edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

10.03.2012 | Poli­tik

(c) Foto Weinwurm

Nicht nur Wien ist anders – wie es im gerne und viel­fach zitier­ten Wer­be­slo­gan über die Bun­des­haupt­stadt hieß – auch Vor­arl­berg ist es, wie es neu­er­dings scheint. So haben doch tat­säch­lich Ver­tre­ter der Vor­arl­ber­ger Lan­des­po­li­tik in einem Schrei­ben den Gesund­heits­mi­nis­ter auf­ge­for­dert, das ASVG so abzu­än­dern, dass künf­tig Ein­zel­ver­träge zwi­schen Sozi­al­ver­si­che­rung und nie­der­ge­las­se­nen Ärz­ten mög­lich sind – ohne Mit­wir­kung der Ärztekammer.

Und es kommt noch bes­ser: In Vor­arl­berg soll es – so wie in allen ande­ren Bun­des­län­dern – künf­tig mit der „Lan­des­ge­sund­heits­platt­form neu“ eine Behörde geben, in der die Ärz­te­kam­mer nicht mehr stimm­be­rech­tigt ist. Was kon­kret bedeu­tet, GKK und Land Vor­arl­berg in Zukunft den Stel­len­plan, die medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen, ebenso die Hono­rare und zum Drü­ber­streuen auch noch die Leis­tungs­do­ku­men­ta­tion fest­le­gen und vor­schrei­ben sol­len.

Glaubt allen Erns­tes wirk­lich jemand, dass sich so etwas über die Köpfe der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­tin­nen und Ärzte hin­weg rea­li­sie­ren lässt?


Herz­lichst,

Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 5 /​10.03.2012