Kurz und informativ

25.05.2018 | The­men


Cho­­lera-Imp­f­ak­­ti­o­­nen im Jemen und Tei­len Afrikas 

Die WHO, das Kin­der­hilfs­werk Unicef, die Welt­bank und die Impfal­li­anz Gavi haben im Jemen und in Tei­len von Afrika groß ange­legte Impf­kam­pa­gnen gegen Cho­lera gestar­tet. Ins­ge­samt ste­hen dafür 4,6 Mil­lio­nen Impf­do­sen bereit. Im Vor­jahr sind im Zuge einer Cho­­lera-Epi­­de­­mie im Jemen 2.200 Men­schen gestor­ben. Laut WHO-Vize-Chef Michael J. Ryan droht heuer mög­li­cher­weise eine noch schlim­mere Epi­de­mie. Infolge des Bür­ger­kriegs herr­schen im Jemen kata­stro­phale hygie­ni­sche Ver­hält­nisse; für die UNO han­delt es sich um die schlimmste huma­ni­täre Krise der Welt. Auch in vie­len Län­dern Afri­kas gras­sie­ren Cho­­lera-Epi­­de­­mien. Den Anga­ben der Orga­ni­sa­to­ren zufolge sol­len in Sam­bia, Uganda, Malawi, im Süd­su­dan und in Nige­ria mehr als zwei Mil­lio­nen Men­schen gegen Cho­lera geimpft werden. 


Bur­gen­land: Enquete zu Hausärztemangel 

Der sich abzeich­nende Man­gel an Haus­ärz­ten und die Gesund­heits­ver­sor­gung im länd­li­chen Raum stan­den im Mit­tel­punkt einer von ÖVP, den Oppo­si­ti­ons­par­teien und dem par­tei­freien Abge­ord­ne­ten Ger­hard Steier bean­trag­ten par­la­men­ta­ri­schen Enquete. Von den der­zeit 134 All­ge­mein­me­di­zi­nern mit Kas­sen­ver­trag kom­men in den nächs­ten zehn Jah­ren mehr als 70 Pro­zent ins Pen­si­ons­al­ter. Viele Stel­len müss­ten mehr­mals aus­ge­schrie­ben wer­den, „in Groß­pe­ters­dorf etwa muss­ten wir eine offene Stelle 13 Mal aus­schrei­ben“, berich­tete der Kuri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte der Ärz­te­kam­mer Bur­gen­land, Michael Schriefl. Ein erleich­ter­ter Zugang zum Medi­zin­stu­dium sei ein Lösungs­an­satz. Ins­ge­samt seien finan­zi­elle Hil­fen in Zukunft unab­ding­bar; die geplante Lan­d­­arzt-För­­de­­rung sei ein rich­ti­ger Schritt. Auch müsse das im Ver­gleich zu Fach­ärz­ten nied­ri­gere Hono­rar der All­ge­mein­me­di­zi­ner ange­ho­ben und eine aus­ge­gli­chene Work-Life-Balance ermög­licht werden. 


AUVA betreibt Bet­ten für das Wie­ner AKH 

Die All­ge­meine Unfall­ver­si­che­rungs­an­stalt (AUVA) hat einen Zehn­jah­res­ver­trag mit dem Wie­ner AKH abge­schlos­se­nen, der mit 1. April 2018 begann. Dabei stellt sie im Lorenz Böh­­ler-Kran­­ken­haus sowie im UKH Meid­ling in Wien ins­ge­samt 24 Unfall­bet­ten zur Ver­fü­gung und erhält dafür 5,7 Mil­lio­nen Euro pro Jahr. Als Grund für die Koope­ra­tion nennt AUVA-Obmann Anton Ofner die Tat­sa­che, dass Wien „von den trau­ma­to­lo­gi­schen Kapa­zi­tä­ten her am Anschlag“ sei. Die AUVA habe zusätz­li­che Kapa­zi­tä­ten ver­füg­bar machen können. 

Stei­er­mark: E‑Medikation flächendeckend 

Seit 10. Mai 2018 sind alle nie­der­ge­las­se­nen Ver­trags­ärzte in der Stei­er­mark im Rah­men der E‑Medikation ver­pflich­tet, die ver­ord­ne­ten Medi­ka­mente zu spei­chern. Die Pati­en­ten erhal­ten wei­ter­hin ein auf Papier aus­ge­stell­tes Rezept, mit einem Code. In der Apo­theke wird durch das Scan­nen des Codes die Abgabe der ver­ord­ne­ten Arz­nei­mit­tel in der e‑Medikationsliste gespei­chert. Wird die E‑Card in der Apo­theke gesteckt, kann die Apo­theke die gesamte e‑Medikationsliste abru­fen und auf Wech­sel­wir­kun­gen prü­fen. Die Teil­nahme der Pati­en­ten ist frei­wil­lig, eine Abmel­dung jeder­zeit mög­lich. Nach dem holp­ri­gen Start des Pilot­pro­jekts im Mai 2016 und dem bal­di­gen Aus­stieg der betei­lig­ten Ärzte wurde das Gesamt­pro­jekt in den ver­gan­ge­nen Mona­ten auf die gesamte Stei­er­mark aus­ge­rollt. „Die tech­ni­schen Pro­bleme, die es bei der E‑Medikation anfangs gab, schei­nen soweit besei­tigt. Wir hören von den betei­lig­ten Ärz­tin­nen und Ärz­ten kaum mehr Kla­gen“, bestä­tigt der stei­ri­sche Ärz­­te­­kam­­mer-Prä­­si­­dent Her­wig Lindner. 

Per­so­nen
Wien: Hacker Gesundheitsstadtrat

Die Agen­den Gesund­heit und Sozia­les über­nimmt im neuen Team des künf­ti­gen Wie­ner Bür­ger­meis­ters Michael Lud­wig der lang­jäh­rige Chef des Fonds Sozia­les Wien, Peter Hacker. Der 54-Jäh­­rige orga­ni­sierte in die­ser Funk­tion die Kran­ken­be­treu­ung, Pflege sowie die Woh­nungs­lo­sen­hilfe für rund 130.000 Men­schen. Zuvor war Hacker elf Jahre lang städ­ti­scher Drogenkoordinator.

Groß­bri­tan­nien: Panne bei Brustkrebsvorsorge 

Von 2009 bis Anfang 2018 haben rund 450.000 Frauen zwi­schen 68 und 71 Jah­ren in Groß­bri­tan­nien keine Ein­la­dung zur abschlie­ßen­den Brust­krebs­vor­sor­ge­un­ter­su­chung erhal­ten. In Eng­land wer­den Frauen zwi­schen 50 und 70 Jah­ren nor­ma­ler­weise alle drei Jahre auto­ma­tisch zur Brust­krebs­vor­sorge beim Natio­na­len Gesund­heits­dienst (NHS) ein­ge­la­den. Gesund­heits­mi­nis­ter Jeremy Hunt ent­schul­digte sich im Par­la­ment für die Ver­säum­nisse; er macht einen „Feh­ler in einem Com­­pu­­ter-Algo­­rith­­mus“ dafür ver­ant­wort­lich. Den Aus­sa­gen des Minis­ters zufolge sei nicht klar, ob es durch die Ver­säum­nisse zu gesund­heit­li­chen Schä­den oder zu Todes­fäl­len gekom­men sei. Es sei aber mög­lich, dass das Leben von 135 bis zu 270 Frauen durch aus­ge­fal­lene Unter­su­chun­gen ver­kürzt wor­den sei. 

Steu­er­bo­nus als Moti­va­tion zu Sport 

Einen Steu­er­bo­nus von bis zu 600 Euro durch die steu­er­li­che Absetz­bar­keit von Mit­glieds­bei­trä­gen in Sport­ver­ei­nen und Fit­­ness-Cen­­tern haben kürz­lich Ärz­te­kam­mer Wien, der Haupt­ver­band der Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger und die Wirt­schafts­kam­mer Wien gefor­dert. Diese drei Orga­ni­sa­tio­nen haben sich zur „Alli­anz für ein gesün­de­res Öster­reich“ zusam­men­ge­schlos­sen. Den Trend, wonach Bewe­gung im Alter zwi­schen zehn und 15 Jah­ren abnehme, wolle man „umkeh­ren“, erklärte Ärz­­te­­kam­­mer-Prä­­si­­dent Univ. Prof. Tho­mas Sze­ke­res. Durch einen gesün­de­ren Lebens­stil könnte durch Ein­spa­run­gen bei Kran­ken­haus­auf­ent­hal­ten das Gesund­heits­bud­get redu­ziert wer­den. Laut einer aktu­el­len Umfrage in Wien sind zwei Drit­tel der Befrag­ten der Mei­nung, dass Mit­glieds­bei­träge für Sport­ver­eine und Fit­ness­stu­dios steu­er­lich absetz­bar sein sollten. 

Aus für „Mys­tery Shop­ping“

Erleich­tert reagiert die ÖÄK auf die Ankün­di­gung von Gesund­heits­mi­nis­te­rin Beate Har­­tin­­ger-Klein (FPÖ), „Mys­tery Shop­ping“ abzu­schaf­fen. Johan­nes Stein­hart, Kuri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte in der ÖÄK, gra­tu­lierte der Minis­te­rin zu die­ser Ent­schei­dung: „Sie hat erkannt, dass Mys­tery Shop­ping eine unwür­dige Gän­ge­lung dar­stellt, die in einer Ver­­­trags­­­par­t­­ner-Bezie­hung ein­fach nichts ver­lo­ren hat.“ 

Rauch­ver­bot im Auto seit 1. Mai 

Wenn Min­der­jäh­rige mit­fah­ren, ist es seit 1. Mai 2018 ver­bo­ten, im Auto zu rau­chen. Im ers­ten Mon­tag wird kon­trol­liert und abge­mahnt; ab 1. Juni die­ses Jah­res wird den Aus­sa­gen eines Spre­chers aus dem Gesund­heits­mi­nis­te­rium zufolge gestraft. Für Ver­stöße ist ein Organ­man­dat in der Höhe von 50 Euro vorgesehen. 

ELGA: 5.000 Abmel­dun­gen nach Forschungsdaten-Debatte 

Nach der Dis­kus­sion rund um die Frei­gabe von ELGA-Daten für die For­schung haben sich rund 5.000 Per­so­nen von ELGA abge­mel­det; somit sind der­zeit ins­ge­samt rund 273.000 Per­so­nen von ELGA abge­mel­det. Das For­schungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­setz sieht ab 2019 leich­te­ren Zugriff für Wis­sen­schaf­ter auf Daten­ban­ken des Bun­des vor. 

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 10 /​25.05.2018