edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

15.07.2017 | Poli­tik

© Gregor Zeitler

In einem nächt­li­chen Ver­hand­lungs­ma­ra­thon been­de­ten die Prä­si­den­ten von Ärz­te­kam­mer und Wirt­schafts­kam­mer – Dor­ner und Leitl – im Jahr 2010 den ver­trags­lo­sen Zustand mit der SVA. Groß war dann die Auf­re­gung, als der Ver­hand­lungs­ort bekannt wurde: ein Wie­ner Heuriger.

Aber so war Wal­ter Dor­ner: ent­schie­den in der Sache, ent­schei­dungs­stark und kom­pro­miss­fä­hig. Er hatte sein Ohr bei den Ärz­tin­nen und Ärz­ten, bei den Men­schen, bei den Funk­tio­nä­ren, den Mit­ar­bei­tern, besuchte die Lan­des­ärz­te­kam­mern und lud die Mit­ar­bei­ter all­jähr­lich zum Fasching ein. Legen­där waren auch die all­jähr­li­chen Ein­la­dun­gen zum Som­mer­fest in seine bur­gen­län­di­sche Hei­mat. In unse­ren Gesprä­chen stand auch oft nicht die ÖÄZ im Mit­tel­punkt, son­dern unsere gemein­same bur­gen­län­di­sche Heimat.

Prä­si­dent der Öster­rei­chi­schen Ärz­te­kam­mer zu sein war seine Lebens­auf­gabe, für die er von mor­gens bis abends unter­wegs war, sich nicht schonte und bis an seine kör­per­li­chen Gren­zen ging – oft auch darüber.

Als er im OP als jun­ger Chir­urg das erste Mal den Kampf um das Leben eines Pati­en­ten ver­lor, hatte er Trä­nen in den Augen. Nun hat der ehe­ma­lige ÖÄK-Prä­­si­­dent Wal­ter Dor­ner sei­nen eige­nen jah­re­lan­gen Kampf gegen seine schwere Krank­heit verloren.

Dr. med. Agnes M. Mühl­gas­s­ner
Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 13–14 /​15.07.2017