KA-AZG und Gehäl­ter: Über­gangs­lö­sung in Tirol, Ver­hand­lun­gen im Burgenland

10.03.2015 | Poli­tik

Mehr­heit­li­che Zustim­mung gibt es in Tirol für die unter Feder­füh­rung der Ärz­te­kam­mer mit Ver­tre­tern der Tilak aus­ver­han­del­ten Über­gangs­lö­sung für 2015. Im Bur­gen­land wie­derum arbei­tet man – nach anfäng­li­chen Dif­fe­ren­zen – nun kon­struk­tiv zusam­men. Bis Ende März soll es ein Ergeb­nis geben, das einer Urab­stim­mung unter­zo­gen wird.

In Tirol haben die bei der Tiro­ler Lan­des­kran­ken­an­stal­ten GmbH (Tilak) beschäf­tig­ten Ärz­tin­nen und Ärzte, die dem „Gehalts­schema alt“ unter­lie­gen, zuletzt einem Ange­bot des Lan­des für eine Über­gangs­lö­sung für das Jahr 2015 mehr­heit­lich zuge­stimmt. 81,1 Pro­zent sind in der von der Ärz­te­kam­mer Tirol durch­ge­führ­ten Befra­gung für das neue „Gehalts- und Maß­nah­men­pa­ket“. „Damit sind wir vor­erst ein­mal zufrie­den“, betont Lud­wig Gru­ber, Kuri­en­ob­mann der ange­stell­ten Ärzte der Ärz­te­kam­mer Tirol. Dem­nach sol­len der Tilak 11,2 Mil­lio­nen Euro für staf­fel­weise Gehalts­nach­bes­se­run­gen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Abge­se­hen davon sol­len in den kom­men­den zwei bis drei Jah­ren an den Lan­des­kran­ken­häu­sern 80 bis 100 zusätz­li­che Ärzte ange­stellt werden.

Nach­dem das Ver­hand­lungs­pa­ket für 2015 nun ange­nom­men ist, sei der Weg offen, um einen dro­hen­den Ver­sor­gungs­eng­pass zu ver­hin­dern. „Jetzt hängt es davon ab, wie viele Ärz­tin­nen und Ärzte bereit sind, ins Opt out zu gehen, ob wir mit ver­län­ger­ten Diens­ten wei­ter­ar­bei­ten kön­nen oder andere Dienst­for­men brau­chen“, erklärt Gru­ber. Im Laufe des Jah­res könne jeden­falls ein inno­va­ti­ves und kon­kur­renz­fä­hi­ges und vor allem nach­hal­ti­ges Gehalts­schema für die Zeit ab 2016 ver­han­delt wer­den. An der Medi­zi­ni­schen Uni­ver­si­tät ist eine Lösung des Gehalts­kon­flikts noch offen. „Hier wird es schwie­rig wer­den, die Opt out-Berei­t­­schaft der Uni-Ärzte wird ver­ständ­li­cher­weise enden wol­lend sein“, so Gru­ber wei­ter. Des­halb for­dert die Ärz­te­kam­mer, dass auch für die Med­Uni Inns­bruck „mög­lichst schnell“ eine Lösung gefun­den wird. Nicht gelöst sind die Pro­bleme auch an den Bezirks­kran­ken­häu­sern und am Ordens­spi­tal Zams. Es hat zwar gehei­ßen, dass sie nach den Lan­des­kran­ken­häu­sern nach­zie­hen wer­den, Zusage gebe es aber bis auf das Bezirks­kran­ken­haus Kuf­stein noch keine. Hier müsse noch ver­han­delt wer­den. Es habe sich gerächt, immer zu behaup­ten, in Tirol gebe es kein Pro­blem, kri­ti­siert Gru­ber: „Tirol hat jetzt die glei­chen Pro­bleme wie die ande­ren Bun­des­län­der und wir hof­fen, dass hier lang­sam, aber sicher etwas weitergeht.“

Nach­dem im Bur­gen­land der Ver­hand­lung­s­ton zunächst etwas rau war, herr­sche nun „defi­ni­tiv eine gute Gesprächs­ba­sis“, wie Ärz­te­kam­mer­prä­si­dent Michael Lang nach der letz­ten Gesprächs­runde mit KRA­­GES-Geschäfts­­­füh­­rer Rene Schnedl betont. Dass ein Abschluss bei den bei­den kom­men­den Ver­hand­lungs­ter­mi­nen erzielt wird, ist für Lang aus der­zei­ti­ger Sicht wahr­schein­lich. Fix sei schon jetzt, dass es im Bur­gen­land kei­nen Schicht- und Wech­sel­dienst geben wird. Das ent­spricht auch dem Wunsch der bur­gen­län­di­schen Spi­tals­ärz­tin­nen und Spi­tals­ärzte, wie eine von der Ärz­te­kam­mer durch­ge­führte Online-Umfrage erge­ben hat: Mehr als 90 Pro­zent der Befrag­ten leh­nen ein sol­ches Arbeits­mo­dell ab. Auch soll es zur Fle­xi­bi­li­sie­rung der Arbeits­zeit kom­men; Details müs­sen jedoch erst fixiert werden.

Bei den Gehäl­tern selbst will man sich am stei­ri­schen Modell ori­en­tie­ren. Einig­keit herrscht auch dar­über, dass es im Bur­gen­land zusätz­li­ches ärzt­li­ches Per­so­nal geben muss. Unmit­tel­bar nach der letz­ten Ver­hand­lungs­runde wur­den bei zeit­glei­chen Betriebs­ver­samm­lun­gen in den fünf Akut-Kran­­ken­an­stal­­ten des Bur­gen­lan­des in Kitt­see, Eisen­stadt, Ober­pul­len­dorf, Ober­wart und Güs­sing die Ärz­tin­nen und Ärzte über den aktu­el­len Stand der Ver­hand­lun­gen infor­miert. Im Land hätte man erkannt, dass es „fünf nach Zwölf ist“, so Lang. Und wei­ter: „Allen ist klar, dass das Geld knapp ist. Aber allen ist auch klar, dass die Ärzte gehen, wenn es nicht mehr Geld gibt.“

Bis Ende März sol­len die Ver­hand­lun­gen abge­schlos­sen sein – und über das Ergeb­nis wird es „jeden­falls“ (Michael Lang) eine Urab­stim­mung geben.
MH, AM

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 5 /​10.03.2015