Gesund­heits­öko­no­mie – der aha.Moment: Frauen in der Medizin

10.04.2020 | Poli­tik

Zum einen haben Män­ner ein höhe­res Pen­si­ons­an­tritts­al­ter; zum ande­ren drän­gen seit eini­gen Jahr­zehn­ten immer mehr Frauen in den Beruf, wodurch in den jüngeren Alters­grup­pen eine wach­sende Zahl von Ärz­tin­nen ver­tre­ten ist. Der nied­ri­gere Frau­en­an­teil in den Alters­grup­pen 50 plus ist somit ein Relikt aus Zei­ten, in denen der Beruf noch von Män­nern domi­niert war. Das hat sich aber geän­dert: Lag die Frau­en­quote im Jahr 1995 noch bei 33 Pro­zent, betrug sie im Jahr 2018 schon 48 Pro­zent. Abso­lut hat sich die Zahl der Ärz­tin­nen damit mehr als ver­dop­pelt; sehr bald wird es in Öster­reich mehr Ärz­tin­nen als Ärzte geben. 

In den Spi­tä­lern ist das längst der Fall und auch im nie­der­ge­las­se­nen Bereich holen die Frauen immer mehr auf. Wäre die Frau­en­quote von 1995 bis 2018 unver­än­dert geblie­ben, würden von den 46.337 Ärz­tin­nen und Ärz­ten in Öster­reich rund 6.600 in der Ver­sor­gung feh­len. Einige Män­ner­do­mä­nen blei­ben aber bestehen. 

Obwohl Ärz­tin­nen zah­len­mä­ßig auf­ge­holt haben, ver­die­nen sie weni­ger als ihre männ­li­chen Kol­le­gen. Betrach­tet man jedoch die Gehalts­sche­men der KAV-Ärzte, lie­gen diese nur geringfügig aus­ein­an­der. Die Ursa­che für den Gen­­der-Gap liegt in der Wahl der Fach­rich­tung der Ärzte im nie­der­ge­las­se­nen Bereich: Män­ner sind stär­ker in sol­chen Berei­chen ver­tre­ten, die bes­ser bezahlt sind wie zum Bei­spiel Radio­lo­gie oder Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. 

Die dazu­ge­hö­rige Gra­fik fin­den Sie hier.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 7 /​10.04.2020