Fach­arzt­prü­fung: Rekord – ePrüfung

15.12.2017 | Medizin


Mit der neuen Fach­arzt­prü­fung „Ortho­pä­die & Trau­ma­to­lo­gie“ fand kürz­lich die bis­her größte elek­tro­ni­sche Prü­fung mit 406 Kan­di­da­ten statt – eine Her­aus­for­de­rung in vie­ler­lei Hin­sicht. Von Chris­tina Schaar

Im Zuge der Ärzte-Aus­bil­dungs­ord­nung 2015 sind zahl­rei­che neue Fächer ent­stan­den. So ist bei­spiels­weise durch die Zusam­men­le­gung der Fächer „Ortho­pä­die und ortho­pä­di­sche Chir­ur­gie“ das neue Son­der­fach Ortho­pä­die und Trau­ma­to­lo­gie ent­stan­den. Für die ent­spre­chende Fach­arzt­prü­fung hat­ten sich mehr als 400 Ärz­tin­nen und Ärzte ange­mel­det, wes­we­gen die Prü­fung im Design-Cen­ter Linz abge­hal­ten wurde. Die Abwick­lung der bis­her größ­ten elek­tro­ni­schen Prü­fung war eben­falls eine Her­aus­for­de­rung – galt es doch die ent­spre­chende Zahl an Lap­tops zur Ver­fü­gung zu stellen.

Man­fred Krenn, Fach­arzt für Unfall­chir­ur­gie, hatte schon im Vor­feld erfah­ren, dass im Vor­jahr bereits mehr als 200 Kan­di­da­ten ange­tre­ten waren. Dass es dann doch mehr als 400 Kan­di­da­ten waren, über­raschte ihn dann doch. Sowohl die Orga­ni­sa­tion als auch den Sup­port von Sei­ten der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Ärzte, die für die Durch­füh­rung und Abwick­lung ver­ant­wort­lich zeich­nete, beschrieb Krenn als gelun­gen. Zur Prü­fung selbst meinte er: „Die Fra­gen waren mei­nem Ein­druck nach fair. Man hätte sie auch anders stel­len kön­nen, so dass nur wirk­li­che Spe­zia­lis­ten sie lösen hät­ten kön­nen.“ Die für die Prü­fung ver­an­schlagte Zeit von vier Stun­den schöpfte er nicht aus; er war bereits wesent­lich frü­her fertig.

Von einer „per­fek­ten Orga­ni­sa­tion“ und einem „rei­bungs­lo­sen“ Ablauf der Prü­fung sprach auch Chris­toph Thal­lin­ger aus Wien. Was er beson­ders betonte: „Trotz der mehr als 400 Lap­tops kam es weder zu Ver­zö­ge­run­gen noch wurde das Sys­tem lang­sa­mer.“ Das kom­plette tech­ni­sche Equip­ment für die e‑Prüfung stammte von einem deut­schen Tech­nik-Unter­neh­men. Zur Prü­fung selbst meinte Thal­lin­ger: „Die Prü­fungs­fra­gen waren fair und pra­xis­re­le­vant, da diese mit der Lite­ra­tur, die als Lern­un­ter­lage gedient hat, eigent­lich gut zu beant­wor­ten waren.“

In den Feed­back­bö­gen zur Bewer­tung der Prü­fung, der Orga­ni­sa­tion und Durch­füh­rung wurde der Prü­fungs­ab­lauf mit der Gesamt­note 1,2 (auf der Schul­no­ten-Skala) beur­teilt; die Infor­ma­tio­nen rund um die Prü­fung mit 1,6; die Prü­fungs­me­thode „elek­tro­ni­sche Prü­fung“ selbst mit 1,6. Den Schwe­re­grad beur­teilte der Groß­teil der Befrag­ten mit „adäquat“.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 23–24 /​15.12.2017