Im Fokus: Influenza

25.02.2020 | Poli­tik

1. Influ­enza-Sai­­son in Österreich

Bereits zu Beginn der drit­ten Kalen­der­wo­che in die­sem Jahr wurde beim Nach­weis von Influ­enza-Viren in kli­ni­schen Pro­ben aus ganz Öster­reich ein mas­si­ver Anstieg beob­ach­tet (62 Pro­zent). Dies signa­li­sierte den Beginn der Grip­pe­welle. Der Groß­teil aller Infek­tio­nen wird durch Influ­enza A‑Viren – A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) zu fast glei­chen Tei­len – ver­ur­sacht; Influ­enza B‑Viren wur­den bis­lang nur in 14 Pro­zent der Pro­ben nachgewiesen. 

2. Ent­wick­lung in Europa

Auch in einem Groß­teil Euro­pas ist die Influ­en­­za­­vi­­rus-Akti­­vi­­tät aktu­ell weit ver­brei­tet; eine wei­tere Zunahme ist zu beob­ach­ten. In Europa zeich­net sich ein sehr varia­bles Bild bezüg­lich des domi­nan­ten Influ­enza-Virus­­­typs ab: In Nor­we­gen domi­nie­ren Influ­enza A(H3N2)-Viren, in Russ­land und in Por­tu­gal Influ­enza B‑Viren, in Spa­nien und der Ukraine hin­ge­gen haupt­säch­lich Influ­enza A(H1N1)pdm09-Viren, wäh­rend in Frank­reich zu glei­chen Tei­len Influ­enza A- und B‑Viren zirkulieren. 

3. Höchste Mor­ta­li­tät bei Älteren

Die jähr­li­che Mor­ta­li­tät infolge von Influ­enza wird in Europa laut einer Stu­die auf knapp 45.000 Todes­fälle geschätzt. Das sind elf Pro­zent der welt­wei­ten Influ­enza-Mor­­ta­­li­­tät. Hos­pi­ta­li­sie­run­gen betref­fen vor allem Kin­der unter fünf Jah­ren und Erwach­sene über 65 Jah­ren. Im Zeit­raum von 1999 bis 2015, in den auch die Influ­enza-Pan­­de­­mie von 2009/​2010 (A/​H1N1) fiel, wur­den 34,1 Pro­zent der hos­pi­ta­li­sier­ten Fälle inten­siv­me­di­zi­nisch behan­delt. Die Mor­ta­li­tät lag bei 12,1 Pro­zent, wobei ältere Pati­en­ten mit 18 Pro­zent die höchste Spi­tals­sterb­lich­keit aufwiesen. 

4. Imp­fung ab 6. Lebensmonat

Grund­sätz­lich wird die Influ­enza-Imp­­fung für alle Per­so­nen ab dem voll­ende­ten 6. Lebens­mo­nat emp­foh­len, beson­ders für Kin­der, Ältere, Per­so­nen mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen oder ande­ren Risi­ko­fak­to­ren sowie Gesundheitsberufen. 

5. Influ­enza-Imp­f­­stoffe

Alle in Öster­reich zuge­las­se­nen Influ­enza-Imp­f­­stoffe ent­hal­ten drei oder vier von der WHO und EMA für die jewei­lige Sai­son emp­foh­lene Influ­en­­za­­vi­­rus-Imp­f­­stämme: zwei Influ­enza A‑Stämme und einen oder beide Ver­tre­ter der Influ­enza B‑Linien.

Quelle: APA

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 4 /​25.02.2020