#wirsind­die­zu­kunft: „Es geht schließ­lich um eure Zukunft.“ 

10.06.2018 | Aktu­el­les aus der ÖÄK


Das Span­nungs­feld „Beruf, Kar­riere und Leben“ steht im Zen­trum der heu­ri­gen Kon­fe­renz für Ärz­tin­nen und Ärzte in Aus­bil­dung #wirsind­die­zu­kunft. Im Inter­view mit der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­zei­tung spricht Gast­ge­ber und Tur­­nus­ärzte-Ver­­­tre­­ter Karl­heinz Korn­häusl über Work-Life- Balance, die Genera­tion Y und sei­nen Appell an die jun­gen Ärz­tin­nen und Ärzte.

Die Ver­an­stal­tung #wirsind­die­zu­kunft der Bun­des­ku­rie Ange­stellte Ärzte geht in die nächste Runde. Was war vor vier Jah­ren die Ziel­set­zung für das For­mat? Unser Ziel war es damals, nicht nur über die Zukunft zu reden und Sor­gen zu arti­ku­lie­ren, son­dern Zukunft aktiv zu gestal­ten. Ich bin davon über­zeugt, dass wir nur dann bes­sere Bedin­gun­gen im Mor­gen vor­fin­den wer­den, wenn wir uns heute ein­brin­gen. Das For­mat der #wirsind­die­zu­kunft soll junge Ärz­tin­nen und Ärzte in Aus­bil­dung zusam­men­brin­gen, zum Dis­ku­tie­ren anre­gen und Lösun­gen aus­ar­bei­ten. Es ist auch der Ver­such, aus Feh­lern der Ver­gan­gen­heit zu ler­nen. Wir müs­sen schauen, wie man den Beruf des Arz­tes und der Ärz­tin so gestal­ten kann, dass man auch nach 30 oder 40 Jah­ren in die­sem Sys­tem mit Herz­blut und Elan arbei­ten kann. 

Wur­den die gesetz­ten Ziele in Bezug auf die Ver­an­stal­tung erreicht? Ja! Wir kön­nen auf zahl­rei­che The­men ver­wei­sen, die im Rah­men der #wirsind­die­zu­kunft aufs Tapet gebracht und in wei­te­rer Folge auch umge­setzt wur­den. Als Bei­spiele möchte ich hier vor allem die Schlag­worte Aus­bil­dungs­ober­ärzte und mehr Kin­der­be­treu­ungs­plätze in fast allen Bun­des­län­dern nen­nen. Viele wei­tere Fel­der sind work in pro­gress. Die Arbeit einer Stan­des­ver­tre­tung ist das Boh­ren har­ter Bret­ter. Aber wie heißt es so schön: Ste­ter Trop­fen höhlt den Stein, man muss For­de­run­gen wie­der­ho­len und dran­blei­ben. In unse­rer Zukunfts­box auf www. wirsinddiezukunft.at kann man übri­gens ganz­jäh­rig auch abseits der Ver­an­stal­tung The­men ein­mel­den, mit denen sich die Bun­des­ku­rie Ange­stellte Ärzte näher aus­ein­an­der­set­zen soll. 

Das Motto der heu­ri­gen Ver­an­stal­tung lau­tet „beruf.karriere.leben“. Warum haben Sie die­ses Thema gewählt? Wir ver­su­chen, jedes Jahr ein neues span­nen­des The­men­ge­biet anzu­bie­ten. Es soll für junge Ärz­tin­nen und Ärzte inter­es­sant und rele­vant sein, gleich­zei­tig aber Raum für neue Impulse las­sen. Das Span­nungs­feld Beruf, Kar­riere und Leben ist mir in vie­len per­sön­li­chen Gesprä­chen mit jun­gen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bewusst gewor­den. Schließt eine Kar­riere als Arzt, als Ärz­tin ein gesun­des Fami­li­en­le­ben aus? Muss ich mich ent­schei­den, ob ich ein guter Medi­zi­ner, eine gute Medi­zi­ne­rin wer­den möchte oder einer bestimm­ten pri­va­ten Lei­den­schaft, einem Hobby nach­gehe? Wir sind der Über­zeu­gung: Bei­des muss mög­lich sein. Es braucht ein Umden­ken und fle­xi­ble Kon­zepte, um die­sen wun­der­schö­nen Beruf, den wir aus­üben dür­fen, so zu gestal­ten, dass man alle wich­ti­gen Lebens­be­rei­che nach­hal­tig und qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig aus­fül­len kann. 

Nach wel­chen Kri­te­rien haben Sie die heu­ri­gen Spea­ker aus­ge­sucht? Wir woll­ten einen bun­ten Mix aus Wis­sen­schaft, Pra­xis und auch ande­ren Berei­chen wie der Wirt­schaft zusam­men­stel­len. Alex­an­dra Meix­ner ist zum Bei­spiel Ärz­tin, gleich­zei­tig aber auch Kaba­ret­tis­tin, Buch­au­torin und Extrem­sport­le­rin. Sie absol­vierte 20 Iron­mans an 20 auf­ein­an­der fol­gen­den Tagen und stellte damit einen neuen Welt­re­kord auf. So wie auch der Unfall­chir­urg Mar­tin Ivan­schitz stellt sie für mich ein leben­des Bei­spiel dafür dar, wie man es schafft, nicht nur als Arzt oder Ärz­tin, son­dern auch als Fami­li­en­mensch erfolg­reich und prä­sent zu sein oder Beschäf­ti­gun­gen nach­zu­ge­hen, die nicht all­täg­lich sind. Warum darf ein Arzt nicht auch in ande­ren Berei­chen wie einem Extrem­sport aktiv sein und Spaß haben? Was für unsere Spea­ke­rin­nen und Spea­ker im gro­ßen Stil gilt, kann auch in klei­ne­ren Aspek­ten für die All­ge­mein­heit gel­ten. Das möch­ten wir auf­zei­gen, dazu dis­ku­tie­ren und motivieren. 

Bei den Begrif­fen „Beruf“, „Kar­riere“ und „Leben“ drängt sich auto­ma­tisch das Bild der Work-Life-Balance auf. Wie sehen Sie die­sen Ter­mi­nus? Ich bin kein gro­ßer Freund die­ser Begriff­lich­keit, weil Work-Life-Balance in mei­nen Augen zwei Dinge, die wich­tig sind, fast schon kämp­fe­risch gegen­über­stellt. Arbeit ist etwas Sinn stif­ten­des, das Spaß machen soll. Ein erfül­len­der Job bedingt ein zufrie­de­ne­res Leben, des­halb stellt Arbeit für mich auch per se einen Teil des Lebens dar. Die­ser ist wie alle ande­ren Berei­che wie Fami­lie, Part­ner­schaft, Freund­schaf­ten, Gesund­heit, Sport, Hob­bies etc. in ein gesun­des Gan­zes zu integrieren. 

Und was bedeu­tet diese Work-Life-Balance der Genera­tion Y? Stu­dien wie der Bet­­ter-Life-Index der OECD beschei­ni­gen seit Jah­ren, dass uns der Aus­gleich zwi­schen Arbeit und Pri­vat­le­ben immer schlech­ter gelingt. Und die nun auf den Arbeits­markt strö­mende Genera­tion Y for­mu­liert sehr selbst­be­wusst, wie sie sich eine aus­ge­wo­gene Lebens­ge­stal­tung vor­stellt. Dafür müs­sen wir Kon­zepte ent­wer­fen und den Beruf des Arz­tes und der Ärz­tin attrak­tiv halten. 

Ihre Mes­sage an die Zukunft der Ärz­te­schaft, sprich was möch­ten Sie jun­gen Ärz­tin­nen und Ärzte mit auf den Weg geben? Ers­tens: Kommt zur #wirsind­die­zu­kunft am 28. Sep­tem­ber 2018 ins 25hours Hotel. Lasst euch inspi­rie­ren, dis­ku­tiert mit uns, gebt euren Senf ab! Zwei­tens: Nutzt die Zukunfts­box auf unse­rer Web­site, um aktu­elle Anlie­gen anonym zu for­mu­lie­ren. Wie gesagt – ste­ter Trop­fen höhlt den Stein. Drit­tens: Bleibt kri­tisch, bleibt selbst­be­wusst und gestal­tet den Beruf des Arz­tes, der Ärz­tin aktiv mit. Es geht schließ­lich um eure Zukunft. 

Facts & Figu­res: #wirsind­die­zu­kunft

Kon­fe­renz der Ärz­tin­nen & Ärzte in Ausbildung 

beruf.karriere.leben
karriere.leben.beruf
leben.beruf.karriere

Frei­tag, 28.09.2018
25hours Hotel Wien beim Muse­ums­quar­tier
Von 16:30 bis 20:00 Uhr
Die Teil­nahme an der Kon­fe­renz ist kostenlos. 

Anmel­dun­gen unter:
wirsinddiezukunft@aerztekammer.at oder www.wsdz.at

Die Ver­an­stal­tung ist für das Diplom­fort­bil­dungs­pro­gramm der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer mit 3 Fort­bil­dungs­punk­ten anrechenbar. 

Span­nende Spea­ker
Unter dem Titel #wirsind­die­zu­kunft orga­ni­siert die Bun­des­ku­rie Ange­stellte Ärzte heuer zum vier­ten Mal eine Kon­fe­renz für Ärz­tin­nen und Ärzte in Aus­bil­dung. Nach­dem in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bereits inter­es­sante The­men wie das Arzt­bild der Zukunft oder Lea­ders­hip in der Medi­zin dis­ku­tiert wur­den, wid­met sich die dies­jäh­rige Ver­an­stal­tung dem The­men­kom­plex „Beruf, Kar­riere und Leben“. 

Nach kur­zen Impul­sen durch Gesund­heits­mi­nis­te­rin Beate Har­­tin­­ger-Klein (ange­fragt), Tho­mas Sze­ke­res, Prä­si­dent der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer und Prä­si­dent der Ärz­te­kam­mer für Wien, sowie Harald Mayer, Vize­prä­si­dent der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer und Obmann der Bun­des­ku­rie Ange­stellte Ärzte, führt der stell­ver­tre­tende Obmann der Bun­des­ku­rie Ange­stellte Ärzte und Tur­nus­ärz­te­ver­tre­ter Karl­heinz Korn­häusl (Inter­view siehe Haupt­ar­ti­kel) in das Thema ein. 

Für den ers­ten Block konn­ten Alex­an­dra Meix­ner, Ärz­tin, Kaba­ret­tis­tin, Buch­au­torin und Extrem­sport­le­rin, sowie Mar­tin Ivan­schitz, Unfall­chir­urg und Sport­arzt, gewon­nen wer­den. Sig­run Alten, die bei Infi­neon Tech­no­lo­gies Aus­tria als Diver­sity Mana­ger und Lehr­lings­be­auf­tragte in der Human-Res­­sour­ces- Abtei­lung arbei­tet, wird Per­spek­ti­ven und Best Prac­ti­ces der Wirt­schaft dar­stel­len. Nach einer Net­­wor­­king-Pause setzt der Zukunfts­for­scher Tho­mas Druyen das Thema fort und lei­tet in die Podi­ums- und Publi­kums­dis­kus­sion ein. Durch die Ver­an­stal­tung führt Ö3-Mode­ra­­to­­rin Oli­via Peter.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 11 /​10.06.2018