Poli­ti­sche Kurz­mel­dun­gen: Kurz und informativ

10.02.2020 | Poli­tik

ÖGT­ele­med bei Tele­­me­­di­­zin-Kon­­gress in Berlin

Unter dem Motto „Digi­tal und koope­ra­tiv – Netz­werke statt Sek­to­ren“ hat die Deut­sche Gesell­schaft für Tele medi­zine. V. (DGT­ele­med) Mitte Jän­ner 2020 den 10. Natio­na­len Fach­kon­gress Tele­me­di­zin ver­an­stal­tet. Diet­mar Bayer, Refe­rent im Refe­rat Tele­me­di­zin und medi­zi­ni­sche Infor­ma­tik der ÖÄK, beschäf­tigte sich in sei­ner Key­note mit der Zukunft der tele­me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung in Öster­reich und Deutsch­land. Wich­tig sei es vor allem, bestehende Anwen­dun­gen auf Basis der in Öster­reich bewähr­ten Stan­dards wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und die best­mög­li­che Inter­ope­ra­bi­li­tät der Sys­teme zu gewähr­leis­ten. Gesund­heits­da­ten soll­ten künf­tig inter­sek­to­ral in Öster­reich und inter­na­tio­nal ver­füg­bar sein. Dazu brau­che es eine enge Zusam­men­ar­beit mit Part­nern in der EU wie etwa der DGT­ele­med, betonte Bayer. 

Deutsch­land: Organ­spen­den nur nach Zustimmung

Organ­spen­den blei­ben in Deutsch­land wei­ter­hin nur mit aus­drück­li­cher Zustim­mung erlaubt. Erst kürz­lich hat der Bun­des­tag den Vor­schlag einer Abge­ord­ne­ten­gruppe um Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) abge­lehnt, die­ses Prin­zip umzu­keh­ren: Sie woll­ten eine „dop­pelte Wider­spruchs­lö­sung“, wonach – wie in Öster­reich – jeder Bür­ger auto­ma­tisch Spen­der ist, außer er wider­spricht. Bei­der nament­li­chen Abstim­mung waren 379 Abge­ord­nete dage­gen, 292 Par­la­men­ta­rier dafür und drei ent­hiel­ten sich. 

USA: 60 Todes­fälle durch E‑Zigaretten

In den USA ist die Zahl der Todes­fälle nach dem Gebrauch von E‑Zigaretten auf mitt­ler­weile 60 ange­stie­gen. Die Todes­fälle wur­den aus 27 Bun­des­staa­ten gemel­det; ins­ge­samt gab es in allen 50 Bun­des­staa­ten rund 2.700 Krank­heits­fälle. Die Ursa­che für die Lun­gen­schä­den ist laut der US-ame­­ri­­ka­­ni­­schen Gesund­heits­be­hörde CDC (Cen­ters for Dise­ase Con­trol) noch immer nicht geklärt. Zuletzt galt ein aus Vit­amin E gewon­ne­nes Öl, das haupt­säch­lich in THC-hal­­ti­­gen Liquids ver­wen­det wird, als mög­li­che Ursa­che. In Öster­reich und ganz Europa ist bis­her kein ähn­li­cher Anstieg von Lun­gen­schä­di­gun­gen bekannt. 

55 Pro­zent der Nut­zer ver­wen­den das Inter­net, um nach Gesund­heits­in­for­ma­tio­nen zu suchen. Ins­ge­samt liegt der Anteil der Inter­net­nut­zer in Öster­reich aktu­ell bei rund 88 Pro­zent, um ein Pro­zent höher als der EU-Schnitt. Dies geht aus einer Euro­s­tat-Umfrage unter 16- bis 74-Jäh­­ri­­gen her­vor. EU-weit wird das Inter­net haupt­säch­lich für Mail-Ver­­­kehr genutzt (75 Pro­zent) sowie um Infor­ma­tio­nen über Pro­dukte und Dienst­leis­tun­gen zu erhal­ten (68 Prozent). 

Süd­ti­rol kauft Medizin-Studienplätze

Süd­ti­rol kauft für das Stu­di­en­jahr 2020/​21 bis zu acht Human­­me­­di­­zin-Stu­­di­en­­plätze an der Para­cel­sus Medi­zi­ni­schen Pri­vat­uni­ver­si­tät (PMU) in Salz­burg. Die Zahl soll in den fol­gen­den Jah­ren auf bis zu 25 Stu­di­en­plätze anstei­gen. Auf­nah­me­vor­aus­set­zung ist auch für Süd­ti­ro­ler Stu­den­ten die erfolg­rei­che Absol­vie­rung des regu­lä­ren PMU-Auf­­­nah­­me­­ver­­­fah­­rens. Auch Öster­reich hat schon 25 Anfän­­ger-Stu­­di­en­­plätze in den Jah­ren 2018, 2019 und 2020 für jeweils drei Mil­lio­nen Euro an der PMU gekauft. 

Gen-Babys: chi­ne­si­sche For­scher inhaftiert

Drei chi­ne­si­sche Wis­sen­schaf­ter sind mehr als ein Jahr nach der Geburt der ver­mut­lich ers­ten gen­tech­nisch ver­än­der­ten Babys wegen ille­ga­ler medi­zi­ni­scher Metho­den ver­ur­teilt wor­den. Der For­scher He Jian­kui wurde schul­dig gespro­chen, „ille­gal“ Gen­ma­ni­pu­la­tio­nen bei mensch­li­chen Embryos „zum Zweck der Repro­duk­tion“ aus­ge­führt zu haben. Gegen ihn wur­den drei Jahre Haft sowie eine Geld­strafe ver­hängt; zwei sei­ner Kol­le­gen wur­den zu gerin­ge­ren Haft- und Geld­stra­fen ver­ur­teilt. Die 2018 gebo­re­nen Zwil­lings­mäd­chen mit den Pseud­ony­men „Lulu“ und „Nana“ waren durch künst­li­che Befruch­tung gezeugt wor­den; He Jian­kui gab an, die DNA der Mäd­chen mit­tels CRISPR/​Cas9 so ver­än­dert zu haben, dass sie vor einer Anste­ckung durch ihren HIV-infi­­zier­­ten Vater geschützt waren. 

Ber­lin: Pati­en­ten­da­ten aus Kli­nik gestohlen

In einer Ber­li­ner Kli­nik ist eine Fest­platte mit Daten­sät­zen von rund 14.800 Pati­en­ten gestoh­len wor­den. Es handle sich dabei sowohl um Iden­ti­täts­da­ten als auch um Infor­ma­tio­nen zu Dia­gnose und/​oder Krank­heits­bild, heißt es in einer Stel­lung­nahme der Kli­nik. Die Pas­s­­wort-geschützte Fest­platte war dem­nach bereits im Novem­ber des Vor­jah­res bei einem Ein­bruch in einen ver­schlos­se­nen Dienst­raum der Kli­nik für Uro­lo­gie gestoh­len worden. 

Luxem­burg ver­bie­tet Gly­pho­sat ab 2021

Ab 1. Jän­ner 2021 gilt in Luxem­burg ein Ver­bot des Pflan­zen­schutz­mit­tels Gly­pho­sat. Das Ver­bot betrifft dem­nach sowohl den Ein­satz als auch den Ver­kauf des Mit­tels – für Pri­vat­per­so­nen, Unter­neh­men und land­wirt­schaft­li­che Betriebe. In Öster­reich war das Gly­­pho­­sat-Ver­­­bot Anfang Juli 2019 im Par­la­ment beschlos­sen wor­den. Das Gesetz wurde von Bun­des­kanz­le­rin Bri­gitte Bier­lein wegen eines For­mal­feh­lers aller­dings nicht kund­ge­macht; der Ent­wurf war nicht – wie eigent­lich vor­ge­se­hen – der EU zur Noti­fi­zie­rung über­mit­telt worden. 

Nord­ita­lien: Fahr­ver­bote wegen Smogs

Um die Luft­ver­schmut­zung und den anhal­ten­den Smog zu bekämp­fen, haben meh­rere Groß­städte in Ita­lien – dar­un­ter Turin und Mai­land – umfang­rei­che Fahr­ver­bote ver­hängt. So gal­ten etwa in bei­den Städ­ten Fahr­ver­bote für Die­­sel-Fahr­­zeuge bis zur Abgas­klasse Euro 4. Vor allem in Nord­ita­lien ist die Luft­ver­schmut­zung seit Wochen hoch. 

Jemen: Todes­fälle durch Dengue-Fieber

Im Jemen sind mitt­ler­weile min­des­tens 162 Todes­fälle durch Den­­gue-Fie­­ber auf­ge­tre­ten. Ins­ge­samt gebe es mehr als 52.000 Ver­dachts­fälle. Laut WHO hat sich das Den­­gue-Virus in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten welt­weit dra­ma­tisch ausgebreitet. 

Nige­ria: Tote durch Lassafieber

Seit Jah­res­be­ginn wur­den in Nige­ria min­des­tens 24 Todes­fälle durch Las­sa­fie­ber gemel­det. Ins­ge­samt wur­den bis Mitte Jän­ner die­ses Jah­res 163 Fälle bestä­tigt. Laut dem Robert Koch-Insti­­tut in Ber­lin infi­zie­ren sich jähr­lich bis zu 300.000 Men­schen. Anders als etwa bei Ebola zei­gen 80 Pro­zent der Infi­zier­ten keine Symptome. 

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 3 /​20.12.2020