Fort­bil­dungs­nach­weis von Ärz­tin­nen und Ärz­ten: Stich­tag: 1. Sep­tem­ber 2019

25.04.2019 | Politik

In Kürze ist es wie­der soweit: Ärz­tin­nen und Ärzte müs­sen ent­we­der durch das DFP-Diplom, indi­vi­du­elle Doku­men­ta­tion über das Online-Fort­bil­dungs­konto meindfp.at oder in Papier­form bis 1. Sep­tem­ber 2019 den Fort­bil­dungs­nach­weis erbrin­gen.
Han­ne­lore Nöbauer

Wie Peter Nie­der­mo­ser, Prä­si­dent des Wis­sen­schaft­li­chen Bei­ra­tes der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Ärzte GmbH betont, sind „Ärzte auf­grund der Ver­ord­nung über ärzt­li­che Fort­bil­dung ver­pflich­tet, sich lau­fend fort­zu­bil­den und dies zu doku­men­tie­ren. Der Nach­weis erfolgt ent­we­der mit dem DFP-Diplom oder durch die indi­vi­du­elle Doku­men­ta­tion des Arz­tes über das Online-Fort­bil­dungs­konto meindfp.at oder in Papier­form.“ Kon­kret heißt das: Alle Ärzte, die bis ein­schließ­lich 31.8.2016 mit einer Berech­ti­gung zur selbst­stän­di­gen Berufs­aus­übung als appro­bier­ter Arzt, Arzt für All­ge­mein­me­di­zin oder Fach­arzt in die Ärz­te­liste der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer (ÖÄK) ein­ge­tra­gen waren und am 1.9.2019 ein­ge­tra­gen sind, sind zum Fort­bil­dungs­nach­weis verpflichtet.

Über die Anzahl der jähr­lich aus­ge­stell­ten DFP-Diplome lie­gen bereits seit Jah­ren sta­tis­ti­sche Aus­wer­tun­gen vor. Die indi­vi­du­elle Fort­bil­dungs­do­ku­men­ta­tion der Ärzte war aller­dings län­gere Zeit noch nicht erfasst. Aus die­sem Grund hat der Gesetz­ge­ber fest­ge­legt, dass per 1.9.2016 sämt­li­che Fort­bil­dungs­nach­weise jener öster­rei­chi­schen Ärzte, die zur selbst­stän­di­gen Berufs­aus­übung berech­tigt sind und den Beruf auch aktiv aus­üben, einer Aus­wer­tung unter­zo­gen wer­den. Zu die­sem Stich­tag wur­den erst­mals auch jene Ärzte im Rah­men des DFP erfasst, von denen bis dahin noch keine indi­vi­du­elle Doku­men­ta­tion vorlag.

„Die her­vor­ra­gen­den Ergeb­nisse der Eva­lu­ie­rung des ers­ten Fort­bil­dungs­nach­wei­ses am 1.9.2016 rücken einen Aspekt ganz klar und deut­lich in den Vor­der­grund: Der Erfül­lungs­grad von mehr als 95 Pro­zent hat daher die von Ärz­ten ohne­hin immer gelebte Bereit­schaft, berufs­be­glei­tende Fort­bil­dung wahr­zu­neh­men, durch beein­dru­ckende Fak­ten sicht­bar gemacht“, so Nie­der­mo­ser. Öster­reich­weit haben nur vier Pro­zent der Ärzte den erfor­der­li­chen Fort­bil­dungs­nach­weis nicht erbracht. „Ich habe nie daran gezwei­felt, dass die öster­rei­chi­schen Ärzte ihrer Fort­bil­dungs­pflicht nach­kom­men wer­den. Wir kön­nen stolz auf unse­ren Berufs­stand sein“.

An den mög­li­chen Kon­se­quen­zen für die Ärzte mit Berufs­be­rech­ti­gung und feh­len­dem Fort­bil­dungs­nach­weis lässt Nie­der­mo­ser aller­dings kei­nen Zwei­fel: „Bei den Betrof­fe­nen kommt es zur Anzeige beim unab­hän­gi­gen Disziplinaranwalt.“

Die laut Ärz­te­ge­setz zur Ver­fü­gung ste­hen­den Dis­zi­pli­nar­stra­fen sind schrift­li­cher Ver­weis, Geld­stra­fen, eine befris­tete Unter­sa­gung der Berufs­aus­übung und die Strei­chung aus der Ärz­te­liste. Die Strafe wird von der zustän­di­gen Dis­zi­pli­nar­kom­mis­sion ver­hängt. „Ich muss ganz klar sagen, dass jene, die nicht bereit sind, sich fort­zu­bil­den, nicht unse­rem Bild eines Arz­tes ent­spre­chen“, so Niedermoser.

Min­des­tens 150 DFP-Punkte

Für Ärzte gilt fol­gende Fort­bil­dungs­ver­pflich­tung: Absol­vie­ren von min­des­tens 150 DFP-Punk­ten in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren vor dem Stich­tag 1.9.2019. Das bedeu­tet, dass der Nach­weis der Fort­bil­dung ent­we­der durch ein zum Stich­tag gül­ti­ges DFP-Diplom oder die Vor­lage von Fort­bil­dungs­be­stä­ti­gun­gen im Umfang von min­des­tens 150 DFP-Punk­ten (davon min­des­tens 120 medi­zi­ni­sche DFP-Punkte und min­des­tens 50 DFP-Punkte aus Ver­an­stal­tun­gen), die von 1.9.2016 bis 31.8.2019 absol­viert wurde, zu erfol­gen hat. Gül­tig sind alle Ein­träge auf dem Online-Fort­bil­dungs­konto auf meindfp.at oder Papier­be­stä­ti­gun­gen über DFP-Punkte sowie im Ein­zel­fall zu über­prü­fende Nach­weise von ande­ren Fortbildungen.

Bei Nicht­er­fül­lung des Fort­bil­dungs­nach­wei­ses zum 1.9.2019 wird für die wei­tere Über­prü­fung der Fort­bil­dungs­zeit­raum 1.9.2016 bis 31.8.2019 her­an­ge­zo­gen (zum Bei­spiel für nach­träg­li­che Nach­weise, Berufs­un­ter­bre­chun­gen). Im Falle der Nicht­er­fül­lung des Fort­bil­dungs­nach­wei­ses 2019 von nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten wird die ÖQMed (Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft für Qua­li­täts­si­che­rung und Qua­li­täts­ma­nage­ment in der Medi­zin GmbH) informiert.


Relaunch von www.meindfp.at

Das Online-Fort­bil­dungs­konto meindfp.at wurde kürz­lich einem Relaunch unter­zo­gen mit dem Ziel, die Benut­zer­freund­lich­keit wei­ter zu erhö­hen durch

  • eine deut­li­che Reduk­tion der Navi­ga­tion zur leich­te­ren Ori­en­tie­rung auf der Website;
  • die Opti­mie­rung für mobile Endgeräte;
  • eine ein­fa­che und zen­trale Authen­ti­fi­zie­rung über das Sin­gle-SignOn (SSO) der ÖÄK. Bei SSO han­delt es sich um einen siche­ren Zugang für viele Inter­net­sei­ten im Ärz­te­kam­mer­um­feld, bei denen man sich sonst mit unter­schied­li­chen Pass­wör­tern anmel­den muss. SSO bedeu­tet einen hohen Zusatz­nut­zen für die User.

Zusätz­lich bringt eine neue Tech­no­lo­gie für den E‑Lear­ning-Bereich mehr Varia­bi­li­tät bei den Ange­bo­ten. So kön­nen künf­tig auch Audio- und Video-Ange­bote ein­fach und unkom­pli­ziert ein­ge­spielt und genutzt wer­den. Aktu­ell wird der­zeit mehr als 3.000 Mal pro Woche auf das E‑Learning zuge­grif­fen. Der­zeit ste­hen mehr als 550 qua­li­täts­ge­prüfte E‑Lear­ning-Fort­bil­dun­gen zur Ver­fü­gung; jähr­lich kom­men rund 160 neue Fort­bil­dun­gen dazu.

Der­zeit nut­zen rund 46.000 Ärzte das Online-Fort­bil­dungs­konto meindfp.at. Die seit mitt­ler­weile zwölf Jah­ren bestehende Web­site bie­tet ein gro­ßes Ange­bot an ärzt­li­cher Online-Fort­bil­dung. Dar­über hin­aus haben Ärz­tin­nen und Ärzte die Mög­lich­keit, ihre Fort­bil­dungs­ak­ti­vi­tä­ten zu doku­men­tie­ren und kön­nen auch online das Fort­bil­dungs­di­plom beantragen.

Tipps:
www.meindfp.at
www.arztakademie.at
www.aerztekammer.at/sso

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 8 /​25.04.2019