edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

25.11.2013 | Poli­tik

© Foto Weinwurm

Die Zah­len spre­chen eine klare Spra­che und wer­fen über­dies kein gutes Licht dar­auf, wie junge Ärz­tin­nen und Ärzte ihre künf­ti­gen Berufs­aus­sich­ten sehen. So hat 2011 in einer Umfrage in Vor­arl­berg bei­spiels­weise schon jeder zweite Tur­nus­arzt ange­ge­ben, sich danach nicht um eine Stelle als All­ge­mein­me­di­zi­ner bewer­ben zu wollen.

Dabei han­delt es sich kei­nes­falls um eine Moment­auf­nahme – lässt doch die Ärz­te­kam­mer Vor­arl­berg schon seit meh­re­ren Jah­ren im Rah­men einer Umfrage Tur­nus­ärzte die Qua­li­tät und Pra­xis der Aus­bil­dung bewer­ten. Es kommt noch schlim­mer: Bei der dies­jäh­ri­gen Umfrage liegt der Anteil derer, die kein Inter­esse an einer all­ge­mein­me­di­zi­ni­schen Tätig­keit haben, mitt­ler­weile jen­seits der 80 Pro­­­zent-Marke, genau bei 82 Prozent.

Es bleibt zu hof­fen, dass es dem öster­rei­chi­schen Gesund­heits­sys­tem nicht so ergeht wie dem Schul­sys­tem: Näm­lich dass pen­sio­nierte Kol­le­gen ins Erwerbs­le­ben zurück­ge­holt wer­den müs­sen, weil sonst der Betrieb nicht auf­recht erhal­ten wer­den kann …

Herz­lichst,
Dr. med. Agnes M. Mühl­gas­s­ner
Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 22 /​25.11.2013