kurz & infor­ma­tiv: Poli­ti­sche Kurzmeldungen

10.11.2017 | Politik

Med­Uni Wien: Mül­ler bleibt Rektor

Der amtie­rende Rek­tor der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät Wien, Univ. Prof. Mar­kus Mül­ler, wurde vom Uni­ver­si­täts­rat und dem Senat in sei­ner Funk­tion bis 2023 bestä­tigt. Mül­ler ist seit 1. Okto­ber 2015 im Amt; die erste Amts­pe­ri­ode läuft bis Sep­tem­ber 2019.

Fipro­nil: Deutsch­land blo­ckiert Veröffentlichungen

Im Skan­dal um mit dem Insek­ti­zid Fipro­nil ver­seuchte Eier blo­ckie­ren offen­sicht­lich Deutsch­land und die Nie­der­lande die Ver­öf­fent­li­chung von Infor­ma­tio­nen. Die EU Kom­mis­sion ver­wei­gerte offi­zi­ell eine von der Deut­schen Presse-Agen­tur bean­tragte Her­aus­gabe der Mel­dun­gen, die im Som­mer von den Mit­glieds­län­dern in das Schnell­warn­sys­tem RASFF ein­ge­ge­ben wor­den waren. Als Begrün­dung wurde die Ableh­nung der beson­ders stark betrof­fe­nen Län­der Deutsch­land und Nie­der­lande genannt. Bis heute ist unklar, wie viele Eier mit dem Insek­ti­zid belas­tet waren. Nach bis­he­ri­gen Ermitt­lun­gen gelangte das Insek­ti­zid in die Eier, weil es uner­laub­ter­weise zur Rei­ni­gung von Stäl­len ein­ge­setzt wurde.

Salz­burg: Gesund­heits­po­li­tik warnt vor Zen­tra­li­sie­rung

In Salz­burg haben Ärz­te­kam­mer, Wirt­schafts­kam­mer, Arbei­ter­kam­mer und Gebiets­kran­ken­kasse zusam­men mit Gesund­heits­re­fe­rent Chris­tian Stöckl (ÖVP) kürz­lich vor der Zen­tra­li­sie­rung im Gesund­heits­we­sen gewarnt. „Es gibt viele Syn­er­gien, die wir im Land nut­zen kön­nen“, so Stöckl. Dadurch habe man etwa in Salz­burg eine Eini­gung bei den Lehr­pra­xen erzielt. Ärz­te­kam­mer- Prä­si­dent Karl Forst­ner betonte, dass in Salz­burg alle betei­lig­ten Insti­tu­tio­nen am über­ge­ord­ne­ten Ziel eines hoch­wer­ti­gen Gesund­heits­sys­tems arbei­ten wür­den: „Zen­tra­li­sie­rungs­ten­den­zen kol­li­die­ren mit die­sem Lösungs­an­satz.“ Andreas Huss, Obmann der Salz­bur­ger GKK, führte als Bei­spiel der Koor­di­nie­rung das Pri­mär­ver­sor­gungs­netz­werk im Ten­nen­gau an: „Wir haben ver­sucht, die Haus­ärzte im Ten­nen­gau gut zu ver­net­zen. Dafür herrscht in Wien Unverständnis.“

Masern: Tief­stand bei Todes­fäl­len

Die Zahl der Todes­fälle durch Masern ist laut WHO welt­weit auf einem his­to­ri­schen Tief­stand: 2016 sind rund 90.000 Men­schen an Masern gestor­ben – 84 Pro­zent weni­ger als im Jahr 2000, in dem es mehr als 550.000 Todes­fälle gab. Den­noch ist die Durch­imp­fungs­rate bei Kin­dern welt­weit nicht hoch genug: Ein Ende der Masern-Epi­de­mie ist laut WHO nur mög­lich, wenn jedes Kind geimpft wird. So sind bei der seit August 2016 in Rumä­nien andau­ern­den Masern-Epi­de­mie mitt­ler­weile 35 Men­schen gestor­ben; davon sind vor allem Kin­der am häu­figs­ten betrof­fen. Ins­ge­samt gab es bis­her 9.670 Krank­heits­fälle. Auch der Kosovo ist seit Juni die­ses Jah­res zum ers­ten Mal seit 20 Jah­ren mit einer Masern-Epi­de­mie kon­fron­tiert: Es gibt mehr als 140 Betrof­fene sowie einen Todes­fall. Auch in Mon­te­ne­gro befürch­tet man auf­grund der nied­ri­gen Durch­imp­fungs­rate bald eine Epi­de­mie: Der Anteil der geimpf­ten Kin­der ist von ursprüng­lich 95 Pro­zent in den letz­ten Jah­ren auf 65 Pro­zent zurückgegangen.

Frank­reich: höhere Steu­ern auf Softdrinks

Die fran­zö­si­sche Natio­nal­ver­samm­lung hat Steu­er­erhö­hun­gen für zucker­hal­tige Soft­drinks und Ziga­ret­ten beschlos­sen, die schritt­weise erfol­gen sol­len. Die Soft­drink-Steuer, die seit 2013 erho­ben wird, fällt künf­tig bereits ab einem Gramm Zucker auf 100 Mil­li­li­ter Getränk an. Der Preis für eine Packung Ziga­ret­ten soll bis 2020 auf zehn Euro ange­ho­ben werden.


Hip­po­kra­ti­scher Eid über­ar­bei­tet

Der Welt­ärz­te­bund hat kürz­lich eine über­ar­bei­tete Form des hip­po­kra­ti­schen Eids ver­ab­schie­det. Das Gen­fer Gelöb­nis in der aktua­li­sier­ten Fas­sung ver­pflich­tet dem­nach Ärz­tin­nen und Ärzte, medi­zi­ni­sches Wis­sen zum Wohl der Pati­en­ten und zur För­de­rung der Gesund­heits­ver­sor­gung mit ihren Kol­le­gen zu tei­len. Ange­sichts der stei­gen­den Arbeits­be­las­tung wird aber auch an Ärzte appel­liert, sich um ihre eigene Gesund­heit zu küm­mern. Nur dann könn­ten sie gesund­heit­li­che Ver­sor­gung auf höchs­tem Niveau leis­ten. Der Welt­ärz­te­bund rech­net damit, dass die über­ar­bei­tete Fas­sung welt­weit als ethi­scher Kodex für alle Ärzte aner­kannt wird. Das Gen­fer Gelöb­nis stammt aus dem Jahr 1948. Die aktu­el­len Ände­run­gen waren von einer inter­na­tio­na­len Arbeits­gruppe unter Lei­tung der Bun­des­ärz­te­kam­mer Deutsch­land zwei Jahre lang vor­be­rei­tet worden.

Cho­lera-Epi­de­mie im Kongo

Mit mehr als 38.000 Erkrank­ten ist die aktu­elle Cho­lera-Epi­de­mie im Kongo „bei­spiel­los in der Geschichte des Lan­des“, warnt die Orga­ni­sa­tion „Ärzte ohne Gren­zen“. Dem zustän­di­gen Gesund­heits­mi­nis­te­rium zufolge gab es bereits mehr als 700 Todes­fälle. Die Lage wird durch eine Dürre ver­schlim­mert, Brun­nen sind aus­ge­trock­net; den Men­schen steht kein sau­be­res Trink­was­ser zur Ver­fü­gung. In Tei­len des Kon­gos sind Cho­lera-Aus­brü­che zwar nicht unüb­lich; heuer sind aber bereits 21 der 26 Pro­vin­zen betroffen.

EU: rasche­res Ver­bot von Legal Highs

Das EU-Par­la­ment hat kürz­lich mehr­heit­lich für einen Geset­zes­ent­wurf gestimmt, wonach neue Dro­gen auf EU-Ebene künf­tig schnel­ler über­prüft und gege­be­nen­falls ver­bo­ten wer­den. Auch sol­len die Mit­glieds­staa­ten künf­tig nur noch sechs statt bis­her zwölf Monate Zeit für die Umset­zung einer Ver­bots­emp­feh­lung haben. Damit soll die stei­gende Gesund­heits­ge­fahr durch „Legal Highs“ – oft als Kräu­ter­mi­schung, Bade­salz oder Rei­ni­gungs­mit­tel ver­kauft – redu­ziert werden.


Finn­land und Schwe­den: höchste Zahl an Psychiatern

In Finn­land und Schwe­den gibt es laut EU-Sta­tis­tik­amt Euro­stat EU-weit die meis­ten Psych­ia­ter pro Ein­woh­ner. 2015 kamen in Finn­land auf eine Mil­lion Ein­woh­ner 236 Psych­ia­ter, inSchwe­den 232. Dahin­ter fol­gen die Nie­der­lande (230), Frank­reich (228) und Deutsch­land (223). Öster­reich nimmt mit 170 Psych­ia­tern pro Mil­lion Ein­woh­ner Platz 14 von 28 EU-Staa­ten ein. Am unte­ren Ende der Skala ste­hen Bul­ga­rien (76), Polen (90) und Malta (95).

USA: Gesund­heits­not­stand wegen Opioid-Epidemie

Der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Donald Trump hat wegen des mas­sen­haf­ten Miss­brauchs von Opio­iden den natio­na­len Gesund­heits­not­stand aus­ge­ru­fen. In den USA stei­gen seit eini­gen Jah­ren die Todes­fälle nach Opioid-Kon­sum dra­ma­tisch: Jeden Tag ster­ben laut Gesund­heits­be­hörde CDC (Cen­ters for Dise­ase Con­trol) dadurch im Schnitt 91 Men­schen. 2015 gab es ins­ge­samt rund 52.000 Dro­gen­tote, 33.000 von ihnen durch Opio­ide. In den USA wer­den seit den 1990er Jah­ren ver­schrei­bungs­pflich­tige Schmerz­mit­tel wie Oxy­codon frei­zü­gig ver­schrie­ben. Die Not­stands­er­klä­rung gilt zunächst für 90 Tage, kann aber ver­län­gert werden.

Rumä­nien: Ärzte demonstrieren

Tau­sende Ärzte und Pfle­ge­fach­kräfte haben Mitte Okto­ber in Buka­rest gegen die Pläne der Regie­rung, die Gehäl­ter zu kür­zen, pro­tes­tiert. Nach den Plä­nen von Minis­ter­prä­si­dent Mihai Tudose sol­len Arbeit­ge­ber von der Zah­lung der Sozi­al­ab­ga­ben für Ange­stellte befreit und die Pflicht auf die Arbeit­neh­mer über­tra­gen wer­den. Damit bedeu­tet die kürz­lich in Kraft getre­tene 25-pro­zen­tige Lohn­er­hö­hung für die meis­ten Staats­be­diens­te­ten keine reale Lohn­er­hö­hung. Außer­dem wird befürch­tet, dass die Regie­rung die der­zeit teil­weise hohen Zula­gen für Nacht­dienste und wei­tere Zusatz­be­las­tun­gen dras­tisch ein­schrän­ken will.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 21 /​10.11.2017