Im Fokus: Allergien

25.04.2022 | Poli­tik

1. Epi­de­mio­lo­gie
Jeder vierte Öster­rei­cher lei­det an ­einer All­er­gie. Zwar ist die Alters­gruppe der 14- bis 59-Jäh­­ri­­gen am stärks­ten betrof­fen, den­noch neh­men sie in allen Alters­grup­pen zu. Es domi­nie­ren Heu­schnup­fen und Pollen­allergien mit mehr als 40 Pro­zent vor Nah­rungs­mit­tel­in­to­le­ran­zen mit 18 Prozent.

2. All­er­gie & COVID-19
All­er­gien sind kein Risi­ko­fak­tor für eine COVID-19-Infe­k­­tion. Insek­ten­gifte oder inha­la­tive All­er­gene kön­nen auch im Fall einer Infek­tion ange­wen­det wer­den, wäh­rend eine all­er­gen­spe­zi­fi­sche The­ra­pie unter­bro­chen wer­den muss. Bei einem asym­pto­ma­ti­schen Ver­lauf muss weder auf ­sub­lin­guale The­ra­pie umge­stellt noch eine lau­fende The­ra­pie abge­bro­chen werden.

3. Kin­der & All­er­gie
Bei Kin­dern mit all­er­gi­scher Rhi­ni­tis senkt eine spe­zi­fi­sche Immun­the­ra­pie signi­fi­kant das Risiko, an all­er­gi­schem Asthma zu erkran­ken. Vor allem nasale Symp­tome las­sen sich durch die sub­ku­tane The­ra­pie mit depig­men­tier­ten polymeri­sierten All­er­gen­ex­trak­ten ver­bes­sern. Diese The­ra­pie ist ab dem fünf­ten Lebens­jahr mög­lich. In der Folge kann dann alters­ab­hän­gig die anti­all­er­gi­sche Co-Medi­­­ka­­tion fast voll­stän­dig sistieren.

4. Peni­cil­­lin-All­er­­gie
Etwa drei Vier­tel der Pati­en­ten mit einer ver­meint­li­chen Peni­cil­­lin-All­er­­gie ver­tra­gen Beta-Lak­­tam-Anti­­bio­­­tika und Cepha­lo­s­po­rine. Tat­säch­lich tole­rie­ren 80 Pro­zent der IgE-ver­­­mi­t­­tel­­ten Aller­gi­ker nach zehn Jah­ren den­noch wie­der Peni­cil­lin. Eine ent­spre­chende All­er­gie kann mit­tels Amoxi­cill­in­test oder Peni­cil­­lin-Haut­­­test veri­fi­ziert wer­den. Aller­dings ist die­ser Test beim Ste­­vens-John­­son-Syn­­­drom oder bei Leber­schä­den verboten.

5. Imp­fen & All­er­gie
Weder bei Pati­en­ten mit posi­ti­ver Fami­li­en­ana­mnese noch bei jenen ohne Ato­pie erhö­hen Imp­fun­gen das Risiko für eine All­er­gie. Auch Kin­der mit ato­pi­scher Prä­dis­po­si­tion kön­nen unter Stan­dard­be­din­gun­gen ohne Nachbeob­achtungszeit geimpft wer­den. Falls es zu einer Impf­re­ak­tion kommt, soll eine all­er­go­lo­gi­sche Ana­lyse der Impf­stoffe und Impf­be­stand­teile erfolgen.

Lite­ra­tur: Anker­mann, Imp­fen, All­ergo Jour­nal, 2018. Lei­ner, Peni­cil­­lin-All­er­­gie, CME, 2019. R. All­er­gie, All­ergo, 2020; Sta­tis­tik Aus­tria, Gesund­heits­be­fra­gung, 2017; Wöhrl, All­er­gie, J Dtsch Der­ma­tol Ges, 2021 © SPL, picturedesk.com; iStock

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 08 /​25.04.2022