edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

15.08.2011 | Poli­tik

(c) Foto Weinwurm

Wer hätte das gedacht: Nun war­nen aus­tra­li­sche Wis­sen­schaf­ter im „Lan­cet“ vor einer Adi­­po­­si­­tas-Epi­­de­­mie. So eine Über­ra­schung! Dabei muss man nur mit offe­nen Augen durch die Welt gehen: Dick­sein ist kein Stigma mehr, XXX-Large beim Kör­per­ge­wicht ist Alltag.

Dazu kommt noch, dass die moto­ri­sche Ent­wick­lung unse­rer Kin­der so um das zwölfte Lebens­jahr auf­hört – obwohl die­ser Pro­zess bis zum 17., 18. Lebens­jahr andau­ern sollte. Jede Dis­kus­sion über eine wei­tere Kür­zung von Turn­stun­den – Stich­wort Ein­spa­run­gen – sollte hier­mit obso­let sein.

Und auch mit Ernährungs-„Empfehlungen“ für Schulbuf­fets allein wird es nicht getan sein. Eine höhere Besteue­rung von salz­häl­ti­gen Snacks und Soft­drinks, wie dies die unga­ri­sche Regie­rung der­zeit plant, wird die Men­schen nicht vom Kauf der­sel­ben abhal­ten, solange die Bot­schaft, warum man frei­wil­lig dar­auf ver­zich­ten sollte, nicht ankommt.

Der Lehr­stuhl für Ernäh­rungs­me­di­zin an der Med­uni Wien wird übri­gens nach der Eme­ri­tie­rung von Prof. Kurt Wid­halm nicht mehr nach­be­setzt …

Herz­lichst,

Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 17 /​10.09.2011