I Nr. 144/​2009, wird ver­ord­net:

A.) All­ge­meine Erfor­der­nisse

1. Bau- und ein­rich­tungs­tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen ent­spre­chend der Pati­en­ten­fre­quenz und den Leistungen:

  • Die Räume der Ordi­na­tio­nen sind sau­ber zu hal­ten. Ein­rich­tungs­ge­gen­stände wer­den mit Bedacht­nahme auf eine mög­lichst geringe Keim­über­tra­gung aus­ge­wählt. Die Räume sind gut belüf­tet, auf­ge­räumt und die Ein­rich­tung ist in einem gepfleg­ten, ordent­li­chen Zustand.


Böden, Wände und Decken im Patientenbehandlungsbereich:

  • Fuß­bo­den­be­läge sind
    – fugen­los und/​oder flüs­sig­keits­dicht
    – leicht zu rei­ni­gen und gege­be­nen­falls zu des­in­fi­zie­ren
    – wider­stands­fä­hig (keine Tep­pi­che bei regel­mä­ßi­gem Pati­en­ten­kon­takt; Aus­nahme: Schmutz­tep­pi­che im Ein­gangs­be­reich)
  • Wand­be­läge wer­den so gewählt, dass diese in Berei­chen mit Kon­ta­mi­na­ti­ons­ge­fahr (bis ca. zwei Meter ab Fuß­bo­den­ni­veau) leicht zu rei­ni­gen und gege­be­nen­falls zu des­in­fi­zie­ren sind (glatte, nicht poröse Ober­flä­chen sind vor­teil­haft).
  • Fest­in­stal­lierte Lei­tun­gen sind unter dem Putz oder in geschlos­se­nen Kabel­ka­nä­len gelegt. Eine ange­mes­sene Beleuch­tung stellt sicher, dass Ver­un­rei­ni­gun­gen gut erkannt wer­den können.

Lager­räume für medi­zi­ni­sche Güter und Hilfs­mit­tel sind gemäß den Pro­dukt­er­for­der­nis­sen tro­cken, staub­ge­schützt und gege­be­nen­falls ent­spre­chend temperiert.

Sani­tär­räume (WC)
ver­fü­gen über:

  • Wasch­ge­le­gen­heit für Hände
  • Sei­fen­spen­der – Flüs­sigs­ei­fen­spen­der im Per­so­nal­be­reich sind hän­de­be­die­nungs­frei (z.B. mit dem Ell­bo­gen zu bedienen)
  • Spen­der für Hän­de­des­in­fek­ti­ons­mit­tel hän­de­be­die­nungs­frei (in Sani­tär­räu­men für Personal)
  • Papier­hand­tuchspen­der
  • Abfall­körbe

Behand­lungs­räume

  • In jedem Behand­lungs­raum befin­det sich ein Spen­der mit alko­ho­li­schem Hän­de­des­in­fek­ti­ons­mit­tel, bei Ver­schmut­zungs­ge­fahr auch eine Wasch­stelle mit Sei­fen­spen­der und Einmalhandtuchspender.
  • Ein­mal­hand­schuhe, Haut­pfle­ge­mit­tel bei jedem Wasch­platz und für den Bedarfs­fall Gesichts­mas­ken, Schutz­brille und Schutz­klei­dung (Kunst­­­stoff-Ein­­mal­­schür­­zen) ste­hen zur Ver­fü­gung.
  • Behand­lungs­lie­gen, Unter­su­chungs­mo­bi­liar und Ses­sel im Behand­lungs­raum haben leicht zu rei­ni­gende Ober­flä­chen (keine Stoffbezüge).
  • In Behand­lungs­räu­men sind keine Pflan­zen vor­han­den (All­er­gien, mög­li­cher Schä­d­­lings- und Schimmelbefall).
  • Tiere haben kei­nen Zugang zum Behand­lungs­raum oder befin­den sich in einem eigens dafür vor­ge­se­he­nen Nebenraum.


2. Ordi­na­ti­ons­per­so­nal

Schu­lun­gen

Das kom­pe­tente Ordi­na­ti­ons­team weiß über poten­ti­elle Infek­ti­ons­quel­len und Infek­ti­ons­wege Bescheid.

Mit­ar­bei­ter der Ordi­na­tion wer­den aus­rei­chend geschult über:

  • Infek­ti­ons­krank­hei­ten und ihre Verbreitung;
  • Infek­ti­ons­ri­si­ken in der Ordination;
  • all­ge­meine Hygie­neer­for­der­nisse in der Ordination;
  • die Ver­ant­wort­lich­kei­ten in der jewei­li­gen Ordi­na­tion;
  • die in der jewei­li­gen Ordi­na­tion ange­wen­de­ten Maß­nah­men zur Hygiene;
  • die Auf­be­rei­tung von Medi­zin­pro­duk­ten (Vor­rei­ni­gung, Rei­ni­gung, Des­in­fek­tion, Ste­ri­li­sa­tion).

Die Schu­lun­gen erfol­gen regel­mä­ßig und nach Bedarf. Die Schu­lung kann durch eine externe Insti­tu­tion erfol­gen, bes­ser aber durch den Ordi­­na­­ti­ons-füh­­ren­­den Arzt selbst.
Die Schu­lun­gen wer­den doku­men­tiert.

Ver­ant­wort­lich­kei­ten

Wenn eine Ordi­na­tion meh­rere Mit­ar­bei­ter beschäf­tigt, sind die Ver­ant­wort­lich­kei­ten für die Aus­füh­rung der ein­zel­nen Maß­nah­men zur Hygiene schrift­lich nie­der­ge­legt. Es gibt eine Ver­tre­tungs­re­ge­lung. Die Doku­mente und Ver­ant­wort­lich­kei­ten sind den Mit­ar­bei­tern nach­weis­lich bekannt.

Schutz­imp­fun­gen

Gemäß dem Risi­ko­pro­fil der Ordi­na­tion wer­den dem Ordi­na­ti­ons­per­so­nal Schutz­imp­fun­gen ent­spre­chend den Emp­feh­lun­gen des Impf­aus­schus­ses des Obers­ten Sani­täts­ra­tes und der AUVA ange­bo­ten und ver­ab­reicht. Dabei ist zu beach­ten,

  • dass die Mit­ar­bei­ter aus­rei­chend auf­ge­klärt werden,
  • dass die Daten der Imp­fun­gen im jewei­li­gen per­sön­li­chen Impf­pass mit den Char­gen­in­for­ma­tio­nen und even­tu­ell mit den vor­ge­se­he­nen Auf­fri­schungs­ter­mi­nen ein­ge­tra­gen sind. Eine Kopie des Impf­pas­ses liegt im Per­so­nal­akt bei.
  • dass Mit­ar­bei­ter, die die Schutz­imp­fung ableh­nen, diese Ableh­nung schrift­lich bestä­ti­gen sol­len und auch diese Doku­men­ta­tion auf­be­wahrt wird.

Arbeits­klei­dung

Arbeits­klei­dung dient einer­seits dem Schutz der eige­nen pri­va­ten Klei­dung des Ordi­na­ti­ons­teams und bil­det ande­rer­seits eine zusätz­li­che Bar­riere zwi­schen einer mög­li­chen Kon­ta­mi­na­tion und dem Betroffenen.

Zu beach­ten:

  • In einer Ordi­na­tion mit Pati­en­ten­kon­takt wird bei sicht­ba­ren Ver­schmut­zun­gen die Arbeits­klei­dung gewechselt.
  • Gemäß dem Risi­ko­pro­fil des in der Ordi­na­tion aus­ge­üb­ten Leis­tungs­spek­trums wird Arbeits­klei­dung immer oder bei Ver­schmut­zung oder mög­li­cher Kon­ta­mi­nie­rung getrennt von der Pri­vat­klei­dung gelagert.


3. Medi­zi­ni­sche Gebrauchs­ge­gen­stände, Zube­hör (z.B. Elek­tro­den), Textilien

  • Es dür­fen nur CE gekenn­zeich­nete Medi­zin­pro­dukte in der vom Her­stel­ler fest­ge­leg­ten Zweck­be­stim­mung ver­wen­det werden.
  • Wenn medi­zi­ni­sche mög­lich und ver­füg­bar, soll­ten in Arz­tor­di­na­tio­nen Ein­mal­in­stru­mente Ver­wen­dung fin­den, um die Mühe und Ver­ant­wor­tung der kor­rek­ten Auf­be­rei­tung zu erspa­ren. Diese müs­sen gemäß ihrer Bestim­mung nach dem ein­ma­li­gen Gebrauch ent­sorgt werden.
  • In der Pra­xis soll­ten bei Wund­ver­sor­gun­gen nur Ein­mal­tex­ti­lien ver­wen­det werden.
  • Die Halt­bar­keits­da­ten sind bei Bestel­lung und Lager­hal­tung von Ein­­mal-Gegen­­stän­­den zu beachten.
  • Mehr­we­g­in­stru­men­ta­rium ist gemäß den Vor­ga­ben des Her­stel­lers ein­zu­set­zen (Ver­wen­dungs­zweck) und gemäß den Vor­schrif­ten des Her­stel­lers zu rei­ni­gen, zu des­in­fi­zie­ren und ent­spre­chend dem Ver­wen­dungs­zweck zu sterilisieren.

4. Hygie­ne­pläne

Je nach Leis­tungs­an­ge­bot der Ordi­na­tion wer­den spe­zi­fi­sche Hygie­ne­pläne erstellt, die Mit­ar­bei­ter dar­auf nach­weis­lich geschult und die Ein­hal­tung durch den Ordi­­na­­ti­ons-füh­­ren­­den Arzt über­wacht.

Hygie­ne­plan – Händehygiene

  • Eine hygie­ni­sche Hän­de­des­in­fek­tion über 30 Sekun­den mit einer Des­in­fek­ti­ons­lö­sung soll nach jeder Pati­en­ten­be­hand­lung mit Haut­kon­takt durch­ge­führt werden.
  • Bei der Hän­de­des­in­fek­tion sind auch Fin­ger­kup­pen und Inter­di­gi­tal­be­rei­che zu beachten.
  • Hände sind vor der Des­in­fek­tion tro­cken zu hal­ten, da es sonst zur Ver­dün­nung des Des­in­fek­ti­ons­mit­tels und zum Wir­kungs­ver­lust des­sel­ben kom­men kann.
  • Hän­de­wa­schen mit Seife erfolgt zur Rei­ni­gung der Hände nach Ver­schmut­zung und nicht zur hygie­ni­schen Des­in­fek­tion.
  • Wich­tig sind kurz geschnit­tene Fin­ger­nä­gel. Bei ste­ri­len chir­ur­gi­schen und inva­si­ven Tätig­kei­ten: kein Schmuck, keine künst­li­chen Nägel.
  • Die chir­ur­gi­sche Hän­de­des­in­fek­tion erfolgt mit einem alko­ho­li­schen Des­in­fek­ti­ons­mit­tel, das drei Minu­ten ange­wen­det wird. Eine Hän­de­r­ei­ni­gung mit Was­ser und Seife wird vor dem ers­ten Ein­griff und zwi­schen den Ein­grif­fen nur bei Ver­schmut­zung der Hände durch­ge­führt.


Hygie­ne­plan – Rei­ni­gung der Ordination

  • Eine rou­ti­ne­mä­ßige gründ­li­che Rei­ni­gung der Ordi­na­tion fin­det regel­mä­ßig in Abhän­gig­keit vom Pati­en­ten­auf­kom­men statt. Der Umfang der Rei­ni­gung ist durch eine Arbeits­an­wei­sung fest­zu­le­gen. Das Fest­le­gen von fre­quenz­ab­hän­gi­gen Rei­ni­gungs­um­fän­gen (Umfang für täg­li­che, wöchent­li­che, monat­li­che, etc. Rei­ni­gung) wird emp­foh­len.
  • Die Rei­ni­gung der Ordi­na­tion wird mit Datums­an­gabe doku­men­tiert und vom Rei­ni­gungs­per­so­nal abgezeichnet.
  • Des­in­fek­tion des Bodens und der Ein­rich­tungs­ober­flä­chen erfol­gen anlass­be­zo­gen (bei Kon­ta­mi­na­tion, abhän­gig vom bekann­ten Gefah­ren­po­ten­tial).

5. Ver­sor­gung /​Ent­sor­gung

Grund­sätze

  • Grund­sätz­lich wird zwi­schen rei­nem und unrei­nem Mate­rial unter­schie­den, wobei gebrauch­tes Mate­rial immer als kon­ta­mi­niert zu behan­deln ist. Die Ver­wechs­lung mit rei­nem Mate­rial muss aus­ge­schlos­sen sein.
  • Die Pati­en­ten­ver­sor­gung erfolgt stets mit rei­nem Mate­rial (das gerei­nigt und des­in­fi­ziert und ggf. ste­ri­li­siert ist).
  • Mate­rial, das zur Auf­be­rei­tung vor­ge­se­hen ist, wird in eige­nen Sam­mel­be­häl­tern auf­be­wahrt und zur Auf­be­rei­tung gebracht. Für die Auf­be­rei­tung exis­tie­ren Anwei­sun­gen, die den betrof­fe­nen Mit­ar­bei­tern nach­weis­lich bekannt sind. Auf­be­rei­te­tes Mate­rial und neues Mate­rial wer­den kon­ta­mi­na­ti­ons­ge­schützt gela­gert.

Abfälle

  • Abfälle sol­len mög­lichst nah am Ort ihrer Ent­ste­hung gesam­melt wer­den, um die mit gefähr­li­chem oder mög­li­cher­weise infek­tiö­sem Mate­rial zurück­ge­leg­ten Weg­stre­cken so kurz wie mög­lich zu gestal­ten.
  • Kanü­len und sons­tige Ver­­­le­t­­zungs-gefähr­­dende spitze oder scharfe Gegen­stände (z.B. schnei­dende und ste­chende Instru­mente wie Nadeln, Ampul­len­reste, Lan­zet­ten, Skal­pell­klin­gen, usw.) wer­den sofort nach Gebrauch am Arbeits­platz in stich- und bruch­feste, flüs­sig­keits­dichte, fest ver­schließ­bare und undurch­sich­tige Behäl­ter abge­wor­fen. Die vol­len Behäl­ter wer­den fest ver­schlos­sen und nicht mehr geöff­net.
  • Die Abfall­be­häl­ter wer­den so gela­gert, dass eine Gefähr­dung Drit­ter sowie eine miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung aus­ge­schlos­sen sind.
  • Eine Ver­mi­schung mit ande­ren gemisch­ten Sied­lungs­ab­fäl­len (Rest­müll) darf bei mög­li­cher­weise infek­tiö­sen medi­zi­ni­schen Abfäl­len nicht erfol­gen.
  • Wegen der damit ver­bun­de­nen Ver­let­zungs­ge­fahr wer­den Müll­be­häl­ter nicht umgeleert.
  • Idea­ler­weise wer­den volle Müll­be­häl­ter in fahr­ba­ren Samm­lern trans­por­tiert. Sollte dies nicht mög­lich sein, wird dafür gesorgt, dass die Gebinde nicht zu groß und schwer gemacht wer­den. Um Ver­let­zun­gen zu ver­mei­den, wer­den die ver­schlos­se­nen Müll­be­häl­ter nicht am Kör­per, son­dern mit aus­ge­streck­tem Arm getra­gen und nicht über den Boden gezogen.
  • Der ver­ant­wort­li­che Arzt der Ordi­na­tion bzw. der Abfall­be­auf­tragte hat die dau­er­haft fest ver­schlos­se­nen durch­stich­si­che­ren Behäl­ter ent­we­der bei berech­tig­ten Abfall­samm­lern oder ‑behand­lern bezie­hungs­weise bei Pro­blem­stoff­sam­mel­stel­len abzu­ge­ben. Erfolgt eine Über­gabe nicht durch den Arzt selbst, hat die­ser der beauf­trag­ten Per­son eine Voll­macht aus­zu­hän­di­gen. Abfälle mit Infek­ti­ons­ge­fahr sind stets bei einem befug­ten Abfall­samm­ler oder ‑behand­ler abzu­ge­ben. Nähere Aus­künfte u.a. betref­fend die Lage und Öff­nungs­zei­ten der Pro­blem­ab­fall­stel­len sowie der berech­tig­ten Abfall­samm­ler oder ‑behand­ler sind bei der jewei­li­gen Gemeinde erhält­lich. Abfall­ersterzeu­ger haben bei Abfäl­len, die inner­halb und außer­halb des medi­zi­ni­schen Bereichs eine Gefahr dar­stel­len, Auf­zeich­nun­gen über die Ent­sor­gung der gefähr­li­chen Abfälle (mit Begleit­schein) sowie Auf­zeich­nun­gen über den Ver­bleib der Pro­blem­stoffe zu füh­ren.
  • Sofern ordi­na­ti­ons­ty­pisch gefähr­li­che Abfälle wie­der­keh­rend in einer Menge anfal­len, die über das Abfall­auf­kom­men eines pri­va­ten Haus­hal­tes hin­aus gehen, haben sich Abfall-Ersterzeu­­ger, deren Tätig­keit nach dem 12.7.2007 neu auf­ge­nom­men wurde, elek­tro­nisch beim vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Land- und Forst­wirt­schaft, Umwelt und Was­ser­wirt­schaft ein­ge­rich­te­ten Regis­ter anzu­mel­den. Die­ses Regis­ter ist unter www.abfallregister.at zu errei­chen.
  • Soweit Abfälle über den Rest­müll ent­sorgt wer­den dür­fen, genügt es ein­mal pro Jahr, Auf­zeich­nun­gen über die Anzahl und das Fas­sungs­ver­mö­gen der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Rest­müll­ton­nen, deren Ent­lee­rungs­in­ter­vall sowie das Abfuhr­un­ter­neh­men, das die Rest­müll­ton­nen ent­leert, zu füh­ren. Glei­ches gilt für die Auf­zeich­nun­gen über die Ent­sor­gung der Ver­pa­ckungs­ab­fälle (Ver­pa­ckungs­kunst­stoffe, Ver­pa­ckungs­glas) und der sons­ti­gen Alt­stoffe (bio­gene Abfälle oder Alt­pa­pier).
  • Die Auf­zeich­nun­gen über die jeweils letz­ten sie­ben Jahre sind auf­zu­be­wah­ren und für Kon­trol­len bereit zu halten.


B.) Spe­zi­elle Erfor­der­nisse ent­spre­chend der Ordinationstätigkeit

1. Hygie­ne­plan – Behand­lung von Wun­den

Ver­band­wech­sel

  • Nur mit ste­ri­len Ver­band­ma­te­ria­lien zur ein­ma­li­gen Verwendung
  • Bei infi­zier­ten Wun­den: Ein­mal­hand­schuhe
  • Bei nicht fri­schen Wun­den oder genäh­ten Haut­wun­den ist bei einem Ver­band­wech­sel die Ver­wen­dung eines des­in­fi­zier­ten Wund­be­stecks aus­rei­chend (keine Ste­ri­li­tät erfor­der­lich).

Ver­sor­gung von klei­nen und mitt­le­ren Wun­den ohne Eröff­nung einer Kör­per­höhle

  • Des­in­fek­tion des umlie­gen­den Haut­are­als
  • Ver­wen­dung von ste­ri­li­sier­tem Wund­be­steck; Doku­men­ta­tion der Ste­ri­li­sa­tion der in der Ordi­na­tion auf­be­rei­te­ten Medi­zin­pro­dukte
  • Chir­ur­gi­sche Hän­de­des­in­fek­tion
  • Ste­rile, vor­zugs­weise (Einmal-)Textilien zum Abdecken.

Sons­tige ope­ra­tive Ein­griffe aus den Fach­ge­bie­ten mit Eröff­nung einer Kör­per­höhle

  • Jeden­falls wie Ver­sor­gung von Wun­den (siehe oben)
  • Ste­rile OP-Klei­­dung bei ope­ra­ti­ven Ein­grif­fen in ste­ri­len Berei­chen
  • Ein­hal­tung asep­ti­scher Bedin­gun­gen
  • Ein­schlä­gige Hygie­ne­vor­schrif­ten der Fach­grup­pen (ori­en­tie­rend kann dazu auf ent­spre­chende Emp­feh­lun­gen von Hygie­ne­fach­grup­pen bzw. Fach­ge­sell­schaf­ten zurück­ge­grif­fen werden)

2. Instru­men­ten­auf­be­rei­tung

(wobei auch eine Aus­la­ge­rung der Auf­be­rei­tung mög­lich ist)

  • Jeweils eigene Zone für rein und unrein inner­halb der Ordi­na­tion (Zonen­ein­tei­lung räum­lich oder zeit­lich – kann auch inner­halb eines Rau­mes statt­fin­den)
  • Arzt oder einen Mit­ar­bei­ter als Ver­ant­wort­li­cher nomi­niert
  • Unter­su­chungs­be­steck z.B. im HNO-Bereich (in unste­ri­len keim­be­sie­del­ten Regio­nen): manu­elle Vor­rei­ni­gung und zumin­dest Desinfektion
  • Rei­ni­gung und Des­in­fek­tion der Instru­mente vor­zugs­weise in Rei­­ni­­gungs-Des­in­­fe­k­­ti­on­s­­ge­rä­­ten (RDG)
  • Dampf­ste­ri­li­sa­tor gemäß ÖN EN 285 oder EN ISO 13060 (zumin­dest drei Minu­ten bei 134°C oder 15 Minu­ten bei 121°C, Doku­men­ta­tion mit­tels Aus­druck der Pro­zess­pa­ra­me­ter, also der IST-Werte von Druck und Tem­pe­ra­tur, oder elek­tro­ni­sche Spei­che­rung von Druck und Tem­pe­ra­tur). Falls der­ar­ti­ges Dru­cker­mo­dul nicht vor­han­den, zumin­dest Doku­men­ta­tion des kor­rek­ten Farb­um­schlags eines Char­­gen­­kon­­troll-Indi­­ka­­tors. (Für Ordi­na­tio­nen, die zum Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens die­ser Hygiene-Rich­t­­li­­nie bereits bestehen, gilt eine Über­gangs­frist bis 31.12.2014.)
  • Für Ste­ril­gut­ver­pa­ckung: Heiß­sie­gel­ge­rät oder Sterilgutbehälter
  • Ste­ril­gut tro­cken und staub­ge­schützt lagern

Instru­men­ten­auf­be­rei­tung spe­zi­ell für Wund­be­hand­lung und Wund­ver­sor­gung

  • Für Ver­band­wech­sel ist im Regel­fall die mecha­ni­sche Rei­ni­gung und anschlie­ßende Des­in­fek­tion der Instru­mente mit einem geprüf­ten Des­in­fek­ti­ons­mit­tel ausreichend.
  • Die Her­stel­ler­an­ga­ben der Des­in­fek­ti­ons­mit­tel sowie der Instru­men­ten­her­stel­ler sind zu beachten.

3. Auf­be­rei­tung von Endo­sko­pen

(wobei auch eine Aus­la­ge­rung der Auf­be­rei­tung mög­lich ist)

  • Endo­skope, die in nicht keim­freien Berei­chen ver­wen­det wer­den, wer­den maschi­nell oder gege­be­nen­falls manu­ell nach doku­men­tier­ten Stan­dard­an­wei­sun­gen und mit auf Wirk­sam­keit geprüf­ten Ver­fah­ren ent­spre­chend den Emp­feh­lun­gen der Kom­mis­sion für Kran­ken­haus­hy­giene und Infek­ti­ons­prä­ven­tion beim Robert Koch-Insti­­tut (RKI) unter Berück­sich­ti­gung der Her­stel­ler­vor­schrif­ten auf­be­rei­tet. Der Auf­be­rei­tungs­pro­zess muss doku­men­tiert sein.
  • Zusatz­ge­räte, die für inva­sive Pro­ze­du­ren im Ste­ril­be­reich ver­wen­det wer­den (z.B. Biop­sie­zan­gen, ERCP-Kathe­­ter, Schlin­gen, etc.), wer­den nach Her­stel­ler­an­ga­ben nach erfolg­ter Rei­ni­gung und Des­in­fek­tion einer Dampf­ste­ri­li­sa­tion unter­zo­gen. Eine mög­li­che Alter­na­tive ist die Ver­wen­dung von Ein­mal­pro­duk­ten. Zusatz­ge­räte, die nur im nicht-ste­­ri­­len-Bereich Ver­wen­dung fin­den, wer­den einem Des­in­fek­ti­ons­pro­zess unter­zo­gen.
  • Die Auf­be­rei­tung von Endo­sko­pen muss bei maschi­nel­ler und manu­el­ler Rei­ni­gung pro­to­kol­liert wer­den. Die Auf­be­wah­rung der kon­ta­mi­nier­ten Endo­skope und Instru­mente erfolgt in geson­dert gekenn­zeich­ne­ten Behäl­tern. Bei manu­ell durch­ge­führ­ter Auf­be­rei­tung ist eine Ver­fah­rens­an­wei­sung, auf wel­che die Mit­ar­bei­ter regel­mä­ßig geschult wer­den, not­wen­dig. Bei Endo­sko­pen ohne Arbeits­ka­näle, z.B. im nicht keim­freien HNO-Bereich, ist eine Rei­ni­gung und Des­in­fek­tion unter Beach­tung der Her­stel­ler­an­ga­ben aus­rei­chend. Vor Ver­wen­dung ist, um einen Schleim­haut­kon­takt mit der Des­in­fek­ti­ons­lö­sung zu ver­mei­den, mit ste­ri­lem pyro­gen­freiem Was­ser zu spü­len.
  • Um die Aus­trock­nung orga­ni­schen Mate­ri­als zu ver­hin­dern, sol­len die Endo­skope unmit­tel­bar nach der Endo­sko­pie gemäß den Vor­ga­ben einer Arbeits­an­wei­sung (ori­en­tie­rend kann dazu auf ent­spre­chende Emp­feh­lun­gen von Hygie­ne­fach­grup­pen bzw. Fach­ge­sell­schaf­ten zurück­ge­grif­fen wer­den) auf­be­rei­tet wer­den.


4. OP-Vor­­­be­­rei­­tung

Zur Haut­vor­be­rei­tung des OP-Are­als sind flüs­sige, gefärbte Prä­pa­rate – vor­zugs­weise auf Alko­hol­ba­sis – zu ver­wen­den. Alter­na­ti­ven sind für schleim­haut­nahe Areale PVP-Jod-Prä­­pa­­rate in wäss­ri­ger Lösung. Auf even­tu­ell all­er­gene Inhalts­stoffe ist Rück­sicht zu neh­men.


5. Tex­ti­lien

  • Bei Eröff­nung von ste­ri­len Kör­per­höh­len und der Ver­sor­gung von gro­ßen, tie­fen Wun­den wird ste­rile OP-Klei­­dung getragen.
  • Bei nicht ste­ri­ler Arbeits­klei­dung soll­ten nur über 60 Grad wasch­bare Tex­ti­lien oder Ein­mal­tex­ti­lien ver­wen­det wer­den.
  • Arbeits­klei­dung hat vor­zugs­weise (ent­spre­chend der Tätig­keit) kurze Ärmel und muss regel­mä­ßig sowie bei Ver­schmut­zung anlass­be­zo­gen gewech­selt werden.

6. Sam­mel­be­häl­ter

Sam­mel­be­häl­ter für Kanü­len und sons­tige Ver­­­le­t­­zungs-gefähr­­dende spitze oder scharfe Gegen­stände, wie Lan­zet­ten, Skal­pelle und Ampul­len­reste:
müs­sen flüs­sig­keits­dicht, ver­schließ­bar, durch­stich­si­cher und aus­rei­chend fest sein.


C.) Auf­zeich­nungs­pflich­ten

1. Grund­sätze

  • Die Hygiene zählt zu jenen Berei­chen der Arz­tor­di­na­tion, in denen das Ärz­te­ge­setz Regeln der Qua­li­täts­si­che­rung vor­schreibt. Die Hygiene-Doku­­men­­ta­­tion stellt daher einer­seits sicher, dass die Erfor­der­nisse für die Ordi­na­tion defi­niert sind und belegt ande­rer­seits, dass der Arzt und sein Team spe­zi­fi­sche Regeln einhalten.
  • Die ÖQMed hat Vor­la­gen und Texte zu erstel­len und zur Ver­fü­gung zu stel­len, die dem Arzt die Imple­men­tie­rung der Hygiene-bezo­­ge­­nen Doku­men­ta­tion erleich­tern.
  • Fol­gende For­mu­lare zur Ordi­na­ti­ons­hy­giene müs­sen in der ein­zel­nen Ordi­na­tion auf­lie­gen, wenn medi­zi­ni­sche Leis­tun­gen ange­bo­ten wer­den, die über ein Bera­tungs­ge­spräch oder ein Akten­gut­ach­ten hin­aus gehen:
    – Schulung/​Information der Mit­ar­bei­ter über all­ge­meine Hygie­neer­for­der­nisse. Mit­ar­bei­ter, die anhand der Doku­mente unter­wie­sen oder geschult wur­den, bestä­ti­gen dies mit ihrer Unter­schrift.
    – Infor­ma­tion und Ver­ant­wor­tung für Rei­ni­gung und Abfall­ent­sor­gung der Ordi­na­tion
    – Gesetz­lich vor­ge­schrie­bene Doku­men­ta­tion der Abfälle
    – Infor­ma­tion und Ver­ant­wor­tung für die Auf­be­rei­tung (Rei­ni­gung, Des­in­fek­tion und gege­be­nen­falls Ste­ri­li­sa­tion) von Instru­men­ten – wenn in der Ordi­na­tion Instru­mente auf­be­rei­tet wer­den.
    – Gesetz­lich vor­ge­schrie­bene Doku­men­ta­tion der Auf­be­rei­tung, auch wenn die Auf­be­rei­tung für die Ordi­na­tion (teil­weise oder zur Gänze) durch einen exter­nen Auf­trag­neh­mer durch­ge­führt wird.

Alle For­mu­lare ent­hal­ten das Datum ihrer Erstel­lung durch den Ordi­­na­­ti­ons-füh­­ren­­den Arzt bzw. ihrer Inkraft­set­zung.

Diese Ver­ord­nung tritt nach Beschluss­fas­sung der Voll­ver­samm­lung gemäß § 122 Z 6 Ärz­te­ge­setz 1998 mit Ablauf des Tages der Frei­gabe im Inter­net in Kraft.

Fol­gende For­mu­lare und Zusatz­in­for­ma­tio­nen kön­nen unter www.aerztekammer.at (Downloads/​Kundmachungen/​Richtlinien und Ver­ord­nun­gen der ÖÄK/​6. Punkt (Hygiene-VO 2010)) sowie unter www.aerztezeitung.at und unter www.oeqmed.at abge­ru­fen werden:

For­mu­lare:

For­mu­lar 1: Ordi­na­ti­ons­hy­giene – Rei­ni­gung und Abfall­ent­sor­gung
For­mu­lar 2: Ent­sor­gungs­plan
For­mu­lar 3: Mit­ar­bei­te­rIn­nen­be­zo­gene Schu­lungs­do­ku­men­ta­tion – Arbeits­platz­re­le­vante Schu­lun­gen
For­mu­lar 4: Doku­men­ta­ti­ons­blatt Sterilisationen

Zusatz­in­for­ma­tion:

Abfall­schlüs­sel­num­mern
Ent­sor­gung von betrieb­li­chen Abfäl­len in Arzt­pra­xen
Ent­sor­gung von gefähr­li­chen Abfäl­len in Arzt­pra­xen

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 1–2 /​25.01.2011