Can­na­bis: USA – Der „grüne Rausch”

25.09.2015 | Poli­tik


Bereits seit 20 Jah­ren ist in eini­gen Regio­nen der USA der Ein­satz von Can­na­bis zu medi­zi­ni­schen Zwe­cken erlaubt. Stu­dien zu Effek­ten und Lang­zeit­fol­gen sind rar, doch das Inter­esse daran ist grö­ßer denn je. Die Debatte über die Frei­gabe läuft lan­des­weit. Einige Bun­des­staa­ten haben die Droge inzwi­schen gar gänz­lich lega­li­siert.

Von Nora Schmitt-Sausen

Den­ver, Colo­rado, in der Mitte der USA. Die Stadt ist für vie­les bekannt: die Lage (genau eine Meile über dem Mee­res­spie­gel), die nahe gele­ge­nen Rocky Moun­tains, ihre pul­sie­rende Musik- und Kunst­szene, die vie­len Son­nen­stun­den (mehr als 3.000), ihr Öko­st­re­ben. Und nun auch noch für seine „grüne Meile“. Dort zu fin­den: Can­na­bis zum Rau­chen, zum Essen in Kek­sen und Bon­bons oder zum Auf­tra­gen als Öl. Das grüne Gras wird auf gro­ßen Far­men ange­baut und in unzäh­li­gen Shops ver­trie­ben. Es gibt Can­­na­­bis-Tou­­ris­­ten­­tou­­ren und Mari­huana-Koch­­kurse. Nach dem Gold­rausch erliegt die eins­tige Gold­grä­ber­me­tro­pole dem nächs­ten Hype, dem „grü­nen Rausch“. Fakt ist: Was das Sili­con Val­ley in Kali­for­nien für Tech­nik­freaks ist, ist Colo­rado für all die­je­ni­gen, die an den Auf­stieg der Hanf­pflanze glau­ben. Und das sind in den USA nicht wenige.

Anfang 2014 war Colo­rado der erste US-Bun­­­des­­staat, der Mari­huana für alle Bür­ger als Genuss­mit­tel frei­gab. Bereits seit 2001 war der Gebrauch aus gesund­heit­li­chen Grün­den erlaubt. Mit die­ser libe­ra­len Hal­tung ist der Bun­des­staat in den USA schon jetzt nicht mehr allein. Auch in Washing­ton State, Alaska und Ore­gon ist die Droge als Genuss­mit­tel inzwi­schen legal erhält­lich; ebenso im District of Colum­bia. Kali­for­nien wird wahr­schein­lich 2016 fol­gen. Was den medi­zi­ni­schen Gebrauch von Mari­huana angeht, sind die USA zwei­ge­teilt: 23 von 50 Bun­des­staa­ten erlau­ben dies – Ten­denz stei­gend. Die Ent­wick­lung deckt sich mit dem Stim­mungs­bild in der Bevöl­ke­rung. Die US-Ame­­ri­­ka­­ner ste­hen seit eini­ger Zeit mehr­heit­lich hin­ter der Lega­li­sie­rung.

In Kali­for­nien seit 1996

Wie sehr Can­na­bis man­cher­orts zum All­tag gehört, zeigt das Bei­spiel Kali­for­nien. Der Bun­des­staat an der US-ame­­ri­­ka­­ni­­schen West­küste war Vor­rei­ter an der Mari­huana-Front. Can­na­bis war in Kali­for­nien bereits 1996 zugäng­lich – etwa bei der Behand­lung von Schmer­zen bei Kar­zi­nom­pa­ti­en­ten oder beim Glau­kom. Shops, in denen es Mari­huana zu medi­zi­ni­schen Zwe­cken gibt, säu­men in man­chen Regio­nen die Stra­ßen wie hier­zu­lande Kioske – lange Zeit weit­ge­hend unre­gu­liert. Die Hür­den für den medi­zi­ni­schen Zugang sind lax. Ärzte kön­nen eine Karte, die zum medi­zi­ni­schen Bezug der Droge berech­tigt, bei Baga­tel­l­er­kran­kun­gen wie Schlaf­lo­sig­keit und Kopf­schmer­zen aus­stel­len. Bezugs­be­rech­tigte Kali­for­nier wer­den selbst zu Hanf-Far­­mern. Sie kön­nen bis zu 25 Pflan­zen zu Hause anbauen.

Die Folge: Die Droge ist in Kali­for­nien kul­tu­rell inzwi­schen genauso akzep­tiert wie Alko­hol­kon­sum, dabei ist sie offi­zi­ell nicht legal. Hür­den – spe­zi­ell für Jün­gere – wür­den durch diese All­tags­durch­drin­gung ver­schwin­den, sagen Kri­ti­ker. Befür­wor­ter hal­ten dage­gen: Alko­hol sei ein viel grö­ße­res Pro­blem als Cannabis.

Ein gern genutz­tes Argu­ment von Mari­huana-Kri­­ti­­kern – dass die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung der Droge Jugend­li­che zum Kon­sum ver­lei­ten würde – wurde kürz­lich ent­kräf­tet. Eine aktu­elle Stu­die in „The Lan­cet Psych­ia­try“ kommt zum Schluss, dass der Mari­huana-Kon­­sum bei Jugend­li­chen in Bun­des­staa­ten, die den Ein­satz von Mari­huana zu medi­zi­ni­schen Zwe­cken erlaubt haben, nicht gestie­gen ist. Die Stu­die umfasst einen Unter­su­chungs­zeit­raum von 24 Jah­ren; mehr als eine Mil­lion Jugend­li­che in 48 Bun­des­staa­ten wurde befragt. Das Für und Wider von lega­lem Can­na­bis­kon­sum dis­ku­tie­ren Geg­ner und Befür­wor­ter in den USA kon­tro­vers und emo­tio­nal – mit stets ähn­li­chen Argu­men­ten. Die einen sagen, der Ein­satz von Mari­huana zu medi­zi­ni­schen Zwe­cken sei eine sichere und effek­tive The­ra­pie bei zahl­rei­chen Krank­hei­ten. Die Geg­ner sagen, die posi­ti­ven Effekte wür­den über­be­wer­tet, Gefah­ren ver­harm­lost, und letzt­end­lich sei der poten­ti­elle medi­zi­ni­sche Nut­zen ledig­lich ein Vor­wand, um Mari­huana als Genuss­mit­tel kon­su­mie­ren zu können.

Über die Lang­zeit­fol­gen des Can­­na­­bis-Gebrauchs ist immer noch wenig bekannt. Als erwie­sen gilt aller­dings, dass sich der täg­li­che, mas­sive Kon­sum auch auf die men­tale Gesund­heit aus­wir­ken kann – vor allem dann, wenn bereits in jun­gen Jah­ren damit begon­nen wird. Einen Bei­trag zur Frage, wie effek­tiv der Ein­satz von Mari­huana zu medi­zi­ni­schen Zwe­cken ist, leis­tete in die­sem Som­mer die Ame­ri­can Medi­cal Asso­cia­tion (AMA). In ihrem Jour­nal ver­öf­fent­lichte die Ärz­te­or­ga­ni­sa­tion eine Unter­su­chung zum Thema. Die Autoren betrach­te­ten kli­ni­sche Stu­dien, in denen Mari­huana bei der Behand­lung von HIV/​Aids, chro­ni­schen Schmer­zen oder Schlaf­stö­run­gen ein­ge­setzt wurde. Die Unter­su­chung umfasste 79 Stu­dien mit mehr als 6.400 Teil­neh­mern. Viele der Stu­dien zeig­ten, dass sich durch den Ein­satz von Mari­huana die Sym­ptome ver­bes­ser­ten; eine signi­fi­kante Bedeu­tung hat­ten aller­dings nur die wenigs­ten die­ser Ver­bes­se­run­gen. Zu posi­ti­ven Effek­ten gehörte: Lin­de­rung von Übel­keit und Erbre­chen bei einer Che­mo­the­ra­pie sowie Lin­de­rung von Schmer­zen und Angst­zu­stän­den. Als wenig wirk­sam erwies sich Can­na­bis der Erhe­bung zufolge bei Psy­chose, Depres­sion, Demenz, Epi­lep­sie, Tourette und Schizophrenie.

Ein­satz umstritten

Aus ärzt­li­cher Sicht ist das Thema umstrit­ten. Die Ame­ri­can Medi­cal Asso­cia­ton ist gegen die Lega­li­sie­rung von Mari­huana, selbst wenn es zu the­ra­peu­ti­schen Zwe­cken genutzt wird. Für die Ärz­te­or­ga­ni­sa­tion ist „Can­na­bis eine gefähr­li­che Droge und als sol­che ein Pro­blem für die öffent­li­che Gesund­heit“. Die Ame­ri­can Medi­cal Asso­cia­tion for­dert die Modi­fi­zie­rung der bestehen­den regio­na­len und föde­ra­len Gesetze. Es müss­ten Stra­te­gien ent­wi­ckelt wer­den, die dar­auf abzie­len, den Can­­na­­bis-Gebrauch im Land zu reduzieren.

Ab 2016 auch in New York State

Ande­rer­seits ist das Inter­esse an der Droge auch in Ärzte-Krei­­sen groß. Wie groß zeigt allein ein Blick nach New York State. Auch die­ser Bun­des­staat hat kürz­lich ein neues Pro­gramm für den medi­zi­ni­schen Ein­satz von Mari­huana auf­ge­legt. Meh­rere Fir­men – dar­un­ter große Kran­ken­häu­ser – buh­len nun darum, als Mari­huana-Pro­­­du­­zent und Händ­ler in Erschei­nung zu tre­ten, um die Droge Pati­en­ten zugäng­lich zu machen. Michael J. Dow­ling, Prä­si­dent der North Shore-LIJ, einem der größ­ten Kran­ken­haus­ver­bünde des Bun­des­staa­tes, sagt: „North Shore-LIJ erkennt an, dass es für unsere Pati­en­ten wich­tig ist, zu jedem lega­len Mit­tel Zugang zu haben, das die Sym­ptome ihrer Erkran­kung lin­dert – vor­aus­ge­setzt, der kli­ni­sche Beweis, dass medi­zi­ni­sches Mari­huana für ihr Krank­heits­bild nütz­lich ist, liegt vor.“ Anfang 2016 soll medi­zi­ni­sches Mari­huana in New York State erhält­lich sein.

Für die US-ame­­ri­­ka­­ni­­schen Ärzte war und ist es aller­dings ein Balan­ce­akt, sich im Umfeld der Droge zu bewe­gen. Sie kön­nen heute wei­test­ge­hend juris­tisch sicher mit ihren Pati­en­ten über die medi­zi­ni­schen Vor- und Nach­teile von Mari­huana spre­chen. Sind sie jedoch in Aus­ga­be­stel­len von medi­zi­ni­schem Mari­huana invol­viert – und sei es nur als ärzt­li­cher Bei­rat – kön­nen sie juris­tisch als Dro­gen­dea­ler behan­delt wer­den, beschreibt Prof. George J. Annas von der Bos­ton Uni­ver­sity School of Public Health in einem Bei­trag im „New Eng­land Jour­nal of Medicine“.

Rechts­lage undurchsichtig

Der Grund für die­ses Dilemma: Mari­huana ist in ganz Ame­rika wei­ter­hin eine ille­gale Droge. Streng genom­men bre­chen alle Bun­des­staa­ten die Mari­huana – in wel­cher Form auch immer – frei­ge­ge­ben haben, föde­ra­les Recht. Auch die Akteure, die damit in Berüh­rung sind, bewe­gen sich in einer juris­ti­schen Grauzone.

Zumin­dest die Obama-Regie­­rung tole­riert die Lega­­li­­sie­­rungs-Ent­­­schei­­dun­­­gen, die von immer mehr Bun­des­staa­ten getrof­fen wer­den, weit­ge­hend. Doch auch sie geht immer wie­der gegen Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen vor, die mit Can­na­bis arbei­ten. Rechts­klar­heit schafft sie bis­lang nicht. Aller­dings steht die US-Regie­­rung beim Thema Can­na­bis zuneh­mend unter Druck – und nicht erst seit der Ära Obama in der Kri­tik. Denn: Washing­ton hält mit den Ent­wick­lun­gen auf regio­na­ler Ebene seit lan­gem schon nicht mehr mit.

Obwohl fast die Hälfte aller US-Bun­­­des­­staa­­ten die medi­zi­ni­sche Wir­kung von Can­na­bis aner­kennt, tun es die Regie­rung in Washing­ton, zen­trale Behör­den und teils auch die Gerichte des Lan­des nicht. Can­na­bis wird offi­zi­ell als Sub­stanz mit hohem Sucht­po­ten­tial und kei­ner medi­zi­ni­schen Rele­vanz klas­si­fi­ziert. Diese offi­zi­elle Ein­stu­fung wurde auch in jün­ge­rer Zeit wie­der­holt bestä­tigt. Um den Zugang zu Can­na­bis in ganz Ame­rika mög­lich zu machen, müsste diese Ein­stu­fung ver­än­dert wer­den. Das Thema wird in Washing­ton bereits seit Jah­ren kon­tro­vers dis­ku­tiert. Einen ers­ten Vor­stoß, die bestehen­den Gesetze zu ändern, gab es im Kon­gress bereits 1981. Wei­tere folg­ten; zuletzt gab es im US-Senat in die­sem Früh­jahr Bemü­hun­gen, etwas zu ändern – bis­lang ergebnislos.

Der Prä­si­dent könnte Kraft sei­nes Amtes eine andere Ein­stu­fung bewir­ken, sogar ohne Zustim­mung des Kon­gres­ses. Er hat sich aber lange Zeit kaum in die Debatte ein­ge­schal­tet. Aller­dings ließ Obama die­ses Früh­jahr erst­mals durch­bli­cken, sich eine andere Dro­­gen-Poli­­tik vor­stel­len zu kön­nen und sich gegen­über dem the­ra­peu­ti­schen Gebrauch der Droge zu öff­nen. „Eine sorg­sam ver­schrie­bene medi­zi­ni­sche Ver­wen­dung von Mari­huana kann in der Tat sinn­voll sein, und wir soll­ten der Wis­sen­schaft statt der Ideo­lo­gie bei die­sem Thema fol­gen“, sagte er in einem Gespräch mit dem Nach­rich­ten­sen­der CNN. Nur wenige Wochen spä­ter ließ Obama sei­nen Wor­ten über­ra­schend Taten fol­gen. Im Juni 2015 räumte seine Regie­rung lange bestehende büro­kra­ti­sche Hür­den aus dem Weg, die bis dato der wis­sen­schaft­li­chen Can­­na­­bis-For­­schung im Weg stan­den. Damit ist ein Weg zu mehr Evi­denz rund um den Ein­satz von medi­zi­ni­schem Can­na­bis geebnet.

Auf der bun­des­staat­li­chen Ebene exis­tiert bis­lang ein Wirr­warr von ver­schie­de­nen Rege­lun­gen. Die Gesetze zum Gebrauch von Mari­huana aus gesund­heit­li­chen Grün­den vari­ie­ren teils erheb­lich. So gel­ten an der West­küste bei­spiels­weise laxe Bestim­mun­gen; im District of Colum­bia im Osten dage­gen sind etwa nur eige­ner Anbau, nicht aber Ver­kauf und Han­del erlaubt. Der Bun­des­staat New York wird Can­na­bis nur für zehn Krank­heits­bil­der zulas­sen und den Kon­sum nur in Kap­sel­form, Trop­fen oder zum Inha­lie­ren gestatten.

Selbst in Colo­rado, dem Hanf-Eldo­­rado, sind dem Can­­na­­bis-Gebrauch Gren­zen gesetzt – und dies aus­ge­rech­net im medi­zi­ni­schen Kon­text. Im Juli wies die Regie­rung in Den­ver einen Antrag ab, in dem gefor­dert wor­den war, medi­zi­ni­sches Mari­huana in der Behand­lung von post­trau­ma­ti­scher Belas­tungs­stö­rung zuzu­las­sen. Unter die­ser Krank­heit lei­den vor allem zahl­rei­che ehe­ma­lige US-Sol­­da­­ten, die in den ver­gan­ge­nen Krie­gen der USA gekämpft haben. Als Gründe für die Ableh­nung wurde man­geln­der wis­sen­schaft­li­cher Beleg genannt. Viele betrof­fene Sol­da­ten berich­ten jedoch, dass ihnen Mari­huana gegen Sym­ptome wie Schmerz, Angst­zu­stände, Übel­keit und Schlaf­stö­run­gen helfe. Doch in die­sem Punkt sind selbst einige Poli­ti­ker der Zen­tral­re­gie­rung in Washing­ton ande­rer Mei­nung. Ein Aus­schuss des US-Senats stimmte kürz­lich einem Vor­stoß zu, wonach Ärzte ehe­ma­lige Sol­da­ten mit Mari­huana the­ra­pie­ren dür­fen sollen.

Die Ent­schei­dung kann als nächs­ter Vor­bote für eine anste­hende Debatte des ame­ri­ka­ni­schen Kon­gres­ses zur lan­des­wei­ten Frei­gabe von medi­zi­ni­schem Mari­huana gedeu­tet wer­den. Die par­la­men­ta­ri­sche Oppo­si­tion beginnt jeden­falls auch in Washing­ton zu bröckeln.


Wirt­schafts­fak­tor Cannabis

Gold­rausch, Ölrausch, Mari­hua­narausch: Die wei­che Droge schickt sich an, zu einer trei­ben­den Wirt­schafts­kraft in den USA zu wer­den. Laut einer Stu­die des Markt­for­schers Arc­View Group ver­buchte die Bran­che im ver­gan­ge­nen Jahr ein Wachs­tums­plus von 74 Pro­zent. Der Markt ist heute bereits 2,6 Mil­li­ar­den US-Dol­lar schwer (2014). Zum Ver­gleich: 2013 waren es erst 1,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar.
Die Ame­ri­ka­ner inves­tie­ren in die sanfte Droge bereits 20 Pro­zent der Summe, die sie für Alko­hol und Ziga­ret­ten aus­ge­ben. Neben klei­nen Hanf-Plan­­ta­­gen-Betrei­­bern und Shop-Besi­t­­zern sind längst Groß­in­ves­to­ren aus Ame­ri­kas inno­va­ti­ver Start-up-Welt und ganze Indus­trien (US-Tabak­in­­dus­­trie) auf den grü­nen Zug auf­ge­sprun­gen. Auch für die US-Bun­­­des­­staa­­ten ist das legale Kon­su­mie­ren ein Geschäft – die Steu­er­ein­nah­men in Kali­for­nien und Co spru­deln. Ob sich hin­ter der Lega­li­sie­rungs­welle der the­ra­peu­ti­sche Nut­zen für die Men­schen, der Ent­kri­mi­na­li­sie­rungs­ge­danke oder doch mehr wirt­schaft­li­che Inter­es­sen ver­ste­cken, ist (auch) in den USA ein zen­tra­ler Bestand­teil der Diskussion.


Blick in andere Länder

Die 23 US-Bun­­­des­­staa­­ten und der District of Colum­bia, in dem die Haupt­stadt
Washing­ton ange­sie­delt ist, befin­den sich mit ihrem „Ja“ zum medi­zi­ni­schen Gebrauch von Can­na­bis in einer Reihe mit Län­dern: Dazu zäh­len etwa Öster­reich, Deutsch­land, Kanada, Finn­land, Israel oder Spa­nien. In die­sen Län­dern ist der Ein­satz von Mari­huana zu medi­zi­ni­schen Zwe­cken erlaubt; aller­dings meist deut­lich ein­ge­schränk­ter als in eini­gen der ame­ri­ka­ni­schen Bun­des­staa­ten. Can­na­bis als Genuss­mit­tel ist in wei­ten Tei­len der Welt ille­gal. Das erste Land der Welt, das Mari­huana voll­stän­dig lega­li­siert hat, war Uruguay.

Die volle Lega­li­sie­rung von Can­na­bis steht der­zeit aller­dings auch außer­halb der USA in eini­gen Regio­nen der Welt zur Dis­kus­sion. In Deutsch­land bei­spiels­weise gibt es der­zeit ver­mehrt Vor­stöße, die Frei­gabe von Can­na­bis zu for­cie­ren. Pri­mä­res Ziel ist es, durch einen gere­gel­ten Ver­kauf die Droge zu ent­kri­mi­na­li­sie­ren und den Schwarz­markt zu zer­stö­ren. Bis­lang fin­den sol­che Debat­ten und Ver­su­che aller­dings ledig­lich auf regio­na­ler Ebene statt. Die Bun­des­po­li­tik agiert zurückhaltend.


© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 18 /​25.09.2015