edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

25.06.2014 | Poli­tik

© Gregor Zeitler

Vier Jahre sind eine lange Zeit – im Leben ganz all­ge­mein, in der Medi­zin aber ganz beson­ders. Genau so lange herrscht auch Still­stand beim MUKIPA, des­sen 40-Jahr-Jubi­läum die ÖÄK kürz­lich gefei­ert hat. In den letz­ten vier Jah­ren konnte das medi­­­zi­­nisch-wis­­sen­­schaf­t­­lich bera­tende Gre­mium nicht mehr mit­re­den, beklag­ten Exper­ten bei einer Enquete. Der Grund: Mit dem Ende der Funk­ti­ons­pe­ri­ode des Obers­ten Sani­täts­rats 2010 wurde die Mut­­ter-Kind-Pass-Kom­­mis­­sion – ein dort ange­sie­del­tes Exper­ten­gre­mium – nicht mehr ein­be­ru­fen. Sehr zum Leid­we­sen eben die­ser Experten.

Dar­auf­hin hat die ÖÄK die Initia­tive ergrif­fen und eine inter­dis­zi­pli­näre Exper­ten­kom­mis­sion MUKIPA – die übri­gens sehr aktiv ist – ins Leben geru­fen. Dass dies drin­gend not­wen­dig war, zeigt eine aktu­elle Bestands­auf­nahme: Ist doch etwa das Syphi­­lis-Scree­­ning im MUKIPA laut Exper­ten ver­al­tet, wich­tig wäre ein Schil­d­­drü­­sen-Scree­­ning oder aber die Tat­sa­che, dass Öster­reichs Jugend­li­che (und teil­weise Kin­der) beim Rau­chen und Trin­ken euro­pa­weit zur Spitze zählen.

Han­deln ist ange­sagt. Bes­ser heute als morgen.

Herz­lichst,
Dr. med. Agnes M. Mühl­gas­s­ner
Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 12 /​25.06.2014