COVID-19-Imp­­fung: Anwendungsempfehlungen

10.04.2021 | Poli­tik


Das Natio­nale Impf­gre­mium hat Anwen­dungs­emp­feh­lun­gen für COVID-19-Imp­­fun­­­gen erstellt. Diese wer­den basie­rend auf den jeweils vor­lie­gen­den Daten lau­fend adap­tiert und sol­len daher als „leben­des Doku­ment“ ange­se­hen werden.

Ein­satz von Impfstoffen

Der COVID-19-Imp­f­­plan des BMSGPK gibt unter Berück­sich­ti­gung logis­ti­scher Aspekte und Bedin­gun­gen der Umset­zung vor, wel­che Per­so­nen­grup­pen wann geimpft wer­den sol­len. Es han­delt sich dabei um eine ver­bind­lich ein­zu­hal­tende Vor­gabe sei­tens des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums. Imp­f­­stoff-Bestel­­lun­­­gen dür­fen nur für Per­so­nen der jeweils zu imp­fen­den Ziel­gruppe getä­tigt wer­den. Es muss in Lis­ten nach­voll­zieh­bar sein, für wel­che Per­so­nen die jewei­li­gen Impf­stoffe bestellt wer­den. Mög­li­che Impf­ter­mine sol­len vorab kom­mu­ni­ziert wer­den, um gege­be­nen­falls impf­wil­li­gen Per­so­nen „auf Abruf“ eine Imp­fung zu ermög­li­chen, sollte es zu einem Über­schuss an Imp­fun­gen kom­men. Die War­te­lis­ten sol­len trans­pa­rent und abstei­gend nach Alter/​Geburtsjahr geführt werden. 

Die der­zei­tige epi­de­mio­lo­gi­sche Situa­tion erfor­dert, dass mög­lichst schnell viele Men­schen in Öster­reich geimpft wer­den. Dabei soll der COVID-19-Imp­f­­plan des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums ein­ge­hal­ten wer­den. Gege­be­nen­falls übrige Impf­do­sen sol­len raschest mög­lich ver­impft wer­den, auch wenn dies in Ein­zel­fäl­len bedeu­tet, dass Impf­stoffe an Per­so­nen ver­impft wer­den, die nicht in die zum jewei­li­gen Zeit­punkt zu imp­fende Ziel­gruppe fal­len. Ein Ver­wurf von Impf­stof­fen muss in jedem Fall und unbe­dingt ver­mie­den wer­den. Impf­do­sen sol­len auch dann ver­impft wer­den, wenn in Ein­zel­fäl­len keine zweite Dosis von der betrof­fe­nen Impf­stelle bereit­ge­stellt wer­den kann. Es wird daran gear­bei­tet, dass Zweit­do­sen für ange­impfte Per­so­nen in einem ange­mes­se­nen Impf­ab­stand auch an ande­ren Impf­stel­len gewähr­leis­ten wer­den können.

Imp­fung: Auf­klä­rung und Indikationsstellung 

Der Beur­tei­lung der Impf­taug­lich­keit sollte im Rah­men von COVID-19-Imp­­fun­­­gen beson­de­res Augen­merk geschenkt wer­den, da auf­grund der Prio­ri­sie­rung viele der zu imp­fen­den Per­so­nen alters­be­dingt und/​oder wegen Grund­er­kran­kun­gen beein­träch­tigt sind. Es sollte in die Über­le­gun­gen auch ein­be­zo­gen wer­den, dass Impf­re­ak­tio­nen bei den mRNA-Imp­f­­stof­­fen nach der zwei­ten Dosis oft etwas stär­ker aus­fal­len, was bei der Prü­fung der Impf­taug­lich­keit zur zwei­ten Imp­fung anhand der Reak­tion auf die erste berück­sich­tigt wer­den soll. Beim Vek­tor­i­mpf­stoff von Astra­Ze­neca waren die nach der zwei­ten Dosis berich­te­ten Neben­wir­kun­gen mil­der und sel­te­ner im Ver­gleich zu jenen nach ers­ter Dosis. Eine Nei­gung oder Vor­ge­schichte zu Thrombo-Embo­­lien ist kein Aus­schluss­grund für eine Imp­fung. Es gibt kei­nen Grund, aus Sorge vor Neben­wir­kun­gen COVID-19-Imp­­fun­­­gen abzu­sa­gen oder auf­zu­schie­ben oder wegen der Imp­fung gegen COVID-19 gerin­nungs­hem­mende Medi­ka­mente einzusetzen. 

Impf­schema

Für einen voll­stän­di­gen Impf­schutz soll eine Impf­se­rie mit dem Impf­stoff been­det wer­den, mit dem sie begon­nen wurde. Die Ver­wen­dung unter­schied­li­cher Impf­stoffe bei Dosis 1 und 2 ist weder vor­ge­se­hen noch emp­foh­len und wäre eine off-label-Anwen­­dung. Der­zeit lie­gen zum Ein­satz unter­schied­li­cher Impf­stoffe im Rah­men der Erstim­mu­ni­sie­rung keine Daten vor. 

Der Impf­stoff Comirn­aty der Firma BioNTech/​Pfizer wird laut Fach­in­for­ma­tion in zwei Dosen in einem Inter­vall von 19 bis 42 Tagen ver­ab­reicht; der Impf­stoff ist ab einem Alter von 16 Jah­ren zuge­las­sen. Per­so­nen, die eine erste Dosis mit Comirn­aty erhal­ten haben, müs­sen eine zweite Dosis mit Comirn­aty erhal­ten, um die Impf­se­rie abzuschließen. 

Der Impf­stoff COVID-19 Vac­cine Moderna der Firma Moderna wird laut Fach­in­for­ma­tion in zwei Dosen in einem Inter­vall von 21 bis 42 Tagen ver­ab­reicht; der Impf­stoff ist ab einem Alter von 18 Jah­ren zuge­las­sen. Per­so­nen, die eine erste Dosis mit COVID-19 Vac­cine Moderna erhal­ten haben, müs­sen auch die zweite Dosis zum Abschluss der Imp­fung mit COVID-19 Vac­cine Moderna erhalten.

Der Impf­stoff COVID-19 Vac­cine der Firma Astra­Ze­neca wird laut Fach­in­for­ma­tion in zwei Dosen ver­ab­reicht; der Impf­stoff ist ab einem Alter von 18 Jah­ren zuge­las­sen. Bereits drei Wochen nach der ers­ten Dosis beginnt die Schutz­wir­kung. Die 2. Dosis kann laut Fach­in­for­ma­tion in einem Zeit­in­ter­vall von vier Wochen bis zwölf Wochen (28 bis 84 Tage) ver­ab­reicht wer­den, soll aber vor­zugs­weise 11 bis 12 Wochen nach der 1. Dosis ver­ab­reicht wer­den. Für einen anhal­ten­den und voll­stän­di­gen Impf­schutz ist die 2. Dosis not­wen­dig. Eine bes­sere Immu­no­ge­ni­tät zeigte sich beim Impf­stoff der Firma Astra­Ze­neca bei län­ge­ren Impf­ab­stän­den zwi­schen 1. und 2. Dosis, wes­halb das Inter­vall von 11 bis 12 Wochen bei der Pla­nung von Impf­ter­mi­nen ange­strebt wer­den soll. 

Der Impf­stoff COVID-19 Vac­cine Jans­sen der Firma Jans­sen wird als Ein­zel­do­sis ver­ab­reicht und ist ab einem Alter von 18 Jah­ren zugelassen. 

Ver­säumte Imp­fun­gen und Schutzdauer

Bei Über­schrei­ten der maximal emp­foh­le­nen Impf­in­ter­valle von 42 Tagen (mRNA-Imp­f­­stoffe) bezie­hungs­weise 12 Wochen (Astra­Ze­neca) soll die feh­lende Imp­fung ehest­mög­lich nach­ge­holt wer­den. Ein Neu-Beginn der Impf­se­rie ist nicht not­wen­dig und nicht emp­foh­len. Diese off-label-Anwen­­dung außer­halb des zuge­las­se­nen Inter­valls erfor­dert die Infor­ma­tion der geimpf­ten Per­son. Es gibt kei­nen Hin­weis, dass eine der­ar­tige Ver­län­ge­rung zu einem ein­ge­schränk­ten Impf­schutz nach der 2. Dosis führt. Die Schutz­dauer nach mRNA- oder Vek­­tor-Imp­f­­stof­­fen ist noch nicht bekannt. Dem­nach ist auch noch nicht bekannt, wann/​ob Auf­fri­schungs­imp­fun­gen not­wen­dig sind. Ent­spre­chende Emp­feh­lun­gen wer­den sich aus den wei­te­ren Ergeb­nis­sen der lau­fen­den Phase III-Stu­­dien ergeben. 


ACHTUNG: Auf­grund der momen­ta­nen epi­de­mio­lo­gi­schen Situa­tion in der Pan­de­mie wird emp­foh­len, die Impf­in­ter­valle bei den bei­den ver­füg­ba­ren mRNA-Imp­f­­stof­­fen aus­zu­deh­nen: Die Zweit­imp­fung soll in der 6. Woche nach erfolg­ter Erst­imp­fung statt­fin­den. Ab dem 22. Tag nach der 1. Dosis ist bei allen ver­füg­ba­ren Impf­stof­fen mit Beginn einer gewis­sen Schutz­wir­kung zu rechnen. 

Der­zeit bereits ver­ein­barte Impf­ter­mine sol­len nicht ver­scho­ben werden. 


All­er­gien

Vor der 1. Impfung

  • Per­so­nen mit bekann­ten All­er­gien bei­spiels­weise gegen Aero­all­er­gene wie Pol­len oder Haus­staub kön­nen und sol­len unge­ach­tet die­ser Vor­ge­schichte geimpft wer­den. Bei Imp­fung von All­er­gi­ke­rin­nen und All­er­gi­kern soll die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit auf 30 Minu­ten ver­län­gert werden.
  • Bei Ana­phy­la­xie (all­er­gi­scher Schock) in der Ana­mnese kann eine Prä­me­di­ka­tion min­des­tens 60 Minu­ten vor der Imp­fung mit einem Anti­hist­ami­ni­kum in Erwä­gung gezo­gen wer­den. Nach­be­ob­ach­tungs­zeit für 30 Minu­ten ent­spre­chend den Stan­dard­emp­feh­lun­gen des Öster­rei­chi­schen Impf­pla­nes. Per­so­nen mit schwe­rer ASS-Into­­le­ran­­z/N­­SAR-Into­­le­ranz oder chro­ni­scher Urtika­ria kön­nen unter erhöh­ter Obser­vanz geimpft wer­den (30 Minu­ten Nachbeobachtung). 

Nach der 1. Impfung

  • Ist nach der 1. Imp­fung eine all­er­gi­sche Sofort­re­ak­tion (inner­halb der ers­ten zwei Stun­den), jedoch nicht ana­phy­lak­ti­sche Reak­tion auf­ge­tre­ten, die mit Anti­hist­ami­nika und Cor­ti­son gut beherrsch­bar waren, so wird fol­gen­des Vor­ge­hen emp­foh­len: Hier ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass eine erneute Expo­si­tion zu stär­ke­ren all­er­gi­schen Reak­tio­nen füh­ren kann. Darum sollte in der­ar­ti­gen Fäl­len nach indi­vi­du­el­ler Nut­­zen-Risiko-Abwä­­gung eine Imp­fung nur unter inten­si­vier­ter Beob­ach­tung in kli­ni­schen Ein­rich­tun­gen durch­ge­führt werden.
  • Ana­phy­lak­ti­sche Reaktion/​allergischer Schock nach 1. Imp­fung: keine 2. Impfung
  • Iso­lierte Urtika­ria 6 Stun­den oder mehr nach 1. Imp­fung (keine all­er­gi­sche Reak­tion vom Sofort­typ): Tritt eine iso­lierte Urtikaria/​Angioödem meh­rere Stun­den nach der Imp­fung auf (ana­phy­lak­to­ide Reak­tion), so kann eine zweite Imp­fung unter Prä­me­di­ka­tion und Obser­vanz für 30 Minu­ten durch­ge­führt wer­den, eine ent­spre­chende Not­fall­ver­sor­gung muss gewähr­leis­tet sein. 

Per­so­nen mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen, beein­träch­tig­tem Immun­sys­tem oder immun­sup­pres­si­ver Behandlung

Die bis­her ver­füg­ba­ren Impf­stoffe gegen COVID-19 – sowohl mRNA-Imp­f­­stoffe als auch der erste zuge­las­sene Vek­tor­i­mpf­stoff – sind nur teil­weise bei Per­so­nen mit beein­träch­tig­tem Immun­sys­tem und/​oder unter immun­mo­du­lie­ren­der oder immun­sup­pres­si­ver Behand­lung unter­sucht. Je nach Pro­dukt lie­gen Daten zu Per­so­nen mit HIV (unter The­ra­pie und mit CD4>500), sta­bi­len Auto­im­mun­erkran­kun­gen, Krebs­er­kran­kun­gen (ohne lau­fende oder kürz­lich Che­mo­the­ra­pie), Dia­be­tes mel­li­tus, kar­dio­vasku­lä­ren und chro­ni­schen pul­mo­na­len Erkran­kun­gen vor, die keine Auf­fäl­lig­kei­ten bezüg­lich Wirk­sam­keit und Ver­träg­lich­keit erge­ben haben. 

Da es sich bei den mRNA-Imp­f­­stof­­fen um Impf­stoffe han­delt, die wie inak­ti­vierte Impf­stoffe zu beur­tei­len sind, sind zunächst die Grund­re­geln für die Ver­wen­dung von inak­ti­vier­ten Impf­stof­fen bei den jewei­li­gen Per­so­nen­grup­pen und Medi­ka­tio­nen anwend­bar. Dies gilt auch für die zuge­las­se­nen Vek­tor­i­mpf­stoffe. Da sich hier das Trä­ger­vi­rus nicht ver­meh­ren kann, sind die Eigen­schaf­ten sol­cher Impf­stoffe bei immun­sup­pri­mier­ten oder chro­nisch kran­ken Per­so­nen ver­gleich­bar mit inak­ti­vier­ten Vak­zi­nen zu bewer­ten, d.h. es geht von ihnen auch bei Immun­sup­pres­sion keine Gefahr für den Impf­ling aus und es gel­ten die glei­chen Anwen­dungs­re­geln wie bei inak­ti­vier­ten Impf­stof­fen (z.B. mRNA-Imp­f­­stoffe). Auch bei die­sen Impf­stof­fen ist, obwohl es sich um DNA-Trä­­ger­­vi­­ren han­delt, ein Ein­bau in das mensch­li­che Genom mit Sicher­heit aus­zu­schlie­ßen, da die Virus-DNA nur extra­chro­mo­so­mal abge­le­sen wird.

Prin­zi­pi­ell gilt, dass eine immun­mo­du­lie­rende The­ra­pie nicht zuguns­ten einer Imp­fung unter­bro­chen wer­den sollte. Im Falle eines the­ra­peu­ti­schen Fens­ters sollte die­ses unter Befol­gung der Regeln für die jewei­lige Medi­ka­tion genutzt werden.

Bei Imp­fung von Per­so­nen mit Grund­krank­hei­ten soll­ten im Ein­zel­nen noch fol­gende Punkte im ärzt­li­chen Gespräch abge­han­delt wer­den und so im Kon­sens eine indi­vi­du­elle Imp­f­ent­schei­dung getrof­fen werden:

  • Besteht für die betrof­fene Per­son auf Grund der gegen­wär­ti­gen Lebens­si­tua­tion über­haupt ein signi­fi­kan­tes Anste­ckungs­ri­siko mit COVID-19?
  • Bestehen für die betrof­fene Per­son sehr gute Mög­lich­kei­ten, durch die Ein­hal­tung von nicht-phar­­ma­­zeu­­ti­­schen Inter­ven­tio­nen eine Infek­tion mit hoher Wahr­schein­lich­keit zu vermeiden?
  • Wäre auf Grund der Grundkrankheit/​Medikation damit zu rech­nen, dass im Infek­ti­ons­fall mit COVID-19 ein schwe­rer, ev. lebens­be­droh­li­cher Ver­lauf mit höhe­rer Wahr­schein­lich­keit eintritt?
  • Ist die Erkran­kung der­zeit sta­bil oder fin­den sich Zei­chen einer signi­fi­kan­ten Pro­gres­sion, die momen­tan nicht unter Kon­trolle ist?
  • Ist kürz­lich ein Erkran­kungs­schub auf­ge­tre­ten? (War­te­frist 4 Wochen)
  • Lässt der Grad der Immun­sup­pres­sion erwar­ten, dass kein Impf­erfolg eintritt?
  • Jeden­falls ist eine inten­si­vierte Auf­klä­rung des Pati­en­ten nötig, da in den meis­ten Fäl­len die Imp­fung unter „off-label“ Kri­te­rien durch­ge­führt wird!

Fer­ti­li­tät

Tier­ex­pe­ri­men­telle Stu­dien las­sen nicht auf direkte oder indi­rekte schäd­li­che Wir­kun­gen in Bezug auf die Repro­duk­tion schlie­ßen. mRNA-Imp­f­­stoffe ver­än­dern nicht das Erb­gut und haben keine Aus­wir­kung auf die Fer­ti­li­tät. Auch in Bezug auf Vek­tor­i­mpf­stoffe sind dies­be­züg­lich keine Aus­wir­kun­gen zu erwarten.

Schwan­ger­schaft

Es lie­gen bis­her nur begrenzte Erfah­run­gen mit der Anwen­dung von COVID-19-Imp­f­­stof­­fen bei Schwan­ge­ren vor. Tier­ex­pe­ri­men­telle Stu­dien las­sen nicht auf direkte oder indi­rekte schäd­li­che Wir­kun­gen in Bezug auf Schwan­ger­schaft, embryonale/​fötale Ent­wick­lung, Geburt oder post­na­tale Ent­wick­lung schlie­ßen. Die Ver­ab­rei­chung von COVID-19-Imp­f­­stof­­fen in der Schwan­ger­schaft sollte in Betracht gezo­gen wer­den, wenn der poten­ti­elle Nut­zen alle mög­li­chen Ris­ken für Mut­ter und Fötus überwiegt. 

Ein rou­ti­ne­mä­ßi­ger Schwan­ger­schafts­test vor einer Imp­fung ist nicht not­wen­dig. Bei die­sen Vor­ga­ben han­delt es sich um reine Vor­sichts­maß­nah­men. Das bedeu­tet, dass im Falle einer unge­wollt in den genann­ten Fris­ten ein­tre­ten­den Schwan­ger­schaft KEINE Indi­ka­tion für einen Schwan­ger­schafts­ab­bruch besteht und die Schwan­ger­schaft auch nicht als Risi­ko­gra­vi­di­tät ein­zu­stu­fen ist!

Still­zeit

Es ist nicht zu erwar­ten, dass mRNA-Imp­f­­stoffe oder Bestand­teile des­sel­ben in die Mut­ter­milch über­tre­ten und sich dar­aus irgend­ein theo­re­ti­sches Risiko ablei­ten ließe. Dies ist auch bei Vek­tor­i­mpf­stof­fen nicht zu erwarten. 

Kin­der

Von der Imp­fung von Kin­dern als off-label-use wird der­zeit abge­ra­ten, ins­be­son­dere auch wenn es sich um Kin­der han­delt, die einer Risi­ko­gruppe ange­hö­ren. Es gibt der­zeit noch nicht aus­rei­chend Daten zum Ein­satz der Impf­stoffe bei Kin­dern, auch keine Daten zur Dosie­rung der Impf­stoffe in die­ser Altersklasse. 

Inter­vall zu ande­ren Impfungen

Da es sich bei COVID-19-Imp­f­­stof­­fen um neu­ar­tige Impf­stoffe han­delt, soll zur bes­se­ren Zuord­nung von Neben­wir­kun­gen bei Tot­impf­stof­fen ein Min­dest­ab­stand von 14 Tagen zur Imp­fung ein­ge­hal­ten wer­den. Der Abstand zu Lebend­impf­stof­fen sollte 28 Tage betra­gen. Sollte aber eine andere drin­gende Imp­f­in­di­ka­tion in zeit­li­cher Nähe zu einer COVID-19-Imp­­fung bestehen, kann dies beden­ken­los wahr­ge­nom­men werden.

Über­prü­fung des Impferfolgs

Es gibt kei­nen immu­no­lo­gi­schen Test, der den Schutz sicher nach­weist. Eine Impf­erfolgs­über­prü­fung wird der­zeit nicht emp­foh­len, weil noch kein Schutz­kor­re­lat defi­niert ist. In Ein­zel­fäl­len (z.B. bei unkla­rer immu­no­lo­gi­scher Reak­ti­ons­fä­hig­keit des Pati­en­ten auf eine Imp­fung) kann eine zwei­ma­lige Anti­kör­per­be­stim­mung (Vorwert/​Nachwert 4 Wochen nach 2. Imp­fung) mit einem vali­dier­ten Anti­kör­per­test Hil­fe­stel­lung bei der Inter­pre­ta­tion des Impf­erfol­ges geben.

Anti­­kör­­per- und Titer­be­stim­mun­gen auf SARS-CoV‑2 vor Impfung

Es wird nach den bis­he­ri­gen Ergeb­nis­sen davon aus­ge­gan­gen, dass der vor­be­stehende Sero­sta­tus kei­nen Unter­schied bezüg­lich der Sicher­heit der Imp­fung macht. Eine erhöhte Rate an Impf­re­ak­tio­nen ist bei Per­so­nen, bei wel­chen Anti­kör­per nach­ge­wie­sen wur­den, nicht zu erwar­ten. Eine Anti­kör­per­tes­tung ist aber vor einer Imp­fung nicht erfor­der­lich; sie hat keine Kon­se­quenz für eine Impfung. 


Eine Anti­kör­per­be­stim­mung zur Veri­fi­zie­rung des Sero­sta­tus soll nicht als Ent­schei­dungs­grund­lage für eine COVID-19-Imp­­fung durch­ge­führt werden. 


Imp­fung nach Labor­be­stä­tig­ter SARS-CoV-2-Infektion

Nach labor­dia­gnos­tisch gesi­cher­ter SARS-CoV-2-Infe­k­­tion (Nach­weis mit­tels PCR-Test) ist eine Imp­fung gegen COVID-19 für 6–8 Monate nicht not­wen­dig. Die Stu­di­en­da­ten bei die­ser Per­so­nen­gruppe zei­gen eine Per­sis­tenz hoher Anti­kör­per­ti­ter für 6–8 Monate. Dem­nach wird emp­foh­len, dass eine Imp­fung für 6–8 Monate auf­ge­scho­ben wird und laut momen­ta­nem Kennt­nis­stand nur 1 Dosis ver­ab­reicht wird (off-label).

Bei einem posi­ti­ven Neu­tra­li­sa­ti­ons­test (KEINE Kor­re­late!) soll die Imp­fung für 3 Monate auf­ge­scho­ben werden. 

Kommt es im Inter­vall zwi­schen der 1. Dosis und der 2. Dosis zu einer Labor-bestä­­ti­g­­ten SARS-CoV-2-Infe­k­­tion (PCR-Test), soll die 2. Dosis nach der­zei­ti­gem Wis­sens­stand für 6–8 Monate auf­ge­scho­ben wer­den (off-label).
Emp­feh­lung zum Vor­ge­hen in Alten- und Pfle­ge­wohn­hei­men bei aku­ten SARS-CoV-2-Infe­k­­ti­o­­nen in der Einrichtung

  • Keine Krank­heits­fälle in den letz­ten 14 Tagen: alle Per­so­nen impfen
  • Ein­zelne, gut abgrenz­bare COVID-19-Fälle: In den letz­ten 14 Tagen vor Impf­be­ginn sind ein­zelne, gut abgrenz­bare Fälle und schlüs­sig nach­ver­folg­bare Fälle auf­ge­tre­ten; die Betrof­fe­nen iso­liert. Asym­pto­ma­ti­sche Per­so­nen kön­nen geimpft wer­den. Nach ent­spre­chen­der Risiko-Nut­­zen-Abwä­­gung kön­nen auch Kon­takt­per­so­nen der Kate­go­rie I und II – sofern asym­pto­ma­tisch – geimpft werden.
  • In einer aku­ten Aus­bruchs­si­tua­tion (zahl­rei­che, nicht abgrenz­bare Fälle): COVID-19-Imp­­fun­­­gen soll­ten vor­über­ge­hend aus­ge­setzt wer­den. Per­so­nal kann und soll auch wäh­rend eines Aus­bruchs geimpft wer­den, wenn es asym­pto­ma­tisch und nega­tiv getes­tet ist.
  • Es tre­ten Fälle zwi­schen den bei­den Imp­fun­gen auf: Vor­gangs­weise wie bei den bei­den vor­an­ge­gan­ge­nen Punk­ten. In der­ar­ti­gen Aus­nah­me­fäl­len kön­nen die Impf­ab­stände zwi­schen ers­ter und zwei­ter Imp­fung bis zu 42 Tagen ver­län­gert werden.

Impf­re­ak­tio­nen, Neben­wir­kun­gen und Hintergrundmorbidität

Nach der Imp­fung gegen COVID-19 tre­ten oft erwart­bare Reak­tio­nen auf den Impf­stoff auf, die gewöhn­lich inner­halb weni­ger Tage von selbst wie­der enden. 

Nach Imp­fun­gen mit mRNA-Imp­f­­stof­­fen wur­den sehr häu­fig an der Impf­stelle Schmer­zen, Rötung und Schwel­lung beob­ach­tet. Dar­über hin­aus kann es sehr häu­fig zu Müdig­keit, Kopf‑, Mus­­kel- oder Gelenks­schmer­zen, Lymph­kno­ten­schwel­lung, Übelkeit/​Erbrechen, Frös­teln oder Fie­ber kom­men. Sehr häu­fig bedeu­tet, dass mehr als 1 von 10 geimpf­ten Per­so­nen betrof­fen sind. Nach mRNA-Imp­f­­stof­­fen tre­ten nach der 2. Dosis ver­mehrt Impf­re­ak­tio­nen auf.

Die Sicher­heits­da­ten zu den Vek­tor­i­mpf­stof­fen zei­gen eben­falls ein sehr gutes Sicher­heits­pro­fil, die Mehr­zahl der Neben­wir­kun­gen war leicht bis mode­rat und gin­gen bin­nen weni­ger Tage nach Imp­fung voll­stän­dig zurück. Impf­re­ak­tio­nen nach Imp­fung mit Vek­tor­i­mpf­stof­fen waren u.a. Schmer­zen an der Impf­stelle, sys­te­misch wur­den vor­wie­gend Kopf­schmer­zen, Müdig­keit, Mus­kel­schmer­zen, Unwohl­sein, Pyre­xie (ein­schließ­lich Fieb­rig­keit und Fie­ber), Schüt­tel­frost, Arthr­al­gie und Übel­keit, wobei die Reak­tio­nen im Falle der Imp­fung gegen Astra­Ze­neca nach der 2. Imp­fung mil­der waren und weni­ger häu­fig beob­ach­tet wur­den. Bereits bei der Impf­auf­klä­rung zur COVID-19-Imp­­fung sollte auf die mög­li­cher­weise etwas stär­ker auf­tre­ten­den Impf­re­ak­tio­nen deut­lich hin­ge­wie­sen wer­den, ebenso auf den mög­li­chen Ein­satz einer pro­phy­lak­ti­schen Ein­nahme von Par­acet­amol (unter Berück­sich­ti­gung all­ge­mei­ner Kon­tra­in­di­ka­tio­nen) etwa 6 Stun­den nach der Imp­fung und gege­be­nen­falls einer Fort­füh­rung der Gabe 6‑stündlich für 24–48 Stun­den. Dies führt zur Abschwä­chung von auf­tre­ten­den Impf­re­ak­tio­nen. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass dabei die Wir­kung der Imp­fung nicht beein­träch­tigt wird. 

Beim Ein­satz in Betrie­ben wird emp­foh­len, nicht alle Mit­ar­bei­ter gleich­zei­tig zu imp­fen, son­dern etap­pen­weise, um sicher­zu­stel­len, dass der Betrieb auf­recht­erhal­ten wer­den kann, sollte es bei einem gewis­sen Pro­zent­satz der Per­so­nen zu Impf­re­ak­tio­nen kommen.

Bei Frauen unter 55 Jah­ren besteht nach der Imp­fung gegen COVID-19 mit dem Impf­stoff von Astra­Ze­neca ein Signal/​Hinweis für ein sehr gerin­ges Risiko (gerin­ger als 1:100.000) für Throm­bo­sen und/​oder Throm­bo­zy­to­pe­nie, in eini­gen Fäl­len beglei­tet von Blu­tun­gen, wor­auf vor der Imp­fung hin­ge­wie­sen wer­den soll. Der Impf­stoff ist nicht mit einem Anstieg des Gesamt­ri­si­kos für Blut­ge­rinn­sel (thrombo-embo­­li­­sche Ereig­nisse) verbunden. 

Vom vor­beu­gen­den Ein­satz gerin­nungs­hem­men­der Medi­ka­mente (z.B. Ace­tyl­sa­li­cyl­säure, nie­der­mo­le­ku­la­res Hepa­rin, etc.) wegen einer COVID-19-Imp­­fung wird aus­drück­lich abge­ra­ten. Bestehende Gerin­nungs­me­di­ka­tion sollte selbst­ver­ständ­lich bei­be­hal­ten werden.

Wie bei der Ein­nahme nach ande­ren Medi­ka­men­ten soll­ten Per­so­nen dar­auf hin­ge­wie­sen wer­den, wie auch bis­her nach COVID-19-Imp­­fun­­­gen ihren Gesund­heits­zu­stand zu beob­ach­ten. Bei Neben­wir­kun­gen, die mehr als 3 Tage nach erfolg­ter Imp­fung anhal­ten oder neu auf­tre­ten (z.B. Schwin­del, Kopf­schmer­zen, Seh­stö­run­gen, Übelkeit/​Erbrechen, Luft­not, akute Schmer­zen in Brust­korb, Abdo­men oder Extre­mi­tä­ten, Bein­schwel­lun­gen), sollte sicher­heits­hal­ber eine wei­tere ärzt­li­che Dia­gnos­tik zur Abklä­rung einer Throm­bose erfolgen. 

Bei neu auf­ge­tre­te­nen Sym­pto­men nach der Imp­fung sind wich­tige Unter­su­chun­gen ins­be­son­dere Blut­bild mit Bestim­mung der Throm­bo­zy­ten­zahl, Blut­aus­strich, D‑Dimere und ggf. eine wei­ter­füh­rende bild­ge­bende Dia­gnos­tik (z.B. cMRT, Ultra­schall, CT Thorax/​Abdomen).

Unter einer Impf­re­ak­tion ver­steht man harm­lose Beschwer­den, die im Rah­men der Immun­ant­wort auf eine Imp­fung prin­zi­pi­ell und erwart­bar auf­tre­ten kön­nen. Übli­cher­weise tre­ten der­ar­tige Impf­re­ak­tio­nen bereits kurz nach der Imp­fung auf (meist am sel­ben Tag oder tags dar­auf) und hal­ten für 1–2 Tage an. Dies kön­nen Lokal­re­ak­tio­nen wie Bren­nen, Schmer­zen, Ver­här­tung und Rötung an der Ein­stich­stelle oder All­ge­mein­re­ak­tio­nen wie (leich­tes) Fie­ber, Abge­schla­gen­heit, grip­pear­tige Beschwer­den, Kopf‑, Gelenks- und Glie­der­schmer­zen u.a. sein. 

Kommt es zu schäd­li­chen und uner­wart­ba­ren Reak­tio­nen auf die Imp­fung, so spricht man von einer Impf­ne­ben­wir­kung. Diese ist sowie auch das Aus­blei­ben der erwar­te­ten Wirk­sam­keit, also Impf­durch­brü­che, mel­de­pflich­tig. Für Gesund­heits­be­rufe besteht in Öster­reich eine gesetz­li­che Mel­de­pflicht für ver­mu­tete Neben­wir­kun­gen sowie für das Aus­blei­ben der erwünsch­ten Wir­kung eines Arz­nei­mit­tels, was im Falle von COVID-19-Imp­f­­stof­­fen Impf­durch­brü­che sind. Das Auf­tre­ten von COVID-19 soll aus prag­ma­ti­schen Grün­den ab dem Tag 7 nach der 2. Impf­do­sis als ver­mu­te­ter Impf­durch­bruch gemel­det werden. 

Es gibt gesund­heit­li­che Ereig­nisse wie etwa Auto­im­mun­erkran­kun­gen, Krebs­er­kran­kun­gen oder sogar Tod, wel­che in jeder Bevöl­ke­rung auf­tre­ten, auch ohne Imp­fun­gen. So muss man davon aus­ge­hen, dass es, wenn eine große Anzahl von Per­so­nen geimpft wird, auch bei geimpf­ten Per­so­nen zu der­ar­ti­gen gesund­heit­li­chen Ereig­nis­sen in zeit­li­chem Zusam­men­hang kommt, ohne dass diese jedoch in ursäch­li­chem Zusam­men­hang mit einer zuvor ver­ab­reich­ten Imp­fung ste­hen. Da spe­zi­ell am Beginn der Impf­ak­tion haupt­säch­lich hoch­be­tagte Per­so­nen geimpft wer­den, ist damit zu rech­nen, dass in einem zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Imp­fung natür­lich bedingte, aber nicht impf-bedingte gesund­heit­li­che Ereig­nisse erwar­tungs­ge­mäß auftreten. 

Der Erwar­tungs­wert der Zahl der Todes­fälle eine Woche nach Imp­fung bei Risiko­per­so­nen im Alter von 80 Jah­ren und älter beträgt 3,5 pro 1.000. Basie­rend auf der Hin­ter­grun­din­zi­denz (= erwart­bare Anzahl der Todes­fälle bei über 80-Jäh­­ri­­gen: 3.5/1.000 Personen/​Woche) ist mit einem Todes­fall bei einer von 290 Per­so­nen die­ser Alters­gruppe inner­halb einer Woche, unab­hän­gig von einer Imp­fung, zu rechnen. 

Eine Nei­gung oder Vor­ge­schichte zu Thrombo-Embo­­lien ist kein Aus­schluss­grund für eine Impfung. 


Ver­mu­tete Neben­wir­kun­gen sol­len gemel­det wer­den unter www.basg.gv.at oder unter Tel.: 0800 555 621 


Scree­­ning- und Testprogramme

Ob eine Per­son geimpft ist oder nicht hat laut der­zei­ti­gem Kennt­nis­stand keine Aus­wir­kung auf ein Anti­­gen- oder PCR-Tes­t­er­ge­b­­nis; es kommt dadurch nicht zu falsch-posi­­ti­­ven Testergebnissen. 


Über­blick über die in Öster­reich ver­füg­ba­ren Impfstoffe


Imp­stoff

Dosen pro Vial

Emp­foh­le­nes Inter­vall (mög­li­ches Inter­vall) und Anzahl not­wen­di­ger Dosen

mL pro Dosis

Rekon­sti­tu­tion

Comirn­aty BioNTech/​Pfizer, mRNA-Impfstoff

6

6 Wochen (19–42 Tage), 2 Dosen

0,3 mL

1,8 mL NaCl (0,9%)/Vial

COVID-19 Vac­cine Moderna, mRNA-Impfstoff

10

6 Wochen (21–42 Tage), 2 Dosen

0,5 mL

Keine

COVID-19 Vac­cine Astra­Ze­neca Vektorimpfstoff

10

11–12 Wochen (28 bis 84 Tage), 2 Dosen

0,5 mL

Keine

COVID-19 Vac­cine Jans­sen Vektorimpfstoff

5

1 Dosis

0,5 mL

Keine

Kon­takt­per­so­nen­ma­nage­ment von geimpf­ten Per­so­nen, die Kon­takt mit Per­so­nen mit nach­ge­wie­se­ner SARS-CoV-2-Infe­k­­tion hatten

Die Imp­fung bie­tet nach der­zei­ti­gem Wis­sens­stand einen Indi­vi­du­al­schutz. Außer­dem haben COVID-19-Imp­­fun­­­gen in rezen­ten Unter­su­chun­gen einen trans­mis­si­ons­re­du­zie­ren­den Effekt und bei Per­so­nen mit Impf­durch­brü­chen eine redu­zierte Virus­last erken­nen las­sen. Die­ser Effekt ist noch nicht letzt­gül­tig quan­ti­fi­zier­bar und dürfte auch vom Impf­stoff sowie von der infi­zie­ren­den SARS-CoV-2-Vari­ante abhän­gig sein. 

Dem­ge­gen­über steht, dass Per­so­nen, die eine sym­pto­ma­ti­sche SARS-CoV2-Infe­k­­tion durch­ge­macht haben, eben­falls zwar reinfi­zier­bar sein kön­nen (dies könnte ins­be­son­dere für SARS-CoV2-VOC zutref­fen), jedoch auch hier davon aus­ge­gan­gen wird, dass sie in der epi­de­mio­lo­gi­schen Infek­ti­ons­kette keine wesent­li­che Rolle spielen. 

Per­so­nen, die mit einem zuge­las­se­nen COVID-19-Imp­f­­stoff ent­spre­chend die­sen Emp­feh­lung ord­nungs­ge­mäß ver­sorgt wur­den, sind in Bezug auf ihre Wer­tig­keit zur Ver­brei­tung von SARS-CoV‑2 daher jenen Per­so­nen gleich­zu­stel­len, die inner­halb der letz­ten 6 Monate eine SARS-CoV-2-Infe­k­­tion durch­ge­macht haben. Dies fin­det auch Ein­gang in die ent­spre­chende Klas­si­fi­zie­rung des Kontaktpersonenmanagements. 

Erläu­ternd dazu ist anzu­füh­ren, dass die Schutz­wir­kung bei jenen Impf­stof­fen, die im 2‑Do­­sen-Schema zuge­las­sen sind, nach der ers­ten Imp­fung noch nicht maximal ent­fal­tet ist. Ein andau­ern­der, sta­bi­ler Impf­schutz ist erst nach der zwei­ten Dosis ent­wi­ckelt. Abge­lei­tet von der­zeit ver­füg­ba­ren Daten sowie Erfah­rungs­wer­ten in Zusam­men­hang mit Impf­stof­fen kann zwecks Prak­ti­ka­bi­li­tät und Umsetz­bar­keit ab dem 22. Tag nach der 1. Dosis bei allen zuge­las­se­nen Impf­stof­fen mit dem Beginn einer gewis­sen Schutz­wir­kung gerech­net wer­den, sodass ab die­sem Zeit­punkt aus prag­ma­ti­schen Grün­den die genannte Erleich­te­rung der Maß­nah­men erfol­gen kann, wenn­gleich diese Annah­men durch die der­zei­tige Stu­di­en­lage teils noch nicht letzt­gül­tig belegt sind, sich jedoch auch hier die Hin­weise meh­ren. Es ist anzu­neh­men, dass ab die­sem Zeit­punkt eine Trans­mis­si­ons­re­duk­tion wegen einer redu­zier­ten Virus­last erzielt wer­den kann. Die 2. Dosis des jewei­li­gen Impf­stof­fes muss dabei in Abhän­gig­keit von Impf­stoff und Fach­in­for­ma­tion erfol­gen, um eine voll­stän­dige und dau­er­hafte Schutz­wir­kung zu gewährleisten. 

So erscheint es auf Grund der vor­lie­gen­den Daten und der Erfah­rungs­werte in Zusam­men­hang mit der Ent­wick­lung der Immun­ant­wort auf die COVID-Imp­f­­stoffe legi­tim, bei voll­stän­dig geimpf­ten Per­so­nen einen ver­gleich­bar lang­an­hal­ten­den Schutz wie bei Per­so­nen nach Infek­tion anzu­neh­men, näm­lich zumin­dest 6 Monate ab der 2. Dosis. 

Prak­ti­sche Hinweise

Die Hand­ha­bung (Rekon­sti­tu­ie­rung, Ver­ab­rei­chung, etc.) des jewei­li­gen Impf­stof­fes soll ent­spre­chend den Vor­ga­ben der Fach­in­for­ma­tion und des Her­stel­lers erfol­gen. Die Ent­nahme einer wei­te­ren Dosis aus einem Mehr­do­sen­be­hält­nis über die in der Fach­in­for­ma­tion ange­ge­bene Anzahl an Dosen hin­aus ist mög­lich, wenn sicher­ge­stellt ist, dass die ver­impf­ten Dosen alle­samt aus­rei­chend Impf­stoff beinhal­ten. Da es sich bei der Ent­nahme einer wei­te­ren Dosis jedoch um eine Ent­nahme han­delt, die nicht von der jeweils gül­ti­gen Fach­in­for­ma­tion gedeckt ist, erfolgt die Ent­nahme und Ver­imp­fung im „off-label-use“. Die­ser ist per se nicht ver­bo­ten, bedarf jedoch erhöh­ter Sor­g­­falts- und beson­de­rer Auf­klä­rungs­pflich­ten (off-label). Die Ver­ant­wor­tung dafür trägt der behan­delnde Arzt. 

Quelle: Bun­des­mi­nis­te­rium für Sozia­les, Gesund­heit, Pflege & Kon­su­men­ten­schutz; www.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung—Fachinformationen.html

siehe auch www.aerztekammer.at/faq-covid-impfung

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 7 /​10.04.2021