edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

10.11.2019 | Poli­tik

© Gregor Zeitler

Auf die Frage, wel­che kon­krete Maß­nahme er ins nächste Regie­rungs­pro­gramm dik­tie­ren würde – wenn er es denn könnte – ant­wor­tete der Chef des Insti­tuts für Höhere Stu­dien, Mar­tin Kocher, in einem Fern­­seh-Inter­­view: „Bil­dung“. Span­nend, dass ein Pro­fes­sor für Volks­wirt­schafts­lehre gerade die­sen Bereich nennt. 

Was Kocher vor allem mit Blick­rich­tung auf den Fach­kräf­te­man­gel als zen­tral erach­tet, lässt sich pro­blem­los auch auf andere Berei­che über­tra­gen – etwa, wenn wie­der ein­mal die För­de­rung der Gesund­heits­kom­pe­tenz der Men­schen the­ma­ti­siert wird. 

So zeigte sich etwa bei der aktu­ells­ten Euro­pean Health Liter­acy Sur­vey, dass bei­spiels­weise in Öster­reich 56,4 Pro­zent der Befrag­ten eine unzu­rei­chende oder pro­ble­ma­ti­sche Health Liter­acy auf­wei­sen. Öster­reich liegt damit um 8,8 Pro­zent über dem EU-Durch­­­schnitt. Nach Ansicht der Stu­di­en­au­toren liegt bei die­sem beträcht­li­chen Anteil an Per­so­nen, die Pro­bleme haben, Gesun­d­heits-Infor­­ma­­ti­o­­nen zu ver­ste­hen und danach zu han­deln, die Her­aus­for­de­rung für die öffent­li­che Gesund­heit in den Euro­päi­schen Staaten. 

Ver­mut­lich ist das einer der Gründe, warum es etwa im Bereich der Prä­ven­tion noch so viel Luft nach oben gibt. 

Herz­lichst,
Dr. med. Agnes M. Mühl­gas­s­ner
Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 21 /​10.11.2019