edi­to­rial: Dr. Agnes M. Mühlgassner

25.05.2010 | Poli­tik

(c) Foto Weinwurm

27 Pro­zent der Spi­tals­ärz­tin­nen und Spi­tals­ärzte hal­ten die gesetz­lich vor­ge­schrie­bene Höchst­ar­beits­zeit­grenze nicht ein oder bes­ser gesagt: kön­nen sie nicht ein­hal­ten. Die Gründe dafür sind laut einer aktu­el­len Befra­gung des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts IFES: Ver­wal­tungs­auf­ga­ben, stei­gen­der Zeit­druck, Per­so­nal­knapp­heit. In der vor­han­de­nen Zeit müs­sen Spi­tals­ärzte immer mehr Pati­en­ten behan­deln. Und trotz­dem: Spi­tals­ärzte haben mehr Freude an ihrem Beruf als die meis­ten ande­ren Beschäf­tig­ten in ver­gleich­ba­ren Umfra­gen ange­ben. Dem hohen Enga­ge­ment und dem Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl der Spi­tals­ärzte ist es zu ver­dan­ken, dass die Qua­li­tät der medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung (noch) nicht beein­träch­tigt ist.

Dass der Hut brennt, sollte aber spä­tes­tens jetzt allen Ver­ant­wort­li­chen klar sein. Denn die Spi­tals­ärzte haben schon seit Jah­ren den Ein­druck, dass sich an der schwie­ri­gen Situa­tion nichts ändert. Jeder zweite sagt sogar, dass es in den letz­ten fünf Jah­ren unan­ge­neh­mer gewor­den ist …

Herz­lichst,

Chef­re­dak­teu­rin

© Öster­rei­chi­sche Ärz­te­zei­tung Nr. 10 /​25.05.2010