edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

25.05.2012 | Poli­tik

(c) Foto Weinwurm

Ein klei­ner chir­ur­gi­scher Ein­griff sollte kürz­lich vor­ge­nom­men wer­den; dafür war eine per­sön­li­che Ter­min­ver­ein­ba­rung not­wen­dig. In der War­te­schlange bekomme ich mit, dass die Pati­en­tin vor mir offen­sicht­lich das glei­che Pro­blem – zuge­ge­be­ner­ma­ßen ein sehr sel­te­nes – hatte. Als ich dann bei der Anmel­dung mei­nen Namen nenne, stellt sich her­aus, dass sich auch auf der OP-Ein­­wil­­li­­gung der Dame vor mir mein Namens­auf­kle­ber befindet…

Ein klas­si­scher Fall für das Feh­­ler­­be­­richts- und Lern­sys­tem CIRSmedical.at. Nun mögen Exper­ten ana­ly­sie­ren, wieso es zu die­ser Ver­wechs­lung gekom­men ist: Hätte man die andere Pati­en­tin expli­zit nach ihrem Namen fra­gen sol­len oder müs­sen? Oder hätte sie sich mit Namen vor­stel­len müssen?

Bis zu 400 Feh­ler pas­sie­ren, bevor ein Scha­den ent­steht. Und einem schwe­ren Scha­den gehen 40 gerin­gere Feh­ler vor­aus, sagen Experten.

Und der All­tag zeigt: Der Pool an Erfah­run­gen mit Feh­lern und Bei­­nahe-Feh­­lern kann nicht groß genug sein, um dar­aus zu lernen.

Herz­lichst,

Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 10 /​25.05.2012