neu & aktu­ell: Poli­ti­sche Kurzmeldungen

10.10.2013 | Poli­tik

Mamma-Scree­­ning: Start verschoben

In der Dis­kus­sion um den ver­zö­ger­ten Start des neuen Brust­­­krebs-Früh­er­ken­­­nungs­­­pro­­gramms weist die ÖÄK die Vor­würfe von Hans Jörg Schel­ling, Vor­sit­zen­der des Haupt­ver­ban­des, ent­schie­den zurück. Schel­ling hatte den Ärz­te­kam­mern für Wien und Stei­er­mark vor­ge­wor­fen, zu hohe Tarife für das neue Mamma-Scree­­ning zu ver­lan­gen. „Es ist logisch nicht nach­voll­zieh­bar, dass gerade eine so stan­dar­di­sierte Leis­tung wie die Mam­mo­gra­phie der­art unter­schied­lich hono­riert wer­den sollte“, kri­ti­sierte ÖÄK-Prä­­si­­dent Artur Wech­sel­ber­ger. Er erwarte von Schel­ling, auf die Obleute der ent­spre­chen­den Gebiets­kran­ken­kas­sen ein­zu­wir­ken, „aus der selbst ver­schul­de­ten Iso­la­tion her­aus­zu­kom­men und ihre starre Posi­tion auf­zu­ge­ben“. Der Kuri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte in der Ärz­te­kam­mer Stei­er­mark, Jörg Gar­za­rolli, meinte: „Stei­re­rin­nen sind nicht weni­ger wert als Frauen in ande­ren Bun­des­län­dern. Sie bezah­len ja auch nicht weni­ger Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge.“ Des­we­gen sei für ihn die Hal­tung der stei­ri­schen Gebiets­kran­ken­kasse „unver­ständ­lich“. Johan­nes Stein­hart, Kuri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte in der Ärz­te­kam­mer Wien, wie­derum betonte, dass die von der Wie­ner Ärz­te­kam­mer in den Ver­hand­lun­gen mit der GKK gefor­der­ten „mini­ma­len Hono­rar­stei­ge­run­gen“ für Radio­lo­gen und Gynä­ko­lo­gen von der GKK stets abge­lehnt wor­den seien. „Von einem ver­nünf­ti­gen Ange­bot der Kasse kann keine Rede sein“, so Stein­hart. Auch wenn das Pro­gramm nicht ter­min­ge­mäß star­ten kann, haben Frauen mit Über­wei­sung von Haus­arzt oder Gynä­ko­lo­gen wei­ter­hin unge­hin­der­ten Zugang zur Mammographie.


Ober­ös­ter­reich: Mayr kehrt nicht in GKK zurück

Der in der Swap-Affäre ange­klagte und als Lin­zer Stadt­rat zurück­ge­tre­tene Johann Mayr (S) wird nun doch nicht – wie ursprüng­lich geplant – als Direk­tor in die Ober­ös­ter­rei­chi­sche GKK zurück­keh­ren. Sein Vor­ha­ben, seine frü­here Tätig­keit in der GKK wie­der auf­neh­men zu wol­len, sorgte in allen poli­ti­schen Par­teien – auch inner­halb der SPÖ – für Auf­re­gung. Mayr war von 1995 bis 2003 GKK-Dire­k­­tor und war für seine Posi­tion als Stadt­rat karen­ziert wor­den. Der Rück­zug sei end­gül­tig, wie der ober­ös­ter­rei­chi­sche SPÖ- Lan­des­vor­sit­zende Lan­des­haupt­mann­stell­ver­tre­ter Josef Ackerl betonte.


Kärn­ten: War­nung vor Bio-Sonnenblumenöl

In Kärn­ten wurde das „kalt­ge­presste Bio-Son­­nen­­blu­­menöl“ der Fami­lie Bux­baum in Gra­fen­stein als gesund­heits­schäd­lich ein­ge­stuft. Im Öl wurde der zuläs­sige Höchst­wert des kan­ze­ro­ge­nen Benzo(a)pyren um das knapp Fünf­fa­che über­schrit­ten. Kon­su­men­ten kön­nen die betrof­fene Charge mit Min­dest­halt­bar­keits­da­tum 20. Februar 2014 zurückgeben.

Eng­land: Rauch­ver­bot in Gefängnissen

Um Ent­schä­di­gungs­for­de­run­gen wegen gesund­heit­li­cher Belas­tung zu ver­mei­den, pla­nen Eng­land und Wales ein Rauch­ver­bot in Gefäng­nis­sen. Anfang 2014 soll in Süd­west­eng­land ein Pilot­pro­jekt star­ten; bin­nen eines Jah­res wird es auf alle Gefäng­nisse aus­ge­wei­tet. Obwohl die Häft­linge Niko­tin­pflas­ter erhal­ten, wer­den durch den Ent­zug Gewalt­aus­brü­che befürchtet.

Ser­bien: Tote durch West-Nil-Fieber

In Ser­bien sind in die­sem Jahr bereits 25 Tote durch das West-Nil-Fie­­ber regis­triert wor­den; zwölf davon wur­den aus der Haupt­stadt Bel­grad gemel­det. Ins­ge­samt sol­len laut der staat­li­chen Pres­se­agen­tur Tan­jug, die sich auf Amts­quel­len beruft, rund 210 Men­schen am West-Nil-Fie­­ber erkrankt sein. Bei der Mehr­heit der Betrof­fe­nen han­delt es sich um Bewoh­ner von Belgrad.


Groß­bri­tan­nien: Alko­hol­miss­brauch bei Kin­dern enorm

Fast 300 Kin­der unter zwölf Jah­ren – und ins­ge­samt 6.580 Min­der­jäh­rige – wur­den in Groß­bri­tan­nien inner­halb eines Jah­res wegen Alko­hol­miss­brauchs sta­tio­när auf­ge­nom­men. Unter den Zwölf- bis 17-Jäh­­rin­­gen sind die Mäd­chen stär­ker betrof­fen als die Buben. Bei den Min­der­jäh­ri­gen trinkt jeder Vierte im Durch­schnitt 3,5 Liter Bier pro Woche.

Wien: „kata­stro­phale“ Honorarverhandlungen

Nach ins­ge­samt acht­stün­di­gen inten­si­ven Gesprä­chen blie­ben die Hono­rar­ver­hand­lun­gen der Ärz­te­kam­mer Wien mit der Wie­ner GKK ohne Ergeb­nis, erklärte der Kuri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte der Ärz­te­kam­mer Wien, Johan­nes Stein­hart. Er sprach sogar von einem „kata­stro­pha­len Ver­lauf der Ver­hand­lun­gen“. Dabei habe man sich bereits auf eine Gesamt­ho­no­rar­summe für 2013 und 2014 geei­nigt: „Aus­stän­dig war nur mehr die effek­tive pro­zen­tu­elle Auf­tei­lung auf die ein­zel­nen Fach­grup­pen“, so Stein­hart. Mit dem Ange­bot der Ärz­te­kam­mer hätte die Kran­ken­kasse den Dämp­fungs­pfad von 3,6 Pro­zent pro Jahr ein­hal­ten kön­nen und auch lang­fris­tige Struk­tur­be­rei­ni­gun­gen wären vor­ge­se­hen gewe­sen. Obwohl eine Tarif­er­hö­hung mit 1. April 2013 mög­lich gewe­sen wäre, hätte die Kurie sogar einer Erhö­hung erst mit 1. Okto­ber 2013 zuge­stimmt. Der Ver­trag mit der Wie­ner GKK endete mit 31. Dezem­ber 2012. „Die unklare und äußerst chao­ti­sche Ver­hand­lungs­füh­rung von WGKK-Obfrau Ingrid Reischl hat letzt­lich zum Schei­tern die­ser wich­ti­gen Ver­hand­lungs­runde geführt“, betont Steinhart.

Stei­er­mark: Aus für Pflegeregress?

In der Stei­er­mark – dem ein­zi­gen Bun­des­land, in dem es noch einen Pfle­ge­re­gress gibt – hat die KPÖ der zustän­di­gen Gesund­heits­lan­des­rä­tin Kris­tina Edlin­­ger-Plo­­der (V) 17.000 Unter­schrif­ten zur Abschaf­fung des Regres­ses vor­ge­legt. Den Vor­wurf, dass der Regress Exis­ten­zen bedrohe, wies Edlin­­ger-Plo­­der zurück. Eine dies­be­züg­li­che Ent­schei­dung sei in der Herbst­ses­sion des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs zu erwar­ten. Erst wenn es eine öster­reich­weite Lösung für die nach­hal­tige Finan­zie­rung des öffent­li­chen Pfle­ge­sys­tems gebe, werde sich die Stei­er­mark „auch unter Ver­zicht der aktu­el­len Rege­lung“ einem gemein­sa­men Weg nicht ver­schlie­ßen, so Edlinger-Ploder.

Apo­­the­­ker-Ver­­lag: Daten gehackt

Seine Beden­ken hin­sicht­lich des Daten­schut­zes von Gesund­heits­da­ten sieht der Kuri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte in der ÖÄK, Johan­nes Stein­hart, ange­sichts der jüngs­ten Vor­fälle rund um die ille­gale Daten­ab­schöp­fung im Bereich der öster­rei­chi­schen Apo­the­ken bestä­tigt. „Es gibt ganz offen­sicht­lich bei elek­tro­nisch gespei­cher­ten Daten kei­nen wirk­sa­men Schutz vor Daten­dieb­stahl und Miss­brauch“, erklärte Stein­hart. Wie vor kur­zem bekannt wurde, ist der Apo­­the­­ker-Ver­­lag ver­mut­lich zwi­schen 2006 und 2011 gehackt wor­den. Eine Fest­platte mit mehr als 27 Mil­lio­nen Daten­sät­zen aus min­des­tens sechs Apo­the­ken in Wien, Salz­burg, Tirol und Vor­arl­berg wurde einem Maga­zin zuge­spielt. Die betrof­fene, vom Apo­­the­­ker-Ver­­lag zur Ver­fü­gung gestellte Soft­ware wird von 540 der 1.300 öster­rei­chi­schen Apo­the­ken ver­wen­det. Stein­hart wei­ter: „Hof­fent­lich zieht unsere Tech­no­lo­gie­gläu­bige Gesund­heits­po­li­tik aus dem aktu­el­len Skan­dal end­lich die rich­ti­gen Schlüsse und über­ar­bei­tet gemein­sam mit der Ärz­te­schaft das ELGA-Kon­­zept von Grund auf.“

Nukle­ar­me­di­zin: Ver­sor­gung bedroht

Pati­en­ten, die auf Dia­­gnose- und The­ra­pie­leis­tun­gen der Nukle­ar­me­di­zin ange­wie­sen sind, müs­sen mit lan­gen War­te­zei­ten rech­nen: Durch die Gesund­heits­re­form werde in den Kran­ken­häu­sern gespart, in der Nie­der­las­sung fehle die Ver­sor­gung zum aller­größ­ten Teil. So liege in den nukle­ar­me­di­zi­ni­schen Abtei­lun­gen der Schwer­punkt in der Bild­ge­bung, erklärt Univ. Prof. Tho­mas Lei­tha, Obmann der Bun­des­fach­gruppe Nukle­ar­me­di­zin der ÖÄK: „Hier ist das große Pro­blem, dass wir in Öster­reich ein Dia­­gnose-ori­en­­tier­­tes Finan­zie­rungs­sys­tem haben.“ Eine Aus­schluss­dia­gnose hin­ge­gen werde über­haupt nicht refun­diert, so Lei­tha. Im nie­der­ge­las­se­nen Bereich wie­derum gebe es kaum Kapa­zi­tä­ten, wie der stell­ver­tre­tende Fach­­grup­­pen-Obmann Roland Len­gauer kri­ti­siert: „Eine Nie­der­las­sung von Nukle­ar­me­di­zi­nern in der Pra­xis gibt es grund­sätz­lich in Öster­reich nicht.“ Nur mit Tricks gebe es ein­ge­schränkt Stel­len in Nie­der­ös­ter­reich und Wien. Die Kon­se­quenz: Die War­te­zei­ten für Schild­drü­sen­dia­gnos­tik betra­gen laut den Exper­ten min­des­tens sechs Monate. Für Johan­nes Stein­hart, Obmann der Bun­des­ku­rie Nie­der­ge­las­sene Ärzte in der ÖÄK, ein wei­te­res Zei­chen dafür, dass die Finan­zen und nicht die Ver­sor­gung im Vor­der­grund ste­hen: „Wir kos­ten­dämp­fen nicht nur, wir spa­ren weg.“

SVA star­tet Gesun­d­heits-Check Junior

Der Kuri­en­ob­mann der nie­der­ge­las­se­nen Ärzte in der ÖÄK, Johan­nes Stein­hart, und der Obmann-Stel­l­­ver­­­tre­­ter der SVA (Sozi­al­ver­si­che­rungs­an­stalt der gewerb­li­chen Wirt­schaft), Peter McDo­nald, prä­sen­tier­ten kürz­lich das kos­ten­lose, frei­wil­lige Vor­sor­ge­pro­gramm „Gesun­d­heits-Check Junior“ für Kin­der und Jugend­li­che von sechs bis 17 Jah­ren. Das Pilot­pro­jekt läuft seit Anfang Okto­ber in Wien und im Bur­gen­land. Stein­hart dazu: „Wir hof­fen natür­lich, dass andere Sozi­al­ver­si­che­run­gen auf­sprin­gen.“ (Details dazu siehe ÖÄZ 18/​25. Sep­tem­ber 2013)

Veto bei Gesundheitsberufe-Register

Das Gesun­d­heits­­­be­­rufe-Regis­­ter wird nun doch nicht in der im Juli 2013 im Par­la­ment beschlos­se­nen Form ein­ge­führt: Nie­der­ös­ter­reich und Salz­burg haben ihre ver­fas­sungs­recht­lich not­wen­dige Zustim­mung ver­wei­gert und ihr Veto ein­ge­legt. „Das Bun­des­ge­setz kann in vor­lie­gen­der Fas­sung damit nicht in Kraft tre­ten“, so die ÖVP-Klub­­o­b­­leute im Salz­bur­ger und Nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Land­tag, Ger­linde Rogatsch und Klaus Schnee­ber­ger. Ihre Kri­tik: Das Gesetz schaffe zwei Klas­sen von Gesund­heits­be­ru­fen, weil es nur für Berufe im geho­be­nen medi­­­zi­­nisch-tech­­ni­­schen Dienst gelte. Ein wei­te­rer Kri­tik­punkt betrifft den Daten­schutz: Durch die Regis­trie­rung würde ein Teil der sehr umfang­rei­chen per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten via Home­page öffent­lich zugän­gig. Rogatsch und Schnee­ber­ger sehen auch einen mas­si­ven Inter­es­sens­kon­flikt: Werde etwa die Erst­re­gis­trie­rung durch die dafür zustän­dige AK-Behörde abge­lehnt, müsste gleich­zei­tig die Arbei­ter­kam­mer als Inter­es­sens­ver­tre­tung der betrof­fe­nen Per­son diese gegen­über der Arbei­ter­kam­mer ver­tre­ten. „Keine beson­ders gelun­gene Lösung“, so die bei­den Klubvorsitzenden.

Verena Nuss­baum neue stei­ri­sche GKK-Obfrau

Die Juris­tin Verena Nuss­baum wird Obfrau der Stei­er­mär­ki­schen GKK. Nuss­baum, die schon bis­her im Vor­stand der Stei­er­mär­ki­schen GKK war, wird dem zur Arbei­ter­kam­mer wech­seln­den Obmann Josef Pes­serl nach­fol­gen. Ers­ter Stell­ver­tre­ter bleibt Tho­mas Gebell; zwei­ter Stell­ver­tre­ter wird Andreas Martiner.

Arzt­prü­fungs­ge­bühr: Valo­ri­sie­rung mit 1. Jän­ner 2014

Nach­dem die Gebüh­ren für die Arzt­prü­fun­gen in den Jah­ren 2012 und 2013 nicht erhöht wur­den, erfolgt mit 1. Jän­ner 2014 ent­spre­chend dem von der Sta­tis­tik Aus­tria ver­laut­bar­ten Ver­brau­cher­preis­in­dex 2000 eine Anpas­sung. Die Gebühr für die ÖÄK-Prü­­fung zum Arzt für All­ge­mein­me­di­zin beträgt künf­tig 405 Euro, für die ÖÄK-Fach­­arz­t­­prü­­fung 810 Euro.


BVA: höhe­rer Zuschuss für Zahnspangen

Unter dem Motto „Gesunde Zähne für ein gesun­des Leben“ erhöht die BVA (Ver­si­che­rungs­an­stalt öffent­lich Bediens­te­ter) nun auch den Zuschuss für fest­sit­zende Zahn­span­gen auf 1.000 Euro.

ÖÄK: Ambu­lan­zen nur für Not­fälle und nach Überweisung

Eine abge­stufte Ver­sor­gung zur Ent­las­tung der Ambu­lan­zen for­dert die Bun­des­ku­rie ange­stellte Ärzte der ÖÄK: Die Basis­ver­sor­gung solle der nie­der­ge­las­sene Bereich über­neh­men – nur in Not­fäl­len oder mit Über­wei­sung sol­len Pati­en­ten in die Ambu­lanz kom­men; die Spi­tä­ler wür­den damit die spe­zia­li­sierte Ver­sor­gung leis­ten. „Das würde die Ambu­lan­zen ent­las­ten, aber ohne Aus­bau der nie­der­ge­las­se­nen Ver­sor­gung wird es nicht gehen“, appel­liert Bun­des­ku­ri­en­ob­mann Harald Mayer. Das Grup­­pen­­pra­­xen-Gesetz sei „wirk­lich­keits­fremd“ und bei der Ein­füh­rung des ÖÄK-Haus­­arz­t­­mo­­dells habe die Poli­tik „geschla­fen“, so Mayer wei­ter. Den Zustrom zu den Ambu­lan­zen könn­ten auch Akuto­r­di­na­tio­nen, die außer­halb der Spi­­tals-Kern­­öf­f­­nungs­­­zei­­ten behan­deln, kana­li­sie­ren. Jeden­falls müsse man schleu­nigst eine für Pati­en­ten und Ärzte funk­tio­nie­rende Vari­ante fin­den, „sonst kommt es zum Kol­laps“, warnt Mayer.

Salz­burg: erst­mals Nach­sorge für krebs­kranke Kinder 

In See­kir­chen in Salz­burg ist kürz­lich das erste psy­cho­so­ziale Nach­sor­ge­zen­trum („Son­nen­in­sel“) für krebs­kranke Kin­der und deren Ange­hö­rige eröff­net wor­den. Die für den Bau erfor­der­li­chen rund fünf Mil­lio­nen Euro stam­men fast zur Gänze aus Spen­den. Von den Län­dern Salz­burg und Ober­ös­ter­reich kamen zusätz­lich je 200.000 Euro, vom Land Stei­er­mark 177.000 Euro. Der Betrieb ist damit für drei Jahre finan­ziert. Bis zu 80 Per­so­nen kön­nen in der „Son­nen­in­sel“ ver­sorgt wer­den. Durch Frei­zeit­an­ge­bote, psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Unter­stüt­zung und Freude, sol­len im Rah­men des Pro­gramms Kin­der aus ganz Öster­reich ins „nor­male“ Leben beglei­tet werden.


Vor­arl­berg: neue Honorarordnung

Seit 1. Okto­ber 2013 gibt es nach rund sie­ben­mo­na­ti­gen Ver­hand­lun­gen zwi­schen der Ärz­te­kam­mer Vor­arl­berg und der Vor­arl­ber­ger GKK eine neue Hono­rar­ord­nung. Wäh­rend es bis­lang dadurch gekenn­zeich­net war, dass jähr­lich eine Punkte-Valo­­ri­­sie­­rung erfolgte, beinhal­tet die neue Hono­rar­ord­nung auch einige struk­tu­relle Ver­bes­se­run­gen. So ein zen­tra­ler Punkt ist dabei die Neu­ord­nung der Punk­te­staf­fe­lung und eine Ände­rung der Punk­te­werte, was eine ver­bes­serte Abrech­nungs­mög­lich­keit im obe­ren Punk­te­be­reich bis 90.000 Punkte ermög­licht. Neben eini­gen neuen Abrech­nungs­po­si­tio­nen wie etwa dem Heil­­mi­t­­tel-Bera­­tungs­­­ge­­s­präch wurde auch eine Pau­schal­ver­gü­tung von zehn Euro zusätz­lich pro Haus­be­such, von zusätz­lich sechs Euro für den Mit­be­such und eine Erhö­hung der Nacht­pau­schale für Haus­be­su­che ver­ein­bart. Das Heil­­mi­t­­tel-Bera­­tungs­­­ge­­s­präch kann künf­tig bei bis zu zehn Pro­zent der Fälle bei All­ge­mein­me­di­zi­nern sowie bei bis zu fünf Pro­zent der Fälle bei Fach­ärz­ten ver­rech­net wer­den. Über alle Fach­grup­pen hin­weg bedeu­tet die neue Hono­rar­ord­nung eine Gesamt­va­lo­ri­sie­rung von circa 3,7 Pro­zent. Ebenso wur­den neue Ver­trags­for­men ent­wi­ckelt: Job-Sharing soll ermög­li­chen, dass sich zwei Ärzte einen Ver­trag tei­len; auch wur­den gesamt­ver­trag­li­che Ände­run­gen für Ordi­­na­­ti­ons- und Appa­ra­te­ge­mein­schaf­ten sowie ein Grup­­pen­­pra­xis-Gesam­t­­ver­­­trag aus­ver­han­delt. Die neue Hono­rar­ord­nung wurde für den Zeit­raum bis inklu­sive 2015 abge­schlos­sen.
Alle Details zum Ver­trag gibt es unter www.arztinvorarlberg.at

Lis­­te­­rien-Quar­­gel: Anklagen

In der Affäre um den mit Lis­te­rien ver­seuch­ten Quar­gel der Firma Pro­lac­tal wur­den vier ehe­ma­lige lei­tende Ange­stellte des Unter­neh­mens sowie der Geschäfts­füh­rer eines exter­nen Prüf­la­bors ange­klagt. Den Ange­stell­ten wird vor­ge­wor­fen, sie hät­ten durch Fehl­ver­hal­ten „fahr­läs­sig eine Gefahr für Leib und Leben“ von vie­len Men­schen her­bei­ge­führt. Den Beschul­dig­ten wird vor­ge­wor­fen, zu geringe Pro­be­men­gen einer mikro­bio­lo­gi­schen Unter­su­chung unter­zo­gen zu haben, keine Rück­hol­ak­tion gesetzt und auch die Lan­­des-Sani­­täts­­di­­re­k­­tion nicht recht­zei­tig davon unter­rich­tet zu haben. Spä­tes­tens 2009 hätte wegen der „Unbe­herrsch­bar­keit der Lis­­te­­rien-Pro­­­ble­­ma­­tik“ eine Schlie­ßung der Pro­duk­tion ver­an­lasst wer­den müs­sen, so die Staats­an­walt­schaft. Dem exter­nen Prü­fer wie­derum wird vor­ge­wor­fen, „teil­weise Kennt­nis von wei­te­ren Sorg­falts­ver­stö­ßen“ gehabt zu haben. Für die Pro­lac­tal GmbH bean­tragte die Staats­an­walt­schaft eine Geld­buße; das Ver­fah­ren gegen wei­tere Beschul­digte – dar­un­ter Ver­ant­wort­li­che im Gesund­heits­mi­nis­te­rium sowie der Lan­­des-Sani­­täts­­di­­re­k­­tor für Stei­er­mark – wurde ein­ge­stellt. Zwi­schen 2009 und Anfang 2010 waren acht Men­schen in Öster­reich und Deutsch­land nach dem Kon­sum von mit Lis­te­rien kon­ta­mi­nier­tem Quar­gel der Firma Pro­lac­tal gestor­ben. Bei sie­ben von ihnen war die Lis­te­riose zumin­dest für den Tod mit­ver­ant­wort­lich, wie ein Gut­ach­ten aus dem Früh­jahr 2012 ergab.


Neu: Doku­men­ta­ti­ons­bo­gen bei Gewaltverletzungen

Einen Doku­men­ta­ti­ons­bo­gen für Ärzte zur Erfas­sung von Ver­let­zun­gen nach Gewalt­de­lik­ten hat die ÖÄK zusam­men mit der Öster­rei­chi­schen Gesell­schaft für Gerichts­me­di­zin und dem Innen­mi­nis­te­rium ent­wi­ckelt. „Die Check­liste soll die ärzt­li­che Arbeit unter­stüt­zen und zur Ver­bes­se­rung des Opfer­schut­zes bei­tra­gen“, wie ÖÄK-Prä­­si­­dent Artur Wech­sel­ber­ger erklärte. Das Doku­ment, das auch zur Doku­men­ta­tion bei Staats­an­walt­schaft und Gericht ver­wen­det wer­den kann, wird den Mit­glie­dern aller Gesund­heits­be­rufe, Opfer­schutz­ein­rich­tun­gen und der Poli­zei zur Ver­fü­gung gestellt. Tipp: Der Doku­men­ta­ti­ons­bo­gen steht unter www.aerztezeitung.at/Service für Ärzte zum Down­load zur Verfügung.


OECD: Öster­rei­cher essen am meisten

Mit 3.819 Kilo­ka­lo­rien pro Kopf und Tag liegt Öster­reich bei der Kalo­rien­zu­fuhr – noch vor den USA und Grie­chen­land – an der Spitze der OECD. Im Ver­gleich liegt der Durch­schnitt in den 29 ana­ly­sier­ten Län­dern bei 3.410, die emp­foh­lene Tages­menge bei 2.250 Kilo­ka­lo­rien. Der emp­foh­le­nen Tages­menge am nächs­ten kom­men Japa­ner mit 2.812 Kilo­ka­lo­rien pro Per­son und Tag; Deutsch­land liegt hin­ter Öster­reich an ach­ter Stelle, die Schweiz auf dem 13. Platz. Im Jahr 1985 kon­su­mierte jeder Öster­rei­cher noch 3.375 Kilo­ka­lo­rien; Spit­zen­rei­ter waren damals die Ungarn mit 3.577 Kalo­rien. Die nun im Bericht „Trend Shaping Edu­ca­tion 2013“ ver­öf­fent­lichte OECD-Sta­­tis­­tik basiert auf Daten aus 2007.

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 19 /​10.10.2013