Kurz und informativ

10.11.2018 | Themen


WHO: Tabak­an­bau schä­digt Umwelt 

Erst­mals hat die WHO unter­sucht, wie sich der Anbau und die Ver­ar­bei­tung von Tabak auf die Umwelt aus­wir­ken. Ergeb­nis: Dadurch wird die Umwelt zer­stört und die nach­hal­tige Ent­wick­lung unter­gra­ben. So wür­den etwa für Tabak­plan­ta­gen und die Ver­ar­bei­tung Wäl­der abge­holzt, Böden aus­ge­laugt, Kohle und Holz ver­brannt. Die ent­ste­hen­den Treib­haus­gas­emis­sio­nen ver­schär­fen den Kli­ma­wan­del. Für die Her­stel­lung von sechs Bil­lio­nen Ziga­ret­ten im Jahr 2014 sind laut dem Bericht 32,4 Mil­lio­nen Ton­nen grü­ner Tabak auf vier Mil­lio­nen Hektar Land ange­baut wor­den. Die Her­stel­lung hat 0,2 Pro­zent des welt­wei­ten Aus­sto­ßes von kli­ma­schäd­li­chen Emis­sio­nen ver­ur­sacht. Außer­dem ent­stan­den 25 Mil­lio­nen Ton­nen Abfälle. Bei der Her­stel­lung wur­den 22 Mil­li­ar­den Ton­nen Was­ser ver­braucht. Fast 90 Pro­zent des Tabaks werde in Ent­wick­lungs­län­dern ange­baut, wäh­rend fast der gesamte Pro­fit der Indus­trie in rei­che Län­der fließe, heißt es im Bericht. 


„Syn­ergy Grant“ an For­scher der Med­Uni Wien 

Eine For­scher­gruppe unter Betei­li­gung von Oskar Asz­mann von der Abtei­lung für Plas­ti­sche und Rekon­struk­tive Chir­ur­gie der Med­Uni Wien hat einen von 27 „Syn­ergy Grants“ des Euro­päi­schen For­schungs­rats (ERC) erhal­ten. Der Grant ist mit bis zu zehn Mil­lio­nen Euro dotiert. Mit Kol­le­gen des Insti­tuts für Tech­no­lo­gie in Genua (Ita­lien) und des Impe­rial Col­lege Lon­don (Groß­bri­tan­nien) will Asz­mann neue Bio­nik-Pro­the­sen ent­wi­ckeln. Dabei sol­len Ner­ven­si­gnale zur Steue­rung einer wei­chen Pro­these nach dem „Soft Robotics“-Prinzip her­an­ge­zo­gen wer­den und eine natür­li­che, intui­tive Inter­ak­tion mit der Umwelt ermöglichen. 

2,5

Kin­der bringt eine Frau – welt­weit betrach­tet – im Durch­schnitt heute zur Welt; in den 1960er-Jah­ren waren es noch fünf Kin­der. Das geht aus dem Welt­be­völ­ke­rungs­be­richt 2018 der Ver­ein­ten Natio­nen her­vor. In Indus­trie­län­dern sind es durch­schnitt­lich 1,7 Gebur­ten pro Frau, in den ärms­ten Län­dern vier. Fast 20 Mil­lio­nen Schwan­ger­schaf­ten jähr­lich sind in Afrika süd­lich der Sahara unge­wollt. Not­wen­dig sind bes­sere Ange­bote zu Auf­klä­rung und Fami­li­en­pla­nung sowie ganz gene­rell eine bes­sere Gesundheitsversorgung. 

Grie­chen­land: Tote durch West-Nil-Fieber 

In Grie­chen­land steigt aktu­ell die Zahl der Fälle von West- Nil-Fie­ber wei­ter an. 2018 wur­den ins­ge­samt mehr als 40 Todes­fälle und 312 Infek­tio­nen erfasst, die meis­ten davon auf der Halb­in­sel Pelo­pon­nes und in den Regio­nen um Athen und Thes­sa­lo­niki. Ende Sep­tem­ber lag die Zahl der Todes­fälle noch bei 30, die Zahl der wei­te­ren Erkran­kun­gen bei 240. Die tat­säch­li­che Zahl der Infi­zier­ten dürfte noch höher liegen. 

Kanada lega­li­siert Cannabis-Verkauf 

Als zwei­tes Land nach Uru­guay hat Kanada kürz­lich den Ver­kauf von Can­na­bis in auto­ri­sier­ten Geschäf­ten an über 18-Jäh­rige gänz­lich lega­li­siert. Das kana­di­sche Par­la­ment hatte im Juni 2018 ein Gesetz gebil­ligt, das den Kon­sum und die Her­stel­lung der Droge erlaubt. Der per­sön­li­che Besitz ist auf 30 Gramm beschränkt. 

Niger: Ent­schä­di­gung für Fluorid-Opfer 

Nach­dem in Niger Kin­der wegen zu hoher Fluo­rid­werte im Trink­was­ser blei­bende Schä­den davon­ge­tra­gen haben, hat die Regie­rung nun Ent­schä­di­gun­gen in der Höhe von drei Mil­lio­nen Euro zuge­sagt. Ärzte hat­ten im Jahr 2000 in der Gemeinde Tibiri wegen ver­mehr­ten Miss­bil­dun­gen bei Kin­dern zwi­schen 15 Mona­ten und 15 Jah­ren Alarm geschla­gen. Die Kin­der lit­ten u.a. an Krämp­fen und chro­ni­schen Schmer­zen, ihre Kno­chen waren defor­miert, die Zähne ver­färbt. Inter­na­tio­nale Mes­sun­gen erga­ben zwi­schen 1985 und 2000 einen deut­lich erhöh­ten Fluo­ri­d­an­teil im Trink­was­ser der staat­li­chen Was­ser­be­triebe: Er über­schritt die von der WHO fest­ge­legte Höchst­grenze um das Vier­fa­che. Nach Schät­zun­gen der Gesund­heits­be­hör­den waren damals fast 5.000 Kin­der und Jugend­li­che betroffen. 

EU-Bür­ger immer gesünder 

Die Lebens­er­war­tung und die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung in der EU haben sich in den letz­ten fünf Jah­ren ver­bes­sert. Das zeigt eine Stu­die des Insti­tuts für Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment der Wirt­schafts­uni­ver­si­tät Wien (WU), im Zuge derer Daten von Euro­stat aus­ge­wer­tet wur­den. Dem­nach ist die Anzahl von früh­zei­ti­gen Todes­fäl­len als Folge von chro­ni­schen oder infek­tiö­sen Krank­hei­ten ebenso gesun­ken wie der Anteil von Rau­chern und Men­schen, die durch Lärm und schlechte Luft­qua­li­tät beein­träch­tigt sind. Bei der aktu­el­len WU-Stu­die han­delt es sich um einen Moni­to­ring-Bericht für Euro­stat, mit dem ana­ly­siert wer­den soll, inwie­weit sich die EU in Rich­tung der UNO-Nach­hal­tig­keits­ziele bewegt. 


Malay­sia: Rauch­ver­bot in der Gastronomie 

Ab 1. Jän­ner 2019 tritt in Malay­sia ein Rauch­ver­bot in der Gas­tro­no­mie in Kraft. Das Ver­bot soll alle Restau­rants, Cafés sowie alle nach außen offe­nen Lokale und Stra­ßen­lo­kale betref­fen. Rau­cher, die das Rauch­ver­bot igno­rie­ren, sol­len umge­rech­net rund 3.300 US-Dol­lar Strafe zah­len, Lokale, die das Ver­bot nicht umset­zen, etwas weniger. 


Ungarn: keine „Gen­der Stu­dies“ an Unis 

In Ungarn hat die Regie­rung das Stu­di­en­fach „Gen­der Stu­dies“ von den Uni­ver­si­tä­ten ver­bannt. Ein von Minis­ter­prä­si­dent Vik­tor Orban unter­zeich­ne­ter Regie­rungs­er­lass streicht das Fach aus der Liste der zuge­las­se­nen Mas­ter-Kurse. Begrün­det wurde der Schritt mit der angeb­lich man­geln­den Nach­frage nach Absol­ven­ten die­ser Lehr­gänge. Die aka­de­mi­sche Welt hin­ge­gen wer­tet dies als schwe­ren Angriff auf die Frei­heit von Lehre und Forschung. 

Kongo: wei­tere Ebola-Todesfälle 

In der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kongo hat sich die Zahl der Todes­fälle im Rah­men des aktu­el­len Ebola-Aus­bruchs auf mehr als 160 erhöht. Mitte Okto­ber 2018 haben die Gesund­heits­be­hör­den eine zweite Erkran­kungs­welle gemel­det. Es ist bereits der zehnte Ebola-Aus­bruch in der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kongo seit Ent­de­ckung der Krank­heit im Jahr 1976. 

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 21 /​10.11.2018