Edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühl­gas­s­ner, MBA

August 2021 | Poli­tik

Dr. med. Agnes M. Mühlgassner, MBAMit einem Trau­er­marsch in der Wie­ner Innen­stadt hat die Öster­rei­chi­sche Ärz­te­kam­mer im Vor­feld des 143. Ärz­te­kam­mer­ta­ges gegen die Beschnei­dung ihrer Kom­pe­ten­zen bei der ärzt­li­chen Aus­bil­dung und der Qua­li­täts­si­che­rung pro­tes­tiert. Aus­lö­ser dafür war ein juris­ti­scher For­mal­feh­ler vor mehr als 20 Jah­ren – der ein­fach beho­ben wer­den hätte kön­nen. Doch anstatt des­sen wur­den im Zuge einer Novelle des Ärz­te­ge­set­zes nun die Kom­pe­ten­zen neu gere­gelt: Künf­tig sol­len die Bun­des­län­der für die Aus­bil­dung von Ärz­tin­nen und Ärz­ten zustän­dig sein und das Gesund­heits­mi­nis­te­rium für die Qualitätssicherung.

Was das kon­kret bedeu­tet? Auf jeden Fall zusätz­li­che Kos­ten, da diese Struk­tu­ren gänz­lich neu auf­ge­baut wer­den müs­sen – ganz abge­se­hen davon, dass die erfor­der­li­che Exper­tise nicht vor­han­den ist. Und da die Aus­bil­dung zu den Bun­des­län­dern wan­dert, müs­sen diese Struk­tu­ren gleich neun­mal auf­ge­baut wer­den. Ähn­lich die Situa­tion bei der Qua­li­täts­si­che­rung: Hier muss das Minis­te­rium ein kom­plett neues Sys­tem auf­set­zen, obwohl es mit der ÖQMed ein bewähr­tes Instru­ment gibt.

Alles dazu und auch die Reso­lu­tion, die beim Ärz­te­kam­mer­tag beschlos­sen wurde, lesen Sie ab Seite 8.

Herz­lichst,
Dr. med. Agnes M. Mühl­gas­s­ner, MBA

Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 12 /​25.06.2021